Viele Ideen scheitern am knappen Geld

Erstellt: 29. September 2010, 00:00 Uhr
Viele Ideen scheitern am knappen Geld Der Wiernsheimer Hauptamtsleiter Markus Motschenbacher mit dem vor zwei Jahren vorgestellten Grobkonzept für eine umweltfreundliche Mobilität an der Wiernsheimer Ortsdurchfahrt vor dem Rathaus. Einige Vorschläge sind bereits umgesetzt. Ein Bürgerbuss mit ehrenamtlichen Fahrern wird bald starten. Foto: Franz

Vor zwei Jahren hat die Gemeinde Wiernsheim ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben – Pinacher fordern Ortsumgehung

Vor zwei Jahren hat die Gemeinde Wiernsheim ein „Grobkonzept für eine umweltfreundliche Mobilität“ in Auftrag gegeben. Ein Vorschlag des Experten Dr. Ralf Determeyer war die Einrichtung eines Bürgerbusses, und immerhin diese Idee wird umgesetzt. Andere Schritte lassen auf sich warten.

Von Gerhard Franz

Wiernsheim. Im Rahmen einer Dokumentation hat die Gemeinde von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg in Karlsruhe eine Bestandsanalyse erarbeiten lassen, was den Verkehr und die Frage der Mobilität betrifft. Rund ein Drittel der Kosten für die Expertise übernahm das Land.
 Hauptamtsleiter Markus Motschenbacher: „In erster Linie ging es darum, der Gemeinde Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich der Verkehrslärm und die Schadstoffe reduzieren lassen. Untersucht wurde auch das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs.“ Laut Motschenbacher sei von Anfang an klar gewesen, dass die Vorschläge nicht eins zu eins umgesetzt werden könnten. Eine erfolgreich umgesetzte Maßnahme sei die Ortsumgehung in Richtung Wurmberg.

 Als problematisch erweist sich jedoch seit Längerem die enge Ortsdurchfahrt in Pinache, wo die Anwohner der viel befahrenen Landesstraße seit Jahren eine Ortsumfahrung fordern. In der Zwischenzeit gibt es eine Planskizze, wie eine Umgehung westlich des Ortsteils aussehen könnte. Ein Problem ist jedoch, dass die angedachte Trasse auf Gemarkung Öschelbronn liegt.

 Im neuen Flächennutzungsplan wird neben der westlichen auch eine östliche Trasse ausgewiesen. Doch wegen der knappen Kassen des Landes sieht Wiernsheims Bürgermeister Karlheinz Oehler keine Chance auf einen raschen Baubeginn. Regelmäßig spricht der Rathauschef von einem möglichen Zeithorizont von zehn bis 15 Jahren.

 Ein Wunsch der Gemeinde Wiernsheim ist außerdem ein Kreisverkehr an der so genannten Waldenserkreuzung in Pinache, die bisher durch eine Ampel geregelt wird. Durch einen Kreisverkehr würde sich die Lärmbelastung verringern, lautet ein Argument. Eine Belastung für die Anwohner der Hauptstraße ist insbesondere der Autobahnumleitungsverkehr. Greift diese Ausweichstrecke, rollten von Heimsheim kommend über Wiernsheim und Pinache der Umleitungsverkehr nach Öschelbronn und Niefern. Nachts, so die Anlieger, bringe sie der Schwerlastverkehr um den Schlaf.

Gemeinde sucht noch ehrenamtliche Fahrer
 für den Bürgerbus

 „Auch was den Bürgerbus betrifft, gibt es noch einige Hürden zu bewältigen“, sagt Hauptamtsleiter Markus Motschenbacher. Wie berichtet, soll das neue Angebot mit ehrenamtlichen Fahrern im Alter zwischen 21 und 70 Jahren in Wiernsheim und den Ortsteilen betrieben werden. Ausgangspunkt und Endstation ist die Bushaltestelle in der Ortsmitte von Wiernsheim.

 Bisher haben sich laut Motschenbacher 14 Kandidaten als Fahrer gemeldet. Doch für einen sinnvollen Betrieb seien mindestens 20 Helfer notwendig, heißt es im Wiernsheimer Rathaus. Bei der Gemeindeverwaltung hofft man daher inständig, dass sich in den nächsten Wochen noch weitere ehrenamtliche Kräfte für diese Aufgabe melden.

 Worüber in Wiernsheim ebenfalls nachgedacht wird, ist eine Busverbindung über Mönsheim nach Weissach. Doch auch in diesem Fall werde es nicht einfach, diesen Wunsch zu erfüllen, stellt Markus Motschenbacher fest. Ein Grund: Während sich die Enzkreisgemeinden im Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis befinden, liegt Weissach, von wo aus die Busse nach Leonberg und Sindelfingen starten, im Zuständigkeitsgebiet des Verkehrsverbundes Stuttgart. Gleichzeitig gibt es, was die Busverbindungen betrifft, eine weitere schlechte Nachricht. Ab Dezember fahren die Busse nicht mehr bis nach Nußdorf, sondern nur noch bis Iptingen. Der Probelauf für eine Verlängerung der Linie, um in Nußdorf einen Anschluss an den Bus nach Stuttgart zu erhalten, wird eingestellt. Die Nachfrage war zu gering.

 Am „Ball bleiben“ will die Gemeinde Wiernsheim bei den Radwegen, gebe es doch auch in dieser Hinsicht vielfältige Wünsche aus der Bevölkerung. Doch in diesem Fall hängt vieles an der Frage des Grunderwerbs – und wie so oft am Geld.

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