Vandalen vergreifen sich an Skulptur

Erstellt: 29. März 2012, 23:30 Uhr
Vandalen vergreifen sich an Skulptur Ein 28000-Euro-Werk als Opfer von Vandalismus: Zahlreiche Splitter in der Wiese, geritzte Schrift auf der Innenfläche der Röhre und Verpackungsmüll zeugen vom respektlosen Treiben.

Von Maik Disselhoff

Maulbronn. Unmittelbar vor dem Maulbronner Kloster ziehen seit November des vergangenen Jahres die ersten Kunstobjekte des Skulpturenwegs die Blicke der Passanten auf sich. Doch eines der vier Werke auf der Grünfläche westlich der Klosteranlage ist bereits beschädigt worden.

Ulrich Baumann von der Liste Mensch und Umwelt hatte im Gemeinderat darauf aufmerksam gemacht, dass die Informationstafeln zu den Objekten fehlten. Außerdem wollte der Stadtrat wissen, ob die Sandsteinscherben auf der Wiese von der Skulptur stammen. Aus der Antwort des Stadtbaumeisters Karl Velte ging hervor, dass es hinsichtlich des Skulpturenwegs, einem Projekt des Enzkreises, einen ersten Fall von Vandalismus zu beklagen gibt. Wie unsere Zeitung erfuhr, erwägt die Stadtverwaltung, Anzeige zu erstatten.

Das betroffene Objekt mit dem Titel „Dismantling a Column“, was zu deutsch ironischerweise so viel heißt wie „Demontage einer Säule“, hat der Künstler Hans Michael Franke geschaffen. Preis: 28000 Euro. Die Stadt Maulbronn sowie mehrere Sponsoren teilten sich den Betrag, der Sandstein für die Skulptur stammt aus einem Steinbruch aus der Klosterstadt.

Die Innenwand des Objekts wurde großflächig mit Schriftzügen und Gekrakel verunziert – vermutlich eingeritzt mit den Sandsteinscherben, die zuvor aus der Skulptur herausgebrochen worden waren.

Aber auch ohne die Zeitgenossen, die sich an dem Werk vergriffen haben, wird die Skulptur zu einem Problemfall. Davon ist Velte überzeugt, der das Objekt im Beisein des Künstlers auf dem Rasen am Friedhofweg platziert hat. „Bereits bei der Aufstellung hatte die Skulptur einen kleinen Riss.“ Es gebe weitere brüchige Stellen, an denen der Frost nagen werde, prophezeit der Rathausmitarbeiter.

Im Gegensatz zu den drei anderen Kunstwerken scheint bis jetzt nur die Sandsteinskulptur respektlose Kunstbanausen herauszufordern. Die Schilder, die über die einzelnen Objekte in knapper Form Auskunft geben, fehlen jedoch alle. „Mittlerweile haben wir sie wiedergefunden. Sie waren abgerissen und in der näheren Umgebung weggeworfen worden. Zum Teil wurden die Schilder beschädigt“, berichtet Velte, der die Informationstafeln aus Aluminium mit stärkeren Schrauben erneut auf dem Betonsockel montieren und aus gegebenem Anlass zusätzlich verkleben lässt. 500 Euro fallen allein dafür an.

Eine Frage im Zusammenhang mit den unerfreulichen Vorkommnissen ist, wer generell für die Skulpturen zuständig ist: die Stadt oder der Enzkreis, der das Projekt auf den Weg gebracht hat? Das müsse jetzt geklärt werden, so Velte.

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