Tödlicher Unfall auf glatter Autobahn

Erstellt: 27. Januar 2010, 00:00 Uhr
Tödlicher Unfall auf glatter Autobahn Für den Beifahrer eines Sprinters endet die Fahrt auf der Autobahn tödlich. Das Fahrzeug ist auf glattem Untergrund von der Fahrbahn abgekommen und hat sich überschlagen.Foto: Igor Myroshnichenko

13 Verkehrsunfälle innerhalb von nur vier Stunden – Krankenhaus meldet hohe Zahl von witterungsbedingten Notfällen

Glatteis verwandelte gestern die Straßen in der Region zu lebensgefährlichen Pisten. Allein am Dienstagvormittag ereigneten sich in Pforzheim und dem Enzkreis 13 Verkehrsunfälle. Ein Unfall auf der A8 endete tödlich.

Von Thomas Sadler und Gerhard Franz

Enzkreis. Anhaltender überfrierender Nieselregen verursachte unfreiwillige Rutschpartien, die nicht alle gut ausgingen. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, kam es in Pforzheim und dem Enzkreis zwischen 6 und 10 Uhr zu sechs Unfällen auf der Autobahn, bei denen ein Mann ums Leben kam und fünf Menschen schwere Verletzungen erlitten, sowie sieben Karambolagen auf anderen Straßen, bei denen ein Beteiligter leicht verletzt wurde. Bei den 13 Unfällen entstand ein Sachschaden von circa 130000 Euro. Am Nachmittag sei es ruhig geblieben, sagte ein Sprecher der Polizei unserer Zeitung am frühen Dienstagabend.

 Der tödliche Unfall auf der A8 auf Höhe der Anschlussstelle Pforzheim-Nord passierte kurz vor 7 Uhr. Der 69 Jahre alte Fahrer eines Mercedes-Sprinter mit Waiblinger Kennzeichen geriet beim Überholen zweier Lastwagen auf der spiegelglatten Fahrbahn ins Schleudern, kam von der Spur ab und überschlug sich mehrere Male. Während der Chauffeur und ein Mitfahrer den Salto mit schweren Blessuren überlebten, erlag der 63-jährige Beifahrer seinen erheblichen Verletzungen. Gleich danach rutschten auf der Autobahn vier Autos ineinander, wobei abermals mehrere Menschen verletzt wurden.

 Nicht nur rund um Pforzheim wurde Glatteis den Verkehrsteilnehmern zum Verhängnis. So registrierte die Polizei auf der Autobahn und den Straßen in und um Karlsruhe zwischen 6 und 10 Uhr, als es am häufigsten krachte, 36 Unfälle mit sechs Leichtverletzten und einem Sachschaden von insgesamt rund 118000 Euro. Im Landkreis Ludwigsburg ereigneten sich in den verhängnisvollen vier Stunden 16 witterungsbedingte Unfälle, bei denen drei Menschen verletzt wurden, einer sogar lebensgefährlich. Schaden: circa 160000 Euro

 Doch nicht nur Autofahrer lebten am Dienstag, gerade in den Morgenstunden, gefährlich. Fast 30 neue Patienten, die mit dem Auto verunglückt oder auf rutschigem Untergrund gestürzt waren, hätten in den Mühlacker Enzkreis-Kliniken bis 14.30 Uhr Hilfe gesucht oder seien, wenn sie schwerere Verletzungen erlitten hatten, in der Notaufnahme eingeliefert worden, zog Dr. Erhard Kirschbaum, Chefarzt der Chirurgie, am frühen Nachmittag eine erste Bilanz. Die Palette der Blessuren reiche von Prellungen über Kopfplatzwunden bis hin zu Brüchen. Bis zum Abend, fügte er hinzu, rechne er mit insgesamt etwa 50 Opfern des tückischen Winterwetters. Deutlich mehr als an den Tagen zuvor. „Wenn plötzlich Eis auftritt, werden viele Leute davon überrascht“, weiß der Mediziner aus Erfahrung. Die Folge: Die Zahl der Notfälle schießt in die Höhe.

 Keine großen Probleme bereiteten die widrigen Witterungsverhältnisse am Dienstagmorgen dem Stadtbusverkehr in Mühlacker. Nach Angaben von Rolf Aichelberger von den zuständigen Stadtwerken kam es auf manchen Linien, zum Beispiel auf der Route zu dem höher gelegenen Stadtteil Großglattbach, zu Verspätungen. Auf dem Weg dahin gaben die Chauffeure auf der Steig- und Gefällstrecke zwischen Lomersheim und der Abzweigung nach Großglattbach besondere Obacht. Die Fahrgäste mussten gleich nach dem Aussteigen aufpassen, dass sie nicht auf der Nase landeten, weil, so Aichelberger, nicht jeder Gehweg von den Anliegern gestreut gewesen sei.

 Die Busse des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis (VPE) waren zwar nicht in Unfälle verwickelt, doch habe der eine oder andere in Staus gestanden, die sich bildeten, weil viele Autofahrer nach den Unfällen auf der Autobahn auf andere Landstraßen ausgewichen seien, berichtet VPE-Geschäftsführer Axel Hofsäß.

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