Trio trumpft im Abstiegskampf auf

Erstellt: 30. September 2006, 00:00 Uhr
Trio trumpft im Abstiegskampf auf Michael Schrammel aus Enzberg hat es in die FCP-Stammformation geschafft. Foto: Rubner

Krise in Nöttingen und beim FCP, doch bei Patrick Buschmann, Michael Schrammel und Martin Maier läuft es rund.

Patrick Buschmann, Michael Schrammel und Martin Maier sind sich einig: „Wir trainieren wie die Weltmeister, können es aber am Wochenende auf dem Platz nicht umsetzen“, sagen die drei Fußballer, die beim FC Nöttingen beziehungsweise beim 1. FC Pforzheim unter Vertrag stehen. Die beiden Vereine sind keineswegs optimal in die Oberligasaison gestartet. Dafür läuft es bei den drei Kickern rund.

VON DOMINIQUE JAHN

Beim FC Nöttingen hat sich Patrick Buschmann einen Stammplatz erkämpft. In der vergangenen Saison kam der 20-jährige aus Ötisheim über einige Kurzeinsätze nicht hinaus, in dieser Runde hat er bisher alle sieben Spiele von Beginn an bestritten. Meistens hinten in der Dreier- oder Viererkette. „Ich bin froh über jede Spielminute“, sagt der Linksfuß, der sich im Training aufgedrängt hat. Das sieht auch sein Trainer Rainer Ullrich und hat Vertrauen in seinen Abwehrspieler. Dennoch läuft es bei den Lila-Weißen nicht so wie gewünscht.

 Als Mitfavorit auf den Titel gestartet, halten die Nöttinger mit gerade einmal drei Punkten (1 Sieg, 6 Niederlagen) die Rote Laterne fest in den Händen. „Keiner weiß so recht, woran es liegt“, rätselt auch Buschmann. Im Training gebe jeder Vollgas, doch im Spiel könne man es nicht umsetzen, meint der Ötisheimer. Kopfschüttelnd steht der Trainer dann meist am Spielfeldrand und nach 90 Minuten lässt er völlig den Kopf hängen.

Patrick Buschmann: „Jetzt sind wir Spieler gefragt“

„Aber das Auftaktprogramm hatte es auch in sich“, weiß Buschmann. Stimmt: Ulm, Waldhof Mannheim, Sandhausen, Freiburg und die Reserve der Stuttgarter Kickers gehören zur Crème de la crème in der Oberliga. Gegen diese Teams sah die Ulrich-Truppe kein Land. Erst im sechsten Spiel gegen Bonlanden fuhr sie einen 5:0-Erfolg ein. Davor gab es allerdings eine schmerzhafte 1:2-Pleite gegen den Abstiegskandidaten Villingen.

 Für Buschmann war bisher vor allem die Partie gegen Waldhof Mannheim ein Highlight. „Vor 3000 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion gegen Ex-Profis wie Georgi Donkow zu spielen, ist schon was besonderes“, sagt er. 1:2 hieß es am Ende. Obwohl Buschmann auf der linke Seite eine gute Partie spielte.

 Seinen Stammplatz will er mit aller Macht verteidigen, auch wenn er ab Oktober nicht mehr regelmäßig trainieren kann. Sein Studium in Karlsruhe lässt ein Vormittagstraining nicht mehr zu. „Mal sehen, wie ich Studium und Fußball unter einen Hut bekomme“, blickt Buschmann nach vorne und ist überzeugt, dass sein Verein bald aus dem Tabellenkeller rauskommt: „Wir Spieler sind gefragt. Wir müssen den Karren aus dem Dreck ziehen. Mit dem nächsten Sieg platzt bestimmt der Knoten.“ Nur wenige Kilometer Luftlinie von Nöttingen entfernt, befindet sich das Stadion „Brötzinger Tal“, die Heimstätte des Ligakonkurrenten 1. FC Pforzheim und „Brötchengeber“ von Michael Schrammel und Martin Maier. Beide wechselten vor der Saison zum Traditionsclub, der nach dem Aufstieg derzeit mit fünf Punkten auf Rang 14 liegt. Zu Beginn der Saison lief es gar nicht so nach dem Geschmack von Club-Trainer Sartori. Doch nach dem zweiten Spieltag stellte der Coach um, brachte Michael Schrammel hinten links in der Viererkette oder als zweiten „Sechser“ – seitdem scheint der FCP seinen Rhythmus gefunden zu haben. Die ersten beiden Spiele kam der Enzberger noch nicht zum Zuge.

Michael Schrammel fühlt sich topfit.

„Die Umstellung von der Landesliga war schon groß, aber mittlerweile habe ich den Rückstand aufgeholt“, sagt der 20-Jährige, der zuletzt bei Germania Brötzingen am Ball war. Topfit fühle er sich, sagt er, und das obwohl er täglich von Karlsruhe, dort macht Schrammel eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, direkt ins Training fährt und dann doch schon ein bisschen geschlaucht ist, wie er verrät. Doch Schrammel hängt sich rein. Im Training und auf dem Platz gibt er alles. „Wir können nur nicht die Vorgaben des Trainers 90 Minuten umsetzen und deswegen stehen wir auch im Tabellenkeller“, sagt der Blondschopf, der durch seine Einsätze viel Selbstvertrauen getankt hat und mit guten Leistungen die Fans im Brötzinger Tal weiterhin begeistern möchte.

 Vom Umfeld des 1. FC Pforzheim ist auch Martin Maier aus Illingen sehr angetan. „Ich fühle mich wohl hier“, sagt der 21-jährige Mittelfeldspieler, der vom FV Löchgau nach Pforzheim kam. „Es ist klasse, wie man hier miteinander umgeht, vom Betreuerstab bis zum Vorstand. Für einen Oberligaverein ist es hier angenehm familiär. Das gefällt mir.“ Auch die Zuschauer würden bei Spielen immer hinter einem stehen. „Die gehen mit, wenn man mal die Grätsche auspackt“, weiß der Illinger.

Martin Maier: „Ich fühle mich wohl hier.“

Sein persönliches Ziel, sich einen Stammplatz zu erspielen, hat er noch nicht erreicht. Eine Schienbeinprellung vor der Saison warf ihn zurück. Zweimal spielte er von Anfang an, ein drittes Mal wurde er eingewechselt. Doch Maier will dranbleiben: „Klar bin ich nicht zufrieden, mir fehlt eben noch ein bisschen. Aber das schaffe ich auch noch.“ Mit seinem Teamkollegen Schrammel versteht er sich blendend. „Wir fahren gemeinsam zum Training und machen auch immer wieder Gaudi bei den Einheiten“, sagt Maier.

 Ihren Spaß haben sie auch, wenn sie gemeinsam auf die Tabelle schauen: Ihr Team, als Aufsteiger, steht vor dem Rivalen FC Nöttingen. „Dabei haben die doch von den Namen her eine super Truppe“, schüttelt Maier etwas ungläubig den Kopf. Doch er ist sich, wie auch Schrammel, sicher: „Die kommen da unten noch raus.“

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