Thomas Nowitzki verteidigt seinen Chefsessel in Oberderdingen

Erstellt: 29. Januar 2011, 00:00 Uhr
Thomas Nowitzki verteidigt seinen Chefsessel in Oberderdingen Jubel um Thomas Nowitzki: Anhänger gratulieren dem alten und neuen Schultes. Foto: Garhöfer

Bürgermeister setzt sich klar gegen vier Mitbewerber durch

Von Andrea Garhöfer

Oberderdingen. Der neue Verwaltungschef ist der alte: Mit knapp 54 Prozent der Stimmen hat sich der Amtsinhaber Thomas Nowitzki bei der gestrigen Bürgermeisterwahl in Oberderdingen klar und eindeutig gegen seine vier Konkurrenten durchgesetzt. Die Gegenkandidaten erreichten Ergebnisse zwischen 6,2 und 18,1 Prozent.

 5122 von 8194 wahlberechtigten Oberderdingern gaben ihre Stimme ab, die Wahlbeteiligung liegt bei 62,5 Prozent. Auf den amtierenden Verwaltungschef entfielen 2716 Stimmen, womit der Kampf um den Chefsessel schon im ersten Wahlgang entschieden war. Mit 920 Stimmen blieb auch der stärkste der vier Gegenkandidaten, der Leiter der Stadtkasse Rheinstetten, Patrick Redlingshöfer, ohne Chance. Die weiteren Bewerber, der Oberderdinger Bio-Landwirt Hermann Voorhoeve, der bereits vor acht Jahren gegen Nowitzki angetreten war, der selbstständige Baufachmann Christian Strohmenger aus dem Ortsteil Flehingen und der studierte Fachinformatiker und gebürtige Oberderdinger Simon Teutsch landeten mit Ergebnissen zwischen 14,8 und 6,2 Prozent abgeschlagen auf den Plätzen drei bis fünf.

 Die Spannung hielt sich damit in Grenzen. Mehrere 100 Bürger und interessierte Gäste hatten sich im Rathaus und im Amthof versammelt und warteten, bis kurz vor 19 Uhr Wahlleiter Edgar Knorr das Endergebnis verkündete. Auf dem Stimmzettel hatte Amtsinhaber Thomas Nowitzki Platz zwei, doch als Knorr sein Spitzenergebnis bekanntgab, brach frenetischer Jubel los; die Ergebnisse der weiteren Kandidaten gerieten im Trubel zur Nebensache. Für den wiedergewählten Bürgermeister begann gleichzeitig ein riesiger Gratulationsmarathon. Nowitzki, der im Vorfeld auch mit Widerstand hatte leben müssen, wurde geherzt, gefeiert und beglückwünscht, der Musikverein Oberderdingen spielte Schlager und Märsche, ein Feuerwerk wurde gezündet. „Ich bin glücklich, dass es im ersten Wahlgang ausgegangen ist“, sagte Nowitzki. „Auf meine Oberderdinger kann ich mich eben verlassen“, strahlte er und lud alle zu einer spontanen Wahlparty in die Aschingerhalle ein.

 Die Reaktionen der unterlegenen Kandidaten auf das Ergebnis waren unterschiedlich – auch wenn sich keiner mit seinem Abschneiden wirklich zufrieden zeigte. „Ich habe sehr viele positive Reaktionen der Bürger bei meinen Hausbesuchen erfahren, jetzt bin ich natürlich enttäuscht, dass sich das nicht in entsprechend vielen Stimmen niedergeschlagen hat“, sagte der zweitplatzierte Patrick Redlingshöfer aus Leimersheim. Auf Platz drei kam der Oberderdinger Hermann Voorhoeve; auch er zeigte sich sehr enttäuscht. „Kommunalpolitik geht mich ab heute nichts mehr an“, lautete für den ehemaligen Gemeinderat die Konsequenz aus diesem Ergebnis.
 Weiterhin im Flehinger Ortschaftsrat aktiv sein will dagegen der viertplatzierte Christian Strohmenger. „Ich engagiere mich weiter für meine Ortschaft und akzeptiere den Wählerwillen, aber das Ergebnis enttäuscht schon“, sagte er. Auf 6,23 Prozent der Stimmen kam Simon Teutsch. „Ich hätte zumindest auf einen zweiten Wahlgang gehofft“, sagte er.

 „Ich freue mich für Thomas Nowitzki und habe auch eine Wiederwahl im ersten Wahlgang erwartet“, bekräftigte dagegen Bürgermeisterin Sigrid Hornauer aus der Nachbargemeinde Sternenfels. „Der Wahlkampf war für ihn sicher schwierig. Seine Wiederwahl bedeutet für uns ein Stück Kontinuität, denn wir haben in der Vergangenheit immer sehr gut zusammengearbeitet“, sagte sie.

 „Oberderdingen braucht einen Verwaltungsfachmann und einen Mann mit Charisma“, erklärte der Knittlinger Bürgermeister Heinz-Peter Hopp. Die Oberderdinger hätten die richtige Wahl getroffen.

 Im Amthof feierten die Wähler derweil ihren alten und neuen Bürgermeister. „Ich hab jo gleich g’sagt, dass des so ausgeht“, meinten die einen, während die anderen mit Blick auf den lebhaften Wahlkampf stöhnten: „Gottseidank isch des rum!“ Allerdings fragte sich eine Bürgerin auch: „Über was solla mir denn jetzt diskutiera?“

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