Swen Dolenc will das Letzte herauskitzeln

Erstellt: 29. Januar 2009, 00:00 Uhr
Swen Dolenc will das Letzte herauskitzeln Swen Dolenc fährt am liebsten vorneweg und sieht die Kontrahenten im Rückspiegel. So wünscht es sich der Maulbronner noch häufiger. Foto: p

Ein Ingenieur soll den Titel im Porsche Super-Sports-Cup ermöglichen – Kampfansage von Lars Kern.

Zweimal hat sich Swen Dolenc zuletzt mit dem zweiten Platz im Porsche Super-Sports-Cup begnügt. Am Ende der kommenden Rennsaison will der 42-jährige Maulbronner endlich ganz oben auf dem Treppchen stehen. Sein Team sieht er für den Titel gut gerüstet: Erstmals steht ihm ein Renningenieur zur Seite.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Wie sich ein Meistertitel anfühlt, weiß Swen Dolenc gut. 2006 gewann er die Gesamtwertung des Porsche Sports-Cups, war damit Meister der dritten Porsche-Liga. „Dort war ich noch mit Straßenreifen unterwegs“, erinnert er sich. Es war seine erste Saison als Autorennfahrer überhaupt. Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre hatte Dolenc zwar einige Motorradrennen bestritten, sich dann aber aus dem Motorsport verabschiedet. Erst vor vier Jahren geriet er durch seinen Beruf als Autoverkäufer beim Posche-Zentrum Pforzheim wieder in Kontakt damit. Eine Testfahrt mit einem Rennwagen funktionierte so gut, dass Dolenc den Wiedereinstieg in den Rennsport in Angriff nahm.

 Nach seinem Sieg im Porsche Sports-Cup wagte Swen Dolenc gleich den Sprung eine Liga höher in den Porsche Super-Sports-Cup. Mit Erfolg: Auf Anhieb belegte er 2007 den zweiten Platz in der Wertung für ältere Fahrzeuge – und das nun auch auf Rennreifen: Slicks und zwei unterschiedlich harte Sorten Regenreifen stehen zur Auswahl. Finanzieren lässt sich das rasante, aber kostspielige Hobby nur durch Sponsoren, die Fahrzeug, Helm und Overall von Swen Dolenc dafür als Litfasssäule nutzen. Im vergangenen Jahr startete der Maulbronner bereits auf einem brandneuen Carrera und wurde in der Klasse der aktuellen Autos erneut Vizemeister. Jetzt soll der Titel her.

 Auch in der Saison 2009 wird Swen Dolenc wieder in einem aktuellen Porsche Carrera sitzen. 400 PS, sechs Gänge, sequenzielle Schaltung, 283 Stundenkilometer Spitze. Mit einer anderen Getriebeabstimmung könnte das Geschoss auf Rädern noch schneller, aber: „Es gibt in der Rennserie keine Gerade, wo mehr als Tempo 283 geht. Das Fahrzeug ist deshalb auf Beschleunigung optimiert. Möglichst schnell raus aus der Kurve, möglichst schnell in die nächste rein“, beschreibt der Motorsportler die Anforderungen an sein Auto. Elektronische Helfer – ABS, ESP, ASR und Co. – haben die Piloten in der Porsche-Rennserie keine an Bord. Um dennoch auch das allerletzte Quäntchen Leistung noch aus dem Boliden herauszukitzeln, hat Dolenc’ Team Zuwachs bekommen.

 Erstmals wird sich neben zwei Mechanikern auch ein Renningenieur um den Wagen kümmern, nach Training und Rennen die Daten aus dem Speicher lesen, analysieren und die entsprechenden Schlüsse für die nächsten Rennen daraus ziehen. Zwölf Läufe an sechs Wochenenden umfasst der Porsche Super-Sports-Cup, die ersten am 25. und 26. April auf dem Nürburgring, die letzten Mitte Oktober in Hockenheim. Daneben plant Dolenc in diesem Jahr mindestens zwei Gaststarts in der höchsten Porsche-Liga, im Carrera-Cup, voraussichtlich bei den Rennen in Hockenheim und Barcelona. Im Carrera-Cup will er bald zum regulären Fahrerkreis zählen.

 Zeit fürs Familienleben und sein zweites Hobby – Swen Dolenc sammelt historische Rennmotorräder aus den 20er und 30er Jahren – bleibt dem 42-Jährigen neben Beruf und Rennsport da kaum. „Das Privatleben leidet manchmal schon“, räumt der Maulbronner ein, der nach seinen Worten die Frau fürs Leben aber schon gefunden hat. „Nur verheiratet sind wir nicht, und Kinder haben wir auch noch keine.“ Im Moment sei ihm der sportliche Erfolg noch wichtiger. Allerdings bekommt Swen Dolenc im Meisterschaftsrennen Konkurrenz ganz aus der Nähe.

 Der Wiernsheimer Lars Kern, in den vergangenen beiden Jahren noch auf den Rallyepisten erfolgreich, nimmt in diesem Jahr ebenfalls in einem Carrera-Cockpit Platz und hat wie Dolenc angekündigt, im Porsche Super-Sports-Cup um den Titel mitfahren zu wollen. Wer bekommt da wessen Auspuff zu sehen? „Wir sind bestens gerüstet“, schickt Kern schon mal eine Kampfansage nach Maulbronn.

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