Tankstellenräuber ist eventuell nicht schuldfähig

Erstellt: 28. Dezember 2011, 00:30 Uhr

Niefern-Öschelbronn (ts). Schon zum dritten Mal innerhalb relativ kurzer Zeit ist am ersten Weihnachtsfeiertag die bft-Tankstelle in Niefern-Vorort überfallen worden. Der mutmaßliche Täter vom Sonntag, der Zigaretten und Dosenbier erbeutete, ist, wie berichtet, gefasst und sitzt in Untersuchungshaft.

Bei dem geständigen 32-Jährigen aus Niefern-Öschelbronn handele es sich nicht um einen der an den ersten beiden Überfällen Beteiligten, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Christoph Reichert gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Ob bei diesen zwei Taten jeweils dieselben Räuber zugeschlagen haben könnten, konnte er indes nicht sagen.

Der jetzt aufgrund der Personenbeschreibung Gefasste, der die Tankstelle an Weihnachten mit einem Messer bewaffnet beraubt hatte, ist der Polizei nicht unbekannt. 2010 sei gegen ihn wegen Diebstahls ermittelt worden, so der Oberstaatsanwalt, doch sei das Verfahren wegen Schuldunfähigkeit eingestellt worden.

Nun sei ärztlich zu prüfen, ob auch beim Überfall auf die Tankstelle eine krankheitsbedingte Schuldunfähigkeit vorliege. „Das war kein klassischer Überfall“, so Reichert unter Hinweis darauf, dass der Mann nicht maskiert gewesen sei und kein Geld gewollt habe.

Stellt sich heraus, dass der Festgenommene nicht schuldfähig ist, er unter dem Einfluss einer psychischen Störung handelte und von ihm weiterhin Gefahr ausgeht, wird er möglicherweise in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Einem schuldfähigen Täter würde im vorliegenden Fall indes eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren drohen. Der Vorwurf dürfte nach dem Überfall mit einem Messer wohl „schwere räuberische Erpressung“ lauten.

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