Tiefgarage öffnet nur nach Absprache

Erstellt: 30. September 2008, 00:00 Uhr
Tiefgarage öffnet nur nach Absprache Regelung: Bei Großveranstaltungen braucht es im Vorfeld ein Signal an den Tiefgaragen-Betreiber. Fotos: Disselhoff/Stahlfeld

Geschlossene Tore in der Stadtmitte sorgen beim Mühlacker Apfelfest für Verwunderung bei den Besuchern

Mühlacker –  Beim Apfelfest herrscht auf dem Kelterplatz mächtig Betrieb, ein Stockwerk tiefer dagegen gähnende Leere. Der Umstand, dass die Veranstaltung allein am Sonntag mehrere tausend Besucher anlockte, die Tiefgarage Stadtmitte aber geschlossen blieb, hat für Kopfschütteln gesorgt.

VON THOMAS EIER

„Mir ging’s genauso“, reiht sich selbst der Mühlacker Bürgermeister Winfried Abicht ein in die Schar der motorisierten Besucher, die verdutzt vor den geschlossenen Rolltoren der Tiefgarage standen. Prompt wurde er auf das Phänomen angesprochen. „Typisch Mühlacker“, hieß eine Reaktion.

 Dabei sind die Verhältnisse in der Stadtmitte zwar nicht unkompliziert, doch gebührt in diesem Fall der Schwarze Peter offenbar weder der Stadt noch dem Tiefgaragen-Betreiber Echo. Das Berliner Unternehmen, das sich seit Jahren vergeblich bemüht, dem Mühlehof neues Leben einzuhauchen, hat mit dem Kupferkoloss gleichzeitig die öffentliche Tiefgarage übernommen; zwar nicht als Käufer, aber als Pächter, der im Gegenzug für die vertraglich vereinbarten Sanierungsmaßnahmen über die Einnahmen aus der Bewirtschaftung verfügen kann. Somit hat die Stadt bewusst ein Stück weit den Einfluss auf die Öffnungszeiten aus der Hand gegeben. „Die Verträge sind schlecht“, schlussfolgert der Echo-Kritiker Günter Bächle angesichts der Situation am Sonntag, „ein Ding der Unmöglichkeit, so etwas.“ Probleme wie diese, schlussfolgert der CDU-Fraktionschef und zielt mit seiner Kritik auf die Verwaltungsspitze, hätten sich mit klaren Vereinbarungen vermeiden lassen.

 Andererseits ist der Weg zu einer geöffneten Tiefgarage zwar etwas kurviger geworden, jedoch in aller Regel zu meistern. Der jeweilige Veranstalter, beschreibt Bürgermeister Winfried Abicht das Prozedere, meldet bei der Stadt seinen Bedarf an, die sich wiederum mit dem Echo-Angestellten vor Ort in Verbindung setzt, worauf die Tore – zumal bei einer Veranstaltung von entsprechender Größe –  sich auch am Sonntag öffnen. Dann bezahlen die Besucher für einen Parkplatz unter Tage pauschal zwei Euro. Dafür, dass es beim Apfelfest anders gelaufen ist, hat der Echo-Manager Frank Witte am Tag danach eine simple Erklärung: „Wir wussten nichts.“

 Thomas Köberle als einer der Mitorganisatoren bestätigt, dass der BUND keinen Vorstoß für die Tiefgarage unternommen hat. „Aus der Vergangenheit war uns in der Erinnerung geblieben, dass die Öffnung der Tiefgarage mit Kosten verbunden wäre. Aber vielleicht müssen wir bei einer Neuauflage nochmals darüber nachdenken.“
 Gebühren verlangt Echo in aller Regel keine, und Winfried Abicht kennt auf Anhieb auch keinen Fall, in dem der Tiefgaragen-Betreiber nach einer öffentlichen Veranstaltung dem Veranstalter eine Rechnung über den Abmangel präsentiert hätte. „Am Straßenfest-Samstag haben relativ wenige davon Gebrauch gemacht“, nennt Abicht ein Beispiel für einen Grenzfall, „offenbar kommen dort viele bewusst ohne ihr Auto.“ Für Kultur-Veranstaltungen im Mühlehof wiederum gilt: Ist der große Saal belegt, ist die Tiefgarage offen; finden überschaubare Veranstaltungen im kleinen Saal statt, bleibt die Garage zu.

 Winfried Abicht würde den Veranstaltern für das nächste Apfelfest eine Anfrage wegen einer Öffnung der Tiefgarage dringend ans Herz legen. „Ich meine schon, dass sich das gerechnet hätte, auch wenn viele zu Fuß oder mit dem Rad kommen.“

 Nach einem sehr gelungenen Fest mit schönem Wetter, vielen Gästen und vielen ausverkauften Ständen fällt ein weiterer kleiner Wermutstropfen doch direkt in die Zuständigkeit des Tiefgaragen-Betreibers: Die automatischen Toiletten am Treppenabgang beim Kiosk hätten gestreikt – weshalb viele Gäste 20 Cent bezahlten, dafür aber keine Erleichterung verspürten.

 In dieser Hinsicht war es vielleicht ganz gut, dass die Garage geschlossen hatte . . .

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