Tebrikler! Das Double darfs jetzt noch sein

Erstellt: 30. Mai 2006, 00:00 Uhr
Tebrikler!  Das Double darfs jetzt noch sein Partystimmung: Anhänger, Funktionäre und die Spieler des türkischen Fußballvereins feiern den Meistertitel. Foto: Ochs

Anadolu Mühlacker feiert ausgelassen den Aufstieg in die A-Klasse und orientiert sich an anderen Vereinsvorbildern

Bis um 23 Uhr feierten die Spieler und Fans vom FC Anadolu Mühlacker ausgelassen am Sonntagabend die Meisterschaft in der Kreisklasse B1. Erst eine Polizeistreife beendete die Feierlichkeiten. „Wir hatten aber auch genug“, sagt ein leicht angeschlagener Spielleiter Garfur Dagasan einen Tag danach.

 VON DOMINIQUE JAHN

Er wusste – wie viele andere auch – wie feuchtfröhlich die Feier ausfallen würde, und hatte sich vorsorglich für Montag schon mal freigenommen. Nach dem klaren 5:0-Sieg beim TSV Mühlhausen/Würm konnte man die Anadolu-Kicker auch nicht mehr bremsen. Nach dem Schlusspfiff wurden auf dem Platz türkische Fahnen geschwenkt, gesungen, getanzt und das obligatorische Aufstiegs-T-Shirt übergestreift.
 Rund 300 Zuschauer, so Garfur Dagasan, hätten die Fußballer lautstark unterstützt. Mit einem Autokorso durch das Würmtal ging die Party dann auf den Straßen weiter. In Mühlacker fuhr man jubelnd und laut hupend die Bahnhofstraße rauf und runter und machte Halt vor dem Vereinsheim. Dagasan: „Tut uns leid, wenn wir kurzzeitig den Verkehr blockiert haben, aber…“

 Rund 200 Fans versammelten sich dann im Festzelt auf dem Rasenplatz hinter dem Hallenbad. Zwei Lämmer mussten dran glauben und bei türkischer Musik begann quasi die dritte Halbzeit. Für die Fans war alles kostenlos. „Der Verein hatte seine Spendierhosen an“, so Dagasan.

 Der Aufstieg in die KreisklasseA1 ist der größte Erfolg seit der Vereinsgründung im Jahre 1995. Damals noch unter dem Namen AMGT Mühlacker. Seit 2000 heißt der Klub nun Anadolu, der über die Jahre hinweg versucht hat, professionelle Strukturen zu schaffen. Mit Erfolg. „Wir haben uns einiges bei anderen türkischen Vereinen abgeschaut“, sagt Garfur Dagasan. „Wie man es machen sollte und wie nicht.“ Ein großes „Vorbild“ sei Fatihspor Pforzheim. „Mit denen stehen wir gut in Kontakt“. Fatihspor spielte dieses Jahr in der Landesliga, steigt aber in die Kreisliga ab. Dort möchte sich Anadolu Mühlacker irgendwann auch mal sehen. Zuerst gilt es aber in der kommenden Runde den Klassenerhalt in der A-Liga zu schaffen.

 Garfur Dagasan setzt die Latte sogar noch etwas höher. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir einen Platz im gesicherten Mittelfeld belegen. Schließlich haben einige unserer Jungs schon mal höher gespielt.“ Bislang gäbe es keine Abgänge. Dafür wolle man noch sechs bis sieben Spieler an Land ziehen. Die sollen dann auch, wie in diesem Jahr, den „unbändigen Willen zum Erfolg“ zeigen, der laut Dagasan ausschlaggebend für den Aufstieg gewesen sei. „Die Kameradschaft ist gut, bei uns geht alles sehr familiär zu und auch der Respekt vor dem Trainer ist da.“ 123 Mal traf Anadolu ins Schwarze. Nur der Zweite Ispringen traf öfters (150). Für rund die Hälfte aller Anadolu-Tore war Toptorjäger Cem Tatar zuständig, von seinen Gegenspielern war er kaum zu halten. Mit 27 Gegentreffern stellten die Senderstädter aber auch auch die stärkste Abwehr. Verantwortlich dafür war Libero Mohammed Benallouche, das „Hirn der Mannschaft“, so Dagasan. „Er ist zwar schon 41, springt aber über den Platz wie ein 20-Jähriger.“

 Das soll auch am 5. Juni so sein, wenn der FC Anadolu im Kreispokalfinale gegen die Spvgg Coschwa antritt. „Wir reisen mit breiter Brust an und haben nichts zu verlieren“, blickt Dagasan nach vorne. Vorbei ist der Ärger wegen des Spielortes (das MT berichtete). Am Pfingstmontag wollen die türkischen Kicker das Double holen. Es wäre die Krönung einer tollen Saison.

 Wird nach dem Pokalsieg dann auch wieder kräftig gefeiert? „Nein“, meint Dagasan, „wenn, dann gibt es nur eine mannschaftsinterne Fete.“

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