Treppauf, treppab für den guten Zweck

Erstellt: 30. November 2011, 00:30 Uhr
Treppauf, treppab für den guten Zweck Die Macher und Förderer des Roßwager 401-Stäffeleteamlaufs freuen sich schon: Wolfgang Weidler (Enztalbank), Dr. Rainer Haas (Landrat Kreis Ludwigsburg), Wolf Eisenmann (Erster Landesbeamter Kreis Böblingen, in dessen Landratsamt die Geschäftsstelle des Plenum Heckengäu angesiedelt ist), Bertram Haak (Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen) und Andreas Maisch (Enztalbank; v.li.) an einem der steilsten Abschnitte der Laufroute. Foto: Eigner

Vaihingen-Rosswag. „Mit hohem Puls durch die Weinberge“, so lautet das Motto, das Bertram Haak, Geschäftsführer der Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen, gestern bei einem Pressegespräch ausgab. Maximal 101 Teams zu je drei bis fünf Läufer sollen als Staffel die Staffeln der Roßwager Weinberge hinauf und hinunter rennen. Die Idee zu dem Wettbewerb hatte Otto Kühnle, Chefredakteur der Kreizeitung Böblinger Bote, bei einem Besuch in Roßwag. Die Genossenschaftskellerei, Plenum Heckengäu (Projekt des Landes zur Erhaltung von Natur und Umwelt) und Stahl Sport Shop Sindelfingen setzen sie nun mit finanzieller Unterstützung der Enztalbank um. Einen 2300 Meter langen Rundkurs haben die Organisatoren sich ausgedacht, der zunächst durch den Ortskern von Roßwag führt, dann in einer großen Schleife durch die Weinberge. Rund 100 Meter beträgt die Höhendifferenz zwischen dem tiefst- und dem höchstgelegenen Punkt der Strecke.

Terminkollision mit Behr-Lauf macht laut Organisatoren nichts

Stets nur ein Läufer je Team soll auf die Strecke gehen und am Ende seiner Runde den Staffelstab an den nächsten Läufer übergeben. Nach zwei Stunden ertönt das Schlusssignal, die Zahl der gelaufenen Runden werden gewertet. Eine Sambakapelle und ein Dudelsackbläser sollen die Teilnehmer auf der Strecke anfeuern. Vom Sportgelände in Roßwag ist der Verlauf des Wettkampfes gut zu beobachten – umso mehr, wenn man einen Feldstecher dabei hat. Die Startgebühr beträgt 90 Euro je Mannschaft, dafür erhält jedes Team eine Flasche Rotein der Marke „Lemberger 401“, wie der „401-Stäffeleteamlauf“ benannt nach den 401 Stufen, die sich vom Enztal hinauf zur höchstgelegenen Mauer ziehen. Der Preis für das Siegerteam: Ihr schwerster Läufer wird in „Lemberger 401“ aufgewogen. Die Tatsache, dass der Roßwager Stäffeleteamlauf terminlich mit dem Mühlacker Behr-Lauf kollidiert, macht die Veranstalter nicht nervös. Sie sind sicher, dennoch genügend Teilnehmer anzulocken, zumal auch das Roßwager Weinfest am selben Tag stattfindet.

Unterstützung für den Stäffeleteamlauf kommt auch seitens der Politik: Alleine in den 40 Hektar Weinbaufläche in Roßwag seien 35 Kilometer Trockenmauern instand zu halten, betonte Dr. Rainer Haas, Landrat des Kreises Ludwigsburg. „Eine Herkulesaufgabe“, so Haas. Der Aufwand an Arbeit und Geld sei enorm. Auf 15000 Euro jährlich bezifferte Bertram Haak die Kosten. Nur ausgebildete Fachleute seien imstande, solche Trockenmauern zu bauen, die 60 bis 70 Zentimeter dick sein müssten, um dem Druck des Steilhangs standzuhalten. Eine Tonne Gestein je Quadratmeter Mauer sei dafür nötig, und ein Großteil der Steine müsse mit Muskelkraft an Ort und Stelle geschleppt werden. Landrat Haas wurde deutlich: „In flachen Lagen müssen etwa 150 Arbeitsstunden pro Jahr für einen Kubikmeter Wein geleistet werden. An den Steilhängen in Roßwag sind es mehr als 1000 Stunden.“ Allesamt Umstände, die den Brutto-Stundenlohn eines Weinbauern auf etwa 6,70 Euro drücken.

Ökologisch wertvoll sind die Trockenmauern an den Weinbergen auch, weil sie vielen bedrohten Tier- und Plflanzenarten Lebensraum bieten. „Eine Untersuchung hat jüngst am Asperg rund 90 verschiedene Wildbienen-Arten nachgewiesen“, verdeutlichte Landrat Haas. „Das dürfte in Roßwag nicht wesentlich anders sein.“

www.401stäffeleteamlauf.de (mit ä!)

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