Trolle und Tanzgarde

Erstellt: 29. Dezember 2006, 00:00 Uhr
Trolle und Tanzgarde Manfred Kraus (r.) beim närrischen Umzug mit seinen Wingert-Trollen. Foto: p

Manfred Kraus will noch in der laufenden Kampagne erste Illinger Narrenzunft gründen

Seit vier Jahren ist Manfred Kraus aus Illingen vom „Karnevalsvirus“ befallen. Jetzt will der 49-Jährige die erste Illinger Narrenzunft „Stromberg-Narren“ 2007 gründen, damit künftig auch die fünfte Jahreszeit in seiner Heimatgemeinde einen Platz im Terminkalender findet. Die Gründungsversammlung für die Stromberg-Narren ist schon am Freitag, 5. Januar, um 19.30 Uhr in der Taverne Parga an der Illinger Hölderlinstraße.

 Der Verein gründet sich nicht aus dem Nichts. Manfred Kraus ist in Sachen Karneval kein heuriger Hase. So hat er beispielsweise für die Narrenzunft Weissachtal die Häsgruppe Wingert-Trolle mit aufgebaut, die jetzt alle zu den Stromberg-Narren wechseln. Und weil seine Töchter über ausreichend Tanzerfahrung in den tollen Tagen verfügen, steht auch eine eigene Show- und Gardetanzgruppe auf dem Plan.

 Kraus ist nicht unbedingt Karnevalist von Geburt her. „Schuld“ an seiner Passion ist die älteste Tochter Sandra, die mit Dr. Faust, der Knittlinger Galionsfigur im Karneval, liiert ist. „Vor vier Jahren hat die Narrenzunft Weissachtal Leute zum Schaffen gesucht“, erinnert sich Kraus, der sich damals nicht lange hat bitten lassen, schnell zum Pressewart ernannt wurde und sich schon ein Jahr später „Arbeitspräsident“ nennen durfte.

 Weil Karneval allerdings zutiefst menschlich ist, hat es 2006, so Kraus, „privaten Knatsch gegeben, der auch ins Vereinsleben mit hineingespielt hat.“ Das Ende von Kraus’ Engagement bei der Narrenzunft Weissachtal, aber nicht das Ende seiner Liebe zum Karneval. Jetzt will er in Illingen etwas Eigenes auf die Beine stellen. Er rechnet mit einem knappen Dutzend Gründungsmitglieder. „Die Häsgruppe und die Tanzgarde sind unser rechtes und linkes Bein“, sagt Kraus. „Was dann noch kommt, ist völlig offen.“ Er sei beispielsweise schon auf Guggenmusik angesprochen worden.

 Die Gründungsversammlung findet nicht ohne Hintergedanken in der Kampagne 2006/2007 statt. „Wenn wir am Ende der Winterpause den Brauchtumsverein aus der Taufe heben, können wir noch bis Aschermittwoch an Veranstaltungen wie Umzügen, Ordensbällen und Prunksitzungen teilnehmen“, sagt Kraus. Für ihn und seine Familie stand nämlich nach der Trennung von der Narrenzunft Weissachtal fest, dass diese nicht das Ende ihrer närrischen Periode ist. „Wir wollen das Brauchtum weiter pflegen“, so Kraus. Dazu habe es mehrere Optionen gegeben. Auch sich einem anderen Verein anzuschließen. Aber unter anderem wegen der Entfernungen habe Kraus sich entschlossen, es mit einer Vereinsgründung in Illingen zu versuchen. „Dabei unterstützen uns die umliegenden Vereine“, freut sich der gebürtige Pfälzer über das Solidaritätsgefühl in den närrischen Kreisen. Das große Miteinander, bei dem keiner dem anderen etwas neide, mache für ihn den besonderen Reiz des Karnevals aus. „Wir Narren sind ein eigenes Völkchen.“

Frank Goertz

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