Ulli Stengel geht nach der Saison

Erstellt: 28. Februar 2012, 00:30 Uhr
Ulli Stengel geht nach der Saison Die SG Ölbronn-Dürrn will sich nach der Saison von Ulli Stengel trennen. Der 46-Jährige hat auch nach 16 Jahren als Fußballtrainer nach wie vor großen Spaß an seinem Job und erklärt, dass er für neue Herausforderungen offen sei. Doch jetzt gilt die volle Konzentration dem Rückrundenstart.

Von Maik Disselhoff

Ölbronn-Dürrn. Fußball lebt von Überraschungen – nicht nur auf dem Platz. Auch an der Seitenlinie sorgen plötzliche Trainerwechsel immer wieder für Schlagzeilen. Und mittlerweile ziehen die Vereine auch an der Fußballbasis in der Region viel schneller die Reißleine als noch vor Jahren. Stimmt die Leistung nicht, ist der Verantwortliche oft schnell gefunden. Dann hat der Trainer ausgedient, ein neues Gesicht verspricht frischen Wind.

Doch bei der SG Ölbronn-Dürrn liegt der Fall anders. Der Fußballmotor der Spielgemeinschaft läuft rund. Die Mannschaft von Trainer Ulli Stengel steht in der Kreisklasse A1 Pforzheim vor dem Beginn der Rückrunde am kommenden Sonntag auf dem dritten Platz hinter der SpVgg Zaisersweiher und dem FV Knittlingen. Doch auch wenn das Team derzeit gut in Schuss ist, will sich der Verein nach der Rückrunde von seinem erfolgreichen Fußballtrainer trennen.

Der Vorsitzende der SG Ölbronn-Dürrn, Dieter Klimpke, bestätigt die Information unserer Zeitung. Vor rund einer Woche habe es ein „nettes Gespräch“ mit dem Trainer gegeben, so der Vereinschef. Klimpke erklärt, dass er mit der Leistung von Stengel, den er als „super Typ“ bezeichnet, voll zufrieden sei. Doch drei Jahre bei einem Verein seien genug, so Klimpke. Dies sei schon immer sein Standpunkt gewesen. „Und wenn ich einen Trainer besonders schätze, dann mache ich mir erst recht Gedanken über ein viertes Jahr.“ Der Erwartungsdruck von außen würde im vierten Jahr steigen, meint Klimpke. Es klingt fast so, als wolle der Vereinschef seinen erfolgreichen Coach vor einem möglichen Misserfolg durch rechtzeitige Kündigung bewahren. Für den erfahrenen Ulli Stengel geht dies auch in Ordnung. „Der Verein hat’s beschlossen, und das ist völlig legitim“, sagt der 46-Jährige, der über die A-Lizenz verfügt, zu dem Schnitt nach dem Saisonfinale. Dass das Ende seiner Mission bei der SG Ölbronn-Dürrn absehbar ist, stört den Coach nicht. „Ich werde meine Arbeit konzentriert weiterverfolgen“, betont der für gewöhnlich gelassene und besonnene Dirigent, der als Ziel einen Relegationsplatz ausgibt. Er sei jedenfalls nach wie vor motiviert und wolle mit der Mannschaft etwas reißen, so Stengel.

Am Mittwoch folgt ein zweiter Test gegen Eisingen

Für die Rückrunde ist das Team gut gerüstet. Bisher gibt es bei der Spielgemeinschaft noch keine lange Verletztenliste. An der Seite von Stengel wird als Co-Trainer wieder Gero Italiano für Entlastung sorgen. Am vergangenen Samstag gab es für Stengels Kader einen ersten Härtetest beim SV Iptingen. Dort verlor seine Truppe mit 2:4. Man habe gesehen, dass die Spielpraxis fehle, so Stengel. Am Mittwoch wird es auswärts noch einmal einen Test gegen den FSV Eisingen geben, bevor dann am kommenden Sonntag zuhause gegen den TSV Wurmberg-Neubärental die Jagd auf Punkte beginnt (Anpfiff 15 Uhr).

In der ersten Begegnung der Rückrunde muss Ulli Stengel auf Stürmer Florian Breit verzichten, der sich zu Beginn der Wintervorbereitung eine Außenbandverletzung am Knie zugezogen hat. Allerdings habe er für Breit Alternativen, so der Trainer. Ein Fragezeichen steht hinter dem Abwehrspieler Vitali Rolsin, der zurzeit mit einer Erkältung kämpft.

Während man das Hinspiel nur „glücklich“ mit 2:0 gewonnen habe, soll nun ein klarer Sieg gegen den Tabellenachten her. Und wer weiß, vielleicht gelingt Ulli Stengel mit seiner Mannschaft nicht nur in der nächsten Partie ein Etappensieg, sondern am Ende der Spielzeit auch der Einzug in die Relegation. Der Traum vom Aufstieg wäre dann zum Greifen nah. Ironie des Schicksals wäre es dann allerdings auch, wenn Ulli Stengel in diesem Moment bei der SG Ölbronn-Dürrn als Trainer abtreten müsste.

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