Viel Gemüse, viel Salat und wenig Fett

Erstellt: 31. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Viel Gemüse, viel Salat und wenig Fett „Damit er richtig matscht“: Stefanie Stüber mag den Kartoffelsalat am liebsten ganz dünn geschnitten. Foto: Appich

Ringer-Europameisterin Stefanie Stüber trainiert hart und ernährt sich bewusst

Mühlacker – „Bewusst ernähren und viel trainieren“, nach dieser Devise lebt Stefanie Stüber. Die Ringerin aus Mühlacker kocht gern, isst schon mal herzhaft, achtet aber darauf, dass viel frisches Gemüse und Salat im Einkaufswagen landet, und dass Wurst, Käse und Fleisch wenig Fett enthalten. Mit der amtierenden Europameisterin in der Klasse bis 63 Kilogramm endet die sportliche MT-Weihnachtsserie.

VON RAINER APPICH

 Weihnachten ist für Stefanie Stüber in erster Linie ein Fest der Familie. „Ich bin gerne hier in Mühlacker bei meiner Familie und gerne bei der Familie von meinem Freund Heinz in Bad Reichenhall.“ Kein Wunder also, dass wir die beiden am Morgen des Heiligen Abends bei Stefanies Eltern in Mühlacker antreffen.

 „Es gibt Fleischküchle mit Kartoffelsalat“, erzählt die 25-Jährige, während sie die Kartoffeln aufsetzt. Ganze drei Tage blieben ihr für die Familie in Mühlacker, dann gehe es weiter nach Bad Reichenhall. Einmal um die Familie des Freundes zu besuchen, zum anderen um sich wegen ihres Kreuzbandrisses nochmals untersuchen zu lassen und die weiteren Schritte des Aufbautrainings zu besprechen. Die Fahrerei über die Feiertage sei für sie kein Stress, sagt die 171 Zentimeter große Sportlerin vom ASV Karlsruhe-Daxlanden. Sie sei es gewohnt, mit der Nationalmannschaft viel zu reisen und außerdem: „Ich fahre sehr gern Auto.“

 Mit dem Heilungsprozess ihrer Knieverletzung ist sie zufrieden. „Es sieht bis jetzt ganz gut aus, und ich bin schmerzfrei“, erzählt sie. Jetzt gehe es darum, Kraft, Technik und Ausdauer wieder zu bekommen. Seit zwei Wochen könne sie wieder regelmäßig zum Joggen gehen. „Ich war auch schon auf der Matte, um einige Techniken zu üben.“ Denn ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

 Das Training absolviert die Hauptgefreite der Sportfördergruppe der Bundeswehr meistens im Bundesleistungszentrum in der Ringerhochburg Schifferstadt. Zwei Trainingseinheiten am Tag von jeweils eineinhalb bis zwei Stunden Dauer sind dabei die Regel. „Es gibt über die Bundeswehr für uns die Möglichkeit in Schifferstadt essen zu gehen, aber da wird mir manchmal zu fett gekocht“, sagt die Europameisterin. Deshalb koche sie so oft wie möglich in ihrer Hockenheimer Wohnung.

 „Beim Einkaufen achten wir darauf, dass Käse und Wurst fettarm sind, und wir mageres Fleisch einkaufen.“ Viel Gemüse und viel Salat kommen auf den Tisch, aber es darf zwischendurch auch einmal etwas Kalorienreicheres sein. Rahmschnitzel mit handgeschabten Spätzle, nennt sie als ihr Leibgericht: „Dazu einen Kartoffelsalat, auch wenn er nicht wirklich dazu passt.“ Sehr wichtig dabei, die Kartoffelscheiben müssen sehr dünn geschnitten sein: „Damit es richtig matscht.“

 Abnehmen, oder wie es in Ringerkreisen heißt „Abkochen“, um auf das ideale Kampfgewicht zu kommen, ist für Stefanie Stüber kein Fremdwort. Bis zu drei Kilogramm kann sie in den Tagen vor einem Wettkampf abkochen. „Nicht in der Sauna, nur durch scharfes Training, so haben wir es vom Papa gelernt“, sagt sie. Schon im zarten Kindesalter haben Stefanie und ihre Schwester ihren Vater Manfred zum Training begleitet. Zu Anfang hätten sie beide nur rumgealbert, später aber richtig ernsthaft mit dem Sport begonnen, erklärt die 25-Jährige. Seit 16 Jahren ringt sie nun aktiv: „Wenn man Stüber heißt und aus Mühlacker stammt, kommt man am Ringen nicht wirklich vorbei.“

Das Lieblingsrezept von Stefanie Stüber: Rahmschnitzel

Zutaten für 4 Personen:
4 magere Schnitzel (Kalb oder Schwein)
Öl oder Butterschmalz
Schwarzer Pfeffer, Salz
2 Esslöffel Mehl
1 gestrichener Teelöffel Paprika edelsüß
1/8 Liter trockener Weißwein
1/8 Liter süße Sahne
Brühwürfel oder Instantpulver für 1/2 Liter Brühe
Ein Päckchen Bratensoße für Rahmbraten, je nach Geschmack

Zubereitung:
Das Fleisch leicht klopfen, auf beiden Seiten mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen und mit Mehl bestäuben. Öl oder Butterschmalz in einer großen Pfanne heiß werden lassen. Die Schnitzel in dem heißen Fett von jeder Seite ungefähr zwei bis drei Minuten (je nach Dicke) bei mittlerer Temperatur braten. Auf einem vorgewärmten Teller zugedeckt warm halten.

 Die Pfanne von der Herdplatt nehmen,  einen Teelöffel Paprika und einen Esslöffel Mehl kurz in das Bratfett rühren und mit Weißwein und Sahne ablöschen. Brühwürfel oder Instantpulver für 1/2 Liter Flüssigkeit dazu geben und das Ganz noch einmal kurz aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Schnitzel wieder hineinlegen, kurz ziehen lassen und servieren.

 Dazu isst Stefanie Stüber am liebsten handgeschabte schwäbische Spätzle und einen Kartoffelsalat aus extrem dünn geschnittenen, fest kochenden Kartoffeln,  angemacht mit einem Viertelliter Fleischbrühe.ra

Weiterlesen
Das große Rad drehen

Das große Rad drehen

„Sternenfelser Gespräche“ mit dem Referenten Dr. Ing. Torsten Bahke vom Deutschen Institut für Normung (DIN) Eine regionale Erfolgsgeschichte ist um ein weiteres Kapitel reicher: Dr. Ing. Torsten Bahke, Direktor des… »