Vom Gabentisch zurück in den Laden

Erstellt: 28. Dezember 2011, 00:30 Uhr
Vom Gabentisch zurück in den Laden Marliese Weihing (re.) vom Modehaus Sämann hat am ersten Geschäftstag nach Weihnachten schon am Morgen allerhand umgetauscht.

Mühlacker. Fachverkäuferin Marliese Weihing steht im Modehaus Sämann hinter der Hauptkasse. Wer ein Geschenk umtauschen möchte, muss hierher. Und obwohl die Geschäfte erst seit rund drei Stunden geöffnet haben, hat Weihing bereits viele Geschenke zurückgenommen oder umgetauscht. Die Gründe für den Umtausch eines Weihnachtsgeschenks sind unterschiedlich, weiß sie zu berichten: Mal stimmt die Größe nicht, mal wäre eine andere Farbe erwünscht gewesen, mal kam das Ausgewählte an sich nicht an.

Obwohl es kein generelles Umtauschrecht für Geschenke gibt, zeigen sich die meisten Händler kulant und nehmen die Ware bei Nichtgefallen zurück. Haben die Kunden den Kassenzettel und das Originaletikett dabei, gibt Marliese Weihing bei Nichtgefallen eines Geschenks das dafür bezahlte Geld zurück. Handelt es sich bei dem Geschenk um einen reduzierten Artikel, der normalerweise vom Umtausch ausgeschlossen ist, gibt es einen Gutschein. Einzig bei Bademoden und Unterwäsche lässt die Fachverkäuferin nicht mit sich reden. Hier ist ein Umtausch grundsätzlich ausgeschlossen.

Ein paar Geschäfte weiter bei Buch-Elser ist am ersten Tag nach den Feiertagen in Sachen Rückgabe von Weihnachtsgeschenken noch nicht viel los. „Einen Umtausch hatten wir heute Vormittag noch gar nicht“, berichtet Buchhändlerin Martina Kowalski, fügt aber gleich hinzu, es sei eher die Ausnahme, dass noch kein zu Weihnachten verschenktes Buch wieder in den Laden zurückgebracht wurde. „Vielleicht ist es einfach noch zu früh am Morgen, und die Leute wollen erst einmal ausschlafen, bevor sie sich ans Umtauschen der Geschenke machen“, vermutet Kowalski.

Wieder ein paar Häuser weiter bei Spielwaren-Roller bringt Barbara Erhardt ein geändertes Informationsverhalten in der Vorweihnachtszeit mit einem geänderten Umtauschverhalten nach Weihnachten in Zusammenhang. „Die Kunden sind durch die Medien viel besser informiert als früher“, berichtet Erhardt und erklärt weiter, die Kinder wüssten genau, was sie sich wünschten, was wiederum dazu führe, dass Eltern, Großeltern, Onkel oder Tanten mit ihren Geschenken seltener daneben lägen. Während früher häufig umgetauscht worden sei, weil das Brettspiel doch nicht den Vorstellungen entsprach oder die Legos so gar nicht auf Begeisterung stießen, sei heutzutage der Grund für einen Umtausch eher, dass das eine oder andere Spielzeug leider doch einmal defekt sei.

Das ist auch Sebastian Becker passiert, der einen ferngesteuerten Helikopter unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat, der dann leider nicht fliegen konnte. Gemeinsam mit Bruder Jonas haben die beiden den Helikopter gleich am 27. Dezember zurückgebracht. „Leider war das einer unserer meist verkauften Weihnachtsartikel“, erklärt Verkäuferin Birgit Kriebel den beiden und fügt hinzu, dass sie daher den defekten Helikopter nicht gleich umtauschen könne, sondern warten müsse, bis der Hersteller Nachschub geliefert habe. Grundsätzlich sei ein Umtausch aber kein Problem erklärt Kriebel, lediglich den Kassenzettel müssten die Kunden mitbringen. Dann gebe es entweder ein anderes Spielzeug oder einen Gutschein. Geld werde in der Regel nicht zurückbezahlt.

Ob Gutschein oder Geld zurück: Wenn das Weihnachtsgeschenk nicht den Vorstellungen entspricht, möchten übrigens rund 37 Prozent der Deutschen dieses beim Händler zurückgeben. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Aris. 13 Prozent hätten sich für eine ganz andere „Umtauschart“ entschlossen, so das Institut: Sie verschenken ungeliebte Weihnachtsgaben einfach weiter.

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