Unter Schmerzen zum DM-Triumph

Erstellt: 31. Januar 2012, 00:30 Uhr
Unter Schmerzen zum DM-Triumph Trainer Nurettin Yilmaz hat Roxana Nothaft nach ihrer langen Verletzungspause behutsam wieder fit gemacht. Foto: privat

Bielefeld (pm/eig). Bei Deutschen Taekwondo-Meisterschaften ist Roxana Nothaft eine Bank. Bei ihrer neunten Teilnahme an einer DM gab es nun auch den neunten Titel; diesmal in der Jugend in der Klasse bis 52 Kilogramm. Allerdings hatte die Mühlackerin diesmal in der Vorbereitung einige Widrigkeiten überwinden müssen. Bei ihrem Sieg bei den nationalen Junioren-Meisterschaften Ende Oktober vergangenen Jahres hatte sie sich den linken Fuß gleich doppelt gebrochen. Die Folge waren ein Trainingsausfall von vielen Wochen und etliche Reha-Maßnahmen.

„Ich habe erst vor drei Wochen, also nach den Weihnachtsferien erstmals wieder trainiert“, berichtet Roxana Nothaft. Entsprechend unsicher war sie, wie ihre Form bei der DM sein würde. Zudem sei der Bruch zwar verheilt, wirklich schmerzfrei sei sie jedoch noch nicht. „Das wird auch noch lange Zeit dauern. Bei bestimmten Techniken, oder wenn ich nicht sauber treffe, tut es schon noch weh. Und joggen kann ich auch nicht, weil der Fuß die Belastung noch nicht aushält.“

Geschwister Tamara und TimoNothaft scheiden frühzeitig aus

Mit viel Fleiß und behutsamer Steigerung des Pensums wurde Roxana Nothaft trotzdem rechtzeitig fit. Ihr Trainer Nurettin Yilmaz sah vier souveräne Kämpfe seines Schützlings bei den Titelkämpfen in Bielefeld. Nach vorzeitigen Siegen gegen Laura Pimer (TKD Cappel) mit 16:1 und Seka Begüm (TKD Gladbeck) mit 14:2, wurde Roxana Nothaft erstmals im Halbfinale etwas gefordert. Doch auch hier setzte sie sich für den KSC Leopard Nürnberg startend, wo sie ein Sportinternat besucht, souverän mit 15:8 Punkten gegen Sare Danaci (TSC Gladbeck) durch. Auch deren Vereinskameradin Emine Hassanoglu (TSC Gladbeck), immerhin Dritte der Europameisterschaft der Kadetten von 2011, konnte dem druckvollen und gleichzeitig klugen Kampfstil Nothafts im Finalkampf nicht viel entgegensetzten und unterlag mit 8:15 Punkten.

Die nächsten wichtigen sportlichen Ziele warten auf Roxana nun im Zwei-Wochen-Takt. Zunächst geht es zusammen mit ihrer Schwester Tamara Nothaft (TKD Korntal) mit der Nationalmannschaft nach Schweden zur Trelleborg Open, wo 1169 Teilnehmer gemeldet sind. Vorher aber absolviert sie noch einen Nationalmannschafts-Lehrgang in Hennef. Nach dem Turnier in Schweden folgt voraussichtlich die Teilnahme an den Deutschen Senioren-Meisterschaften, dann die German Open, wo etwa 1200 Teilnehmer erwartet werden. Ein gutes Abschneiden bei diesen Turnieren sollte die Chance auf eine Nominierung zur Teilnahme an der Jugend-Weltmeisterschaft Anfang April in Ägypten deutlich erhöhen. „Die WM ist mein Hauptziel dieses Jahr, zunächst einmal die Teilnahme“, verrät Nothaft. Und es wäre zugleich der Schlusspunkt ihrer Laufbahn im Nachwuchsbereich. „Ich könnte auch das restliche Jahr noch auf Jugendturnieren starten, aber das bringt mir dann ja nichts mehr“, so Nothaft, die sich dann lieber verstärkt auf Turnieren im Seniorenbereich die Hörner abstoßen will.

Als „sehr schade“ bezeichnet Roxana Nothaft das frühe Aus ihrer jüngeren Schwester Tamara bei diesen Deutschen Meisterschaften. Die 15-Jährige agierte in der Klasse bis 55 Kilogramm unglücklich. Nach einem sicheren Erstrundensieg mit 13:4 Punkten, gab sie vier Sekunden vor Ende des Zweitrundenkampfes eine Führung von 7:5 aus der Hand, musste dann in der Verlängerung den „Golden Point“ hinnehmen und schied ohne Medaille aus. „Sie hat ein wenig unüberlegt angegriffen, aber es ist natürlich auch Pech, dass der Gegnerin dann Sekunden vor Schluss ein Treffer gelingt, der gleich zwei Punkte zum Ausgleich gebracht hat“, analysiert Roxana Nothaft die etwas zu offensive Kampftaktik ihrer Schwester.

Auch Timo Nothaft (TKD Korntal), der 14-jährige Bruder, der erst eine Woche zuvor sein erstes Bundesranglistenturnier der Jugend mit einem dritten Platz abgeschlossen hatte, musste sich in der Klasse bis 45 Kilogramm bereits in den Vorkämpfen beugen.

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