Unbekannte verwüsten Gräber

Erstellt: 29. September 2007, 00:00 Uhr

Empörung in Zaisersweiher – In zwei Fällen rechtsextreme Symbole aufgesprüht

Maulbronn-Zaisersweiher – Vermutlich jugendliche Vandalen haben in der Nacht auf Freitag mehrere Gräber auf dem Friedhof in Zaisersweiher verwüstet. Die Unbekannten stießen Grabsteine um und zerstörten den Grabschmuck. Auf zwei Grabstellen wurden rechtsextreme Symbole aufgesprüht.

VON THOMAS EIER
UND FRANK GOERTZ

Weil Hakenkreuze und rechtsextreme Schriftzüge („Adolf“) im Spiel sind, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen nach den Tätern übernommen. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte aber gestern Abend ein Polizeisprecher in Pforzheim, es deute nichts darauf hin, dass die Schmierereien tatsächlich einen ernsthaften rechtsextremen Hintergrund hätten. Auch die Grabsteine, auf denen die nächtlichen Friedhofsbesucher ihre „Visitenkarte“ hinterließen, sind nach dem Eindruck der Polizei willkürlich ausgewählt worden. Es sei davon auszugehen, hieß es, dass die Taten nicht politisch motiviert, sondern der puren Zerstörungswut entsprungen seien.

 Im Maulbronner Stadtteil sorgen sie nichts desto trotz für allgemeine Empörung. „Ich habe heute morgen von den Schmiereien gehört, als ich zu Besuch bei einer Frau aus dem Ort war“, erzählt der evangelische Pfarrer von Zaisersweiher, Hansjörg Lechler. „Der Grabstein einer ihrer Angehörigen war mit einem Hakenkreuz beschmiert. Die Frau war sehr bestürzt, dass es so etwas bei uns gibt.“

 Er selbst könne sich an keinen ähnlichen Vorfall in seiner Gemeinde erinnern, meint der Seelsorger. Allerdings gingen auch die Angehörigen im Ort wie die Polizei davon aus, dass die betroffenen Grabstellen nicht gezielt verunstaltet wurden. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Täter bestimmte Familien treffen wollten.

 Ob es sich um einen schlichten Dumme-Jungen-Streich handelt oder ob es doch eine andere Motivation für die Schmierereien und Sachbeschädigungen geben könnte, vermag Pfarrer Hansjörg Lechler auf Anhieb nicht zu sagen. „Bei meinem derzeitigen Wissensstand traue ich mir nicht zu, das zu beurteilen.“ Er wollte aber am Freitagabend nicht ausschließen, in seinem Gottesdienst am Sonntag auf die Vorfälle einzugehen.

 Ebenfalls in der Nacht auf Freitag sind nach Angaben der Polizei auch in Maulbronn und Schmie neue Schmierereien aufgetaucht. Nicht nur für die Ermittler liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei den Urhebern um die gleichen Täter wie in Zaisersweiher handeln könnte.

Weiterlesen

FC Nöttingen zieht an die Kreuzeiche um

Remchingen-Nöttingen (dpa/eig). Fußball-Oberligist FC Nöttingen wird sein Heimspiel in der ersten Runde des DFB-Pokals am 19. August im 80 Kilometer entfernten Reutlingen austragen, das gab der Verein gestern bekannt. Im… »