Tollkühne Fahrten auf weißer Piste

Erstellt: 7. Januar 2011, 00:00 Uhr
Tollkühne Fahrten auf weißer Piste Aaaachtung! Das aufblasbare Kajak schießt den Schlossberg hinunter. Foto: Tilo Keller

Mit Karacho den Sternenfelser Schlossberg hinunter: Beim Flutlichtrodeln ist Mut gefragt

Sternenfels. Rasante Abfahrten und spektakuläre Landungen gab es am Mittwochabend am Schlossberg in Sternenfels zu erleben. Ob klassischer Holzschlitten, moderner Bob, Bulldogreifen, der bloße Hosenboden oder sogar ein aufblasbares Kajak: der steile Hang bot ideale Bedingungen, um den Winter von seiner spaßigsten Seite zu genießen.

Von Claudia Keller

 Gerade noch rechtzeitig vor dem Tauwetter hat die Freiwillige Feuerwehr Sternenfels ihr beliebtes Flutlichtrodeln veranstaltet. „Wir bekommen inzwischen schon Anfragen, ob wir das Rodeln nicht schon vor Weihnachten machen können“, erklärte Abteilungskommandant Klaus Riekert. „Aber wir wollen nicht mit den vielen Vereinsweihnachtsfeiern in Konflikt geraten. Außerdem bietet das Rodeln eine gute Möglichkeit, den Weihnachtsspeck wieder zu verlieren.“ Riekert erklärte, dass die Idee zur Rodelveranstaltung vor einigen Jahren bei einer Geburtstagsfeier entstanden sei. „Wir gehören wohl zu den ersten, die mit dem Flutlichtrodeln angefangen haben.“

 Die Feuerwehr leuchtete die Piste mit zwei Lichtmasten aus. Einige Schwedenfeuer sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre und dienten zugleich als Wärmequelle. Doch wer sich den steilen Hang hinauf wagte, kam auch so ins Schwitzen. Von einer „Tortur“ sprach diesbezüglich Christina Exner, die mit ihrem Mann und ihren drei Kindern aus Knittlingen angereist war. „Der Pulverschnee hat einfach keinen Grip.“ Das hielt die vielen Schlittenfahrer jedoch nicht davon ab, immer wieder den Hang hinaufzukraxeln. Außergewöhnliche Gefährte wie der Bulldogschlauch, den Boris Wagner und Lisa Hirsch aus Diefenbach dabei hatten, sorgten für Aufsehen. „Das gibt zwar ein paar blaue Flecken, aber wir können sagen, dass wir dabei waren“, erklärten die Beiden, nachdem sie am Fuße des Hangs spektakulär von ihrem Gefährt gepurzelt waren. Als extrem schwer steuerbar erwies sich ein aufblasbares Kajak, in dem sich bis zu acht Personen mutig zu Tal stürzten. Wer diesem schnellen Geschoss im Weg stand, musste zur Seite springen oder wurde mitgerissen. Auch wenn das Gejammer der Insassen nach einer mitunter recht harten Landung am Pistenende groß war, machte sich die Gruppe mit dem sperrigen Gefährt sofort wieder an den Aufstieg. „Ich habe das schon mal in den Alpen gesehen“, erklärte Harald Feeser aus Sternenfels den Wagemut, mit einem Boot vom Hang zu starten. „Hoffentlich kommen nicht noch mehr Leute auf die Idee, sonst müssen wir bald Bootsunfälle am Stromberg melden.“

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