Tennishalle als Tummelplatz für Kinder

Erstellt: 31. Mai 2006, 00:00 Uhr
Tennishalle als Tummelplatz für Kinder Konkrete Pläne für die Tennishalle: Miteigentümer Manfred Dürr mit dem Prospekt eines Hallenspielplatzes. Foto: Eier

Sportstätte ist unrentabel geworden – Eigentümer haben neue Nutzung als Hallenspielplatz beantragt

Mühlacker – Wo sich in den Hoch-Zeiten des Tennissports die Nachwuchsspieler tummelten, könnte in absehbarer Zeit ein Tummelplatz ganz anderer Art für Kinder entstehen. Es gibt Pläne für einen Verkauf der Mühlacker Tennishalle und die Neueröffnung eines professionell betriebenen Hallenspielplatzes, der unterm schützenden Dach kleinen Besuchern die Möglichkeit bietet, sich an verschiedenen Spiel- und Spaßstationen zu vergnügen. Für diese neue Nutzung braucht es allerdings die Zustimmung der Kommunalpolitik.

VON THOMAS EIER

Eines steht aus Sicht der Besitzer bereits heute fest: „Die Tennishalle wird im Herbst nicht mehr öffnen“, kündigt Miteigentümer Manfred Dürr gegenüber unserer Zeitung an, „es lohnt sich einfach nicht mehr.“

 Gebaut vor annähernd 30 Jahren, erleidet die Tennishalle in unmittelbarer Nachbarschaft der Anlage des TC Mühlacker das gleiche Schicksal wie schon viele Hallen in der Region. Zuletzt, bedauert Manfred Dürr, habe die Auslastung noch bei etwa 25 Prozent gelegen – zu wenig für einen rentablen Betrieb. Nach dem Boom um Boris Becker und Steffi Graf Mitte/Ende der 80-er Jahre hat Tennis stark an Anziehungskraft verloren. „Es ist mit der Zeit immer weniger geworden“, seufzt Dürr, der dem Tennissport selbst eng verbunden ist, „die Älteren scheiden aus, und von unten kommt nichts mehr nach.“ Mit der Konsequenz, dass auch für die Mühlacker Tennishalle mit ihren drei Plätzen und etwas über 2000 Quadratmetern Fläche neue Möglichkeiten der Nutzung gesucht werden.

 In Heidelsheim, direkt an der B35 in Richtung Bruchsal, hat im Jahr 2004 Stefan Basiewitz die Frage nach der Zukunft der dortigen Tennishalle auf innovative Art und Weise beantwortet –  und sein „Kids2Kids“ eröffnet, das sich seither erfolgreich etabliert hat und regelmäßig Besucher aus dem weiteren Umland anlockt. Auf etwa 3000 Quadratmetern können sich Kinder unter dem Dach der ehemaligen Tennishalle gegen Eintritt auch an verregneten Tagen an verschiedenen Spiel- und Spaßstationen von der Kartbahn über den Kletterberg bis hin zur Riesenrutsche amüsieren. „Natürlich haben wir auch Gäste aus Mühlacker“, berichtet der Inhaber auf Nachfrage des Mühlacker Tagblatt, „wir haben, dank unserer Ausstattung, einen sehr großen Einzugsbereich.“
 Ein Vorbild für Mühlacker also,  wo auch Stefan Basiewitz zwischenzeitlich sein Interesse angemeldet hatte. Manfred Dürr und Partner wiederum haben bereits vor Wochen einen Antrag bei der Stadt auf Genehmigung eines Spielparadieses nach Heidelsheimer Vorbild gestellt. Zuletzt wurde der Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung zu vorgerückter Stunde vertagt. „Wir haben hier eine ideale Lage“, verweist Dürr auf die Aussagen potenzieller Investoren, „direkt an der B10.“

 Eher ungünstig hat sich in der Vergangenheit die Lage der Halle inmitten eines Wasserschutzgebiets ausgewirkt; ein Umstand, der den Besitzern auf der Suche nach einem Käufer und einer neuen Verwertung nicht viele Möglichkeiten lässt. Erste Voraussetzung dafür, dass einer der aktuellen Interessenten zugreift, ist zunächst jedoch das generelle Ja des Gemeinderats zum geplanten Hallenspielplatz.
 Die Tendenz im Gremium ist positiv, wie ein MT-Rundruf zeigt. „Wir könnten dem zustimmen“, macht Rolf Leo (Freie Wähler) im Namen seiner Fraktion deutlich. Zumal am Standort der Halle direkt am Ortseingang auch die Frage der Zufahrt unproblematisch sei. „Wir stehen der Idee sehr aufgeschlossen gegenüber“, bestätigt Harald Töltl (SPD), „das wäre sicherlich eine Attraktitivätssteigerung für Mühlacker.“ Die neue Nutzung der Halle, stimmt Frank Schneider (FDP) zu, „ist kein Problem.“
 Wie die Kollegen sieht Schneider noch Diskussionsbedarf, was das Umfeld – konkret: die zusätzlichen Parkplätze – betrifft. „Aber es gibt für alles eine Lösung.“ Klemens Köberle und seine LMU sehen das Projekt „relativ neutral“, und Günter Bächle signalisiert für die CDU ebenfalls Zustimmung – wenn die Sicherheit des Wasserschutzgebiets gewährleistet sei. „Es wäre sicherlich eine Bereicherung.“
 Keine schlechten Aussichten also für die Hallenbesitzer und ihre Verkaufsabsichten. Doch einen Wermutstropfen liefert Stefan Basiewitz, der zusätzlich Filialen in Rastatt und Bühl plant: Er habe sich, unter anderem, weil er mieten und nicht kaufen wolle, mittlerweile für einen anderen Standort im Raum Pforzheim/Mühlacker entschieden, informiert der Chef des „Kids2Kids“ in Heidelsheim. Den Namen der auserwählten Gemeinde will er noch nicht nennen. „Im September soll dort Eröffnung sein“, kündigt er aber an.

 Manfred Dürr, der noch von anderen Interessenten für den Standort Mühlacker berichtet, drückt angesichts des raschen Wachstums der neuen Branche und angesichts des großen Angebots an Hallen aufs Tempo. Schließlich sei das Bauänderungsgesuch bereits vor rund zehn Wochen eingereicht worden, hofft der Miteigentümer nun auf eine rasche Entscheidung.

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