Vom Lärm eingekesselt

Erstellt: 29. November 2008, 00:00 Uhr
Vom Lärm eingekesselt Die Bahnlinie als Lärmquelle. Foto: md

Bahn sichert rasche Verbesserungen des Lärmschutzes in Mühlacker zu

Mühlacker – Die Bahn wolle bereits im nächsten Jahr den Lärmschutz an der Strecke in Mühlacker verbessern, teilt die Mühlacker SPD-Gemeinderatsfraktion mit. Vor allem die Bewohner im Eckenweiher klagen über die Situation.

VON MAIK DISSELHOFF

Die gute Nachricht sei ihm von der Bundestagsabgeordneten Katja Mast überbracht worden, berichtet der SPD-Fraktionschef Dr. Roland Peter. Bevor die Bahn jedoch zusätzliche Lärmschutzwände installiere, sollen Messungen durchgeführt und Gutachten erstellt werden. Peter: „Wir hoffen, dass der Ankündigung schnelle Taten folgen, um die Anwohner zu entlasten.“

 Mast, die früher selbst bei der Bahn beschäftigt war, habe ihre Informationen zu den Plänen für Mühlacker direkt aus dem Bundesverkehrsministerium erhalten, berichtet Peter. Demnach genieße Mühlacker höchste Priorität. Bislang sei aber noch unklar, welche Baumaßnahmen genau in Angriff genommen werden sollten.

 Reinhold Gössele, der seit 40 Jahren direkt an der Bahnlinie im Eckenweiher lebt und für die Freien Wähler im Mühlacker Gemeinderat sitzt, ist auf Anhieb skeptisch, was Ankündigungen der Bahn betrifft: „Es ist schon so viel versprochen worden. Ich denke da zum Beispiel an einen barrierefreien Bahnhof für Mühlacker . . .“ Grundsätzlich sei aber mehr Lärmschutz für die Menschen im Eckenweiher wichtig und richtig. „Das wäre schon eine echte Verbesserung“, macht Gössele klar. Früher sei das Wohngebiet eine Oase gewesen, doch „heute sind wir mit Industrie und Osttangente von Lärm eingekesselt“. Am lautesten seien die Güterzüge, während die Stadtbahnen und modernen Züge weit weniger Krach machten. Zudem sei der Bahnreiseverkehr auf der Stammstrecke vorbei am Eckenweiher weniger geworden, „seit die Neubaustrecke da ist“.

„In manchen Zeiten ist der Lärm der Autos schlimmer“

FDP-Stadtrat Bruno Oser, der ebenfalls im Eckenweiher wohnt, will das Problem des Zuglärms nicht herunterspielen. Doch ihn persönlich, relativiert er, störe die Bahn überhaupt nicht. Andererseits sei gerade der Bereich zwischen dem Haltepunkt Rößlesweg und der Berufsschule wegen der freien Fläche vor der Wohnbebauung besonders belastet. Vor allem die Güterzüge stellten eine Lärmquelle dar, bestätigt Oser die Eindrücke seines Gemeinderatskollegen. Jedoch sei der Autoverkehr im Eckenweiher teilweise noch wesentlich lauter.

 Nach Peters Informationen will die Bahn gleich zu Beginn des kommenden Jahres die Schallanalyse erstellen und danach mit der Umsetzung der Verbesserungen beginnen. Von diesem Einsatz soll dann nicht nur das Eckenweiher profitieren, sondern jeder betroffene Anwohner der Bahnlinie.

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