Und die ganze Welt feiert mit

Erstellt: 29. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Und die ganze Welt feiert mit 1990 berichtete das MT über Ufuk Öner als Neujahrsbaby.

Mühlacker Neujahrsbabys und was aus ihnen geworden ist – Heute: Ufuk Öner, geboren 1990

Mühlacker – Als ersten taufrischen Neubürger, der sich ins Mühlacker Geburtenregister der 90er Jahre eintrug, stellte unsere Zeitung in den ersten Tagen des Jahrzehnts den kleinen Ufuk Öner vor. 18 Jahre später gibt es vom inzwischen gar nicht mehr kleinen Neujahrsbaby mehr zu berichten als Geburtsgewicht und -größe, hat der junge Mann doch eine beachtliche schulische Laufbahn vorzuweisen.

VON CAROLIN BECKER

Der Schülerausweis belegt es: Der 1. Januar 1990 ist auch dort als Geburtsdatum eingetragen. „Viele fragen: Stimmt das wirklich?“, gibt Ufuk Öner die gängige Reaktion auf jenen Tag wieder, den er sich zum Start ins Leben ausgesucht hat.

 Das Datum stimmt – und wenn es sich demnächst wieder einmal jährt, dass Emine Öner etwas früher als geplant ihren zweiten Sohn im Mühlacker Krankenhaus zur Welt gebracht hat, dann freut sich dieser, auch vor dem Gesetz erwachsen geworden zu sein. Das wichtigste Geburtstagsgeschenk hat sich Ufuk Öner zum 18. selbst gemacht. Seinen Führerschein wird er mit Erreichen der Volljährigkeit endlich in den Händen halten, nachdem er bereits Anfang Dezember die Prüfung bestanden hat. Eine andere ist für den jungen Mann auch in Sichtweite gerückt: In knapp eineinhalb Jahren möchte Ufuk das Abitur in der Tasche haben.

 Dabei hatte er nach den Grundschulen im Heidenwäldle und in Lienzingen zunächst die Mühlacker Schiller-Hauptschule besucht. Diese schloss Ufuk 2005 als Jahrgangsbester ab und erhielt einen Preis für besonders gute Leistungen. Danach nutzte er die Werkrealschule, um sich für einen noch höheren Bildungsabschluss zu qualifizieren. Inzwischen ist er in der zwölften Klasse der Pforzheimer Fritz-Erler-Schule angekommen. „Danach möchte ich studieren, vielleicht Wirtschaft oder etwas im Bereich Informatik“, formuliert der noch 17-Jährige seine Zukunftspläne. Als Vorbild diene ihm sein älterer Bruder Ümit, der sich dem Maschinenbauwesen widme. Das Lernen, bedauert der Mühlackerer leise, lasse ihm allerdings nicht mehr genügend Zeit, um einem früher gepflegten Hobby nachzugehen – dem Fußballspielen. Lange habe er für den FV Lienzingen die Kickstiefel geschnürt, erzählt Ufuk, der Sport im Allgemeinen, Leichtathletik und Volleyball im Besonderen liebt und sein Talent darin auch in der Abiturprüfung unter Beweis stellen will.

 Nicht von Nachteil dürfte dabei Ufuks Körpergröße sein, sind doch aus den 58 am Tag seiner Geburt gemessenen Zentimetern knapp 18 Jahre später 188 geworden. Dieser Wert wird bald im deutschen Pass nachzulesen sein, den Ufuk beantragt hat. „Ich lebe hier in Deutschland, da möchte ich auch die Staatsangehörigkeit haben“, begründet der Gymnasiast, weshalb er den dafür nötigen bürokratischen Aufwand nicht gescheut hat.
 Mühlacker ist seit vielen Jahren Lebensmittelpunkt der Familie, zu der neben den Eltern Nevzat und Emine und deren drei Söhnen auch Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen zählen. „Wir sind schon viele Leute, wenn wir Silvester und meinen Geburtstag feiern“, erzählt Ufuk Öner vom großen Kreis, der sich zur Jahreswende versammle. Doch sein Blick geht auch darüber hinaus. „Für mich ist es ein schönes Gefühl, dass die ganze Welt mit mir mitfeiert“, begründet der Gymnasiast, weshalb ihm sein Geburtstag nicht nur ungläubige Nachfragen, sondern auch eine ganz andere Reaktion einbringe: „Geboren an Neujahr? Wirklich? Super für Dich!“

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