Tradition und Moderne im Einklang

Erstellt: 26. Mai 2006, 00:00 Uhr
Tradition und Moderne im Einklang Das alte Bauernhaus in Ölbronn erstrahlt in neuem Glanze. Fotos: Flößer

Preisgekröntes Wohnprojekt am Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt

Ölbronn-Dürrn – Mit einem Tag der offenen Tür hat die Gemeinde Ölbronn-Dürrn gestern ihr preisgekröntes Wohnprojekt „Miteinander – Mittendrin“ im Ölbronner Dorfanger präsentiert. Nach 14 Monaten Bauzeit entstanden hier drei behinderten- und altengerechte Wohnungen. Viele Besucher und Interessenten haben den Weg in die Obere Steinbeisstraße gefunden.

VON CATHRIN FLÖßER

Als ein „zukunftsträchtiges Modell“, bezeichnete Bürgermeister Adalbert Bangha in seiner Begrüßungsrede das altengerechte Wohnhaus, das nun vermietet werden kann. Drei eigenständige Wohneinheiten sowie ein Gemeinschaftsraum mit zusätzlicher Küche stehen den Bewohnern zur Verfügung.

 „Der Bedarf solcher Wohnungen ist groß, wenn man die demographische Entwicklung der Bevölkerung verfolgt“, betonte Bangha, der mit diesem Modell auch eine Chance sieht, Dorfbewohner in ihre Heimatgemeinde zurückzuholen. Dabei sieht er keineswegs eine Konkurrenz zu Altenpflegeheimen, sondern vielmehr eine Ergänzung. Bei Bedarf können die Bewohner ambulante Betreuungsangebote in Anspruch nehmen. „Nun muss das Gebäude nur noch mit Leben erfüllt werden“, so Schultes Bangha. „Nicht nebeneinander, sondern miteinander sollen Jung und Alt im Dorf zusammenleben“, betonte der Schultes, der sich wertvolle und wichtige Impulse durch dieses Projekt erhofft. Beim Landeswettbewerb „Zukunftsfähige Stadterneuerung“ gehörte das Wohnkonzept „Miteinander-Mittendrin – aktives Wohnen im Alter“ zu den elf Preisträgern unter den insgesamt 137 Teilnehmern.

 Zahlreiche Besucher und Interessenten waren gestern in die Obere Steinbeisstraße nach Ölbronn gekommen, um die sanierten Räume des ehemaligen Bauernhauses zu besichtigen.

 Sie wurden nicht enttäuscht: Mit großer Sorgfalt wurde ein möglichst großer Teil der alten Bausubstanz des Fachwerkhauses erhalten. „Wir haben versucht, den besten Kompromiss zwischen alters- und behindertengerechter Nutzung und Denkmalschutz zu finden“, erklärte Architekt Wolfgang Maier bei einer Besichtigung der Wohnräume. „Es waren viele bautechnischen Eingriffe nötig“, meinte er rückblickend. Wo möglich, wurden alte Dachbalken erhalten, anderswo waren zusätzliche Stützbalken aus statischen Gründen notwendig. Auf beeindruckende Weise sind hier Moderne und Tradition in Einklang gebracht worden.
 
 In den Wohnungen sorgen zudem tiefe Türgriffe dafür, dass auch Rollstuhlfahrer ihre Wohnung barrierefrei erreichen können. Im Eingangsbereich ermöglicht eine elektrisch betriebene Tür einen barrierefreien Zugang zum Wohnhaus, und ein Treppenlift sorgt für problemlosen Treppenauf- und abstieg. Auch den gepflasterten und mit Pflanzen geschmückten Innenhof können die Bewohner nutzen.

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