Viktoria muss lernen, den Sack zuzumachen

Erstellt: 10. Oktober 2012, 23:30 Uhr
Viktoria muss lernen, den Sack zuzumachen Bei jeder Gelegenheit konsequent zupacken, fordert Trainer Sascha John. Für seinen Geschmack lässt seine Mannschaft zu viele gute Chancen leichtfertig aus. Foto: Eigner

Eine seltsame Phase durchlebt der FC Viktoria Enzberg derzeit. In fast jedem Spiel dominiert er seine Gegner – zumindest eine Halbzeit lang. Doch der Blick auf die Tabelle der Kreisklasse A1 ernüchtert: Drittletzter. Trainer Sascha John aber lässt sich davon nicht verrückt machen, er vertraut seiner Mannschaft.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Enzberg. Der Auftritt beim 1. FC Kieselbronn am Sonntag war irgendwie symptomatisch für die vergangenen Wochen. „Wir gewinnen die Spiele nicht, in denen wir überlegen sind. Hätten wir nach 60 Minuten 4:0 geführt, kein Kieselbronner hätte sich beschwert“, berichtet Sascha John. Stattdessen aber stand es nur 2:0 für Enzberg. „Wir vergessen, das 3:0 zu schießen, kriegen in der 75. ein saublödes Gegentor, fangen an zu schwimmen und kassieren in der 88. den Ausgleich“, ärgert sich der Enzberger Trainer über zwei verschenkte Punkte.

Worüber er selbst noch rätselt: „Wir schaffen es irgendwie nicht, 90 Minuten konstant zu spielen. Entweder wir verschlafen die erste Halbzeit und starten dann durch, oder wir spielen in der ersten Halbzeit klasse und fallen nach der Pause ab.“ In Gesprächen mit der Mannschaft versucht Sascha John, diesem Phänomen auf die Spur zu kommen. „Die Jungs wissen selber nicht, warum. Wir zeigen ja immer 45 Minuten lang, dass wir es können. Untereinander ist auch alles okay.“

Der Teamgeist stimmt also, und deshalb ist Sascha John auch sicher, dass demnächst auch die Resultate stimmen. „Die nächsten drei Spiele sind das ganz wichtig“, mahnt John. Bereits am kommenden Samstag tritt der FC Viktoria gegen Germania Singen II an. „Ich spiele ungern gegen Zweier-Mannschaften an einem anderen Tag als deren Erste spielt. Man weiß nie, ob die nicht zwei, drei Mann aus der Ersten einsetzen“, ist dem Enzberger Trainer nicht ganz wohl dabei. Doch das Spiel musste wegen des Enzberger Pretema-Cup um einen Tag vorverlegt werden. Bereits am Donnerstag kommender Woche ist Viktoria Enzberg zu Gast beim VfB Pforzheim (18.30 Uhr), am Sonntag darauf folgt das Auswärtsspiel beim FV Öschelbronn II.

Personell steht es derzeit eigentlich zum Besten. Bis auf Stammtorhüter Bastian Voges, der nach seiner Knie-OP erst im kommenden Frühjahr wieder zur Verfügung steht, sind alle Spieler einsatzfähig. „Am vergangenen Sonntag hat zum ersten Mal kein Feldspieler gefehlt, auch das stimmt mich für die nächsten Spiele zuversichtlich“, so Trainer John.

Auf der Torhüterposition herrscht allerdings steter Wechsel. Zum Saisonbeginn stand Daniel Rolle im Kasten, zog sich dann aber einen Kreuzbandriss zu. Danach bot Eike Braun als Schlussmann starke Leistungen, fiel aber am vergangenen Sonntag wegen eines grippalen Infekts aus. Für ihn sprang Udo Kowalski ein. „Er ist zwar unser Notnagel, aber ein Klasse-Torhüter. Die jungen Spieler profitieren von ihm, weil er von hinten raus viel dirigiert“, lobt Sascha John, den Reserve-Reserve-Reserve-Torhüter, der ansonsten als Trainer der Enzberger Fußballfrauen fungiert. Übermorgen soll der wieder genesene Eike Braun im Tor stehen – und dabei zugleich seinen Abschied geben. Der junge Keeper geht für einige Monate nach Australien. Möglicherweise schon in der kommenden Woche im Auswärtsspiel beim VfB Pforzheim wird deshalb Patrick Volz das Enzberger Tor hüten. Nach längerer Fußballpause hat der gelernte Schlussmann unlängst wieder mit dem Training begonnen und bereits Einsätze mit der zweiten Enzberger Mannschaft absolviert. Sascha John stellt allerdings klar: „Sobald Bastian Voges wieder fit ist, wird er auch spielen.“ John weiß, was er an dem langen Schlaks hat: „Etliche Vereine, die zwei Klassen höher spielen, wären froh einen solchen Torhüter zu haben.“

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