Süss Microtec übernimmt Hamatech

Erstellt: 18. Mai 2010, 00:00 Uhr
Süss Microtec übernimmt Hamatech Zuversicht nach Übernahme (v. li.): Süss-Werksleiter Dr. Markus Arendt, Hamatech-Geschäftsführerin Wilma Koolen-Hermkens und die Sternenfelser Bürgermeisterin Sigrid Hornauer. Foto: Sadler

Vaihinger Süss-Werk ist nach Sternenfels umgezogen – Produktionsstart am Montag erfolgt

Sternenfels. Die Süss-Microtec-Gruppe mit Stammsitz in Garching bei
München hat die Firma Hamatech APE übernommen. Das seitherige Vaihinger
Süss-Werk ist nach Sternenfels umgezogen, wo gestern die Produktion
angelaufen ist.

Von Thomas Sadler

 Das Unternehmen Hamatech hatte zuletzt zu den Singulus Technologies gehört. Während die Herstellung der Optical Discs nach Kahl am Main verlagert worden war, verblieb am Sternenfelser Standort, wo die Mitarbeiterzahl von früher rund 400 auf etwa 60 sank, die Produktion von Maschinen für Fotomasken im Halbleiterbereich. Hamatech sei auf diesem Gebiet Marktführer, sagte Wilma Koolen-Hermkens, Geschäftsführerin von Hamatech APE, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Singulus habe sich auf die Sparten Optical Disc und Solartechnologie spezialisiert und sei auf die Suche nach einem Übernahmepartner für Hamatech gegangen. Ein ausländischer Interessent wurde als nicht geeignet bewertet, weil er zu wenig auf neue Technologien ausgerichtet sei, so die Geschäftsführerin. Bald fanden daraufhin die Süss Microtec und Hamatech APE zusammen. Zum einen seien beide „hochtechnologisch“, zum anderen hätten beide schon in der Vergangenheit erfolgreich kooperiert.

 Im Oktober vergangenen Jahres liefen die Übernahmegespräche an, und im Januar 2010 erfolgte die Unterzeichnung des Vertrags, der schließlich Mitte Februar in Kraft trat. Der Kaufpreis, so Süss-Werksleiter Dr. Markus Arendt, betrage rund neun Millionen Euro, von denen jeweils 4,5 Millionen auf den Geschäftsbetrieb von Hamatech und den Sternenfelser Produktionsstandort entfallen.

 Bisher – Ende voriger Woche erfolgte der Umzug – unterhielt die Süss-Gruppe ein Werk in Vaihingen, das nun aufgelöst worden ist. Seit gestern wird in Sternenfels produziert. Hier arbeiten nun die übernommenen rund 60 Mitarbeiter von Hamatech APE und die circa 95 Beschäftigten der früheren Vaihinger Süss-Niederlassung in zwei Tochterunternehmen des Garchinger Konzerns unter einem Dach. Die Weihnachtsfeier haben beide Belegschaften bereits gemeinsam ausgerichtet.

 Für die Partnerschaft, so Arendt, spreche, dass auch Süss Maschinen für die Halbleiterindustrie baue. Hinzu komme, dass Hamatech und Süss seit Langem in derselben Region tätig gewesen seien und sich viele Mitarbeiter der jetzigen Schwesterfirmen persönlich kennen. Durch die Verbindung sei eine Steigerung der Funktionalität bei gleichzeitiger Kostensenkung möglich, glaubt Koolen-Hermkens, und Werkschef Arendt fügt hinzu: „Produktion in Deutschland lohnt sich.“ Sein ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen wachsen.“

 In Sternenfels fänden Forschung und Entwicklung ebenso statt wie die Endmontage, sagt die Hamatech-Geschäftsführerin, die betont, dass verschiedene Lieferanten aus der Umgebung kämen.

 Asien gewinnt als Absatzmarkt an Bedeutung

 Rund 60 Prozent des Umsatzes erzielt Hamatech APE in Asien, 30 Prozent in den USA und lediglich fünf bis zehn Prozent in Europa. Dass Asien immer wichtiger werde, bestätigt Markus Arendt aus seiner Sicht, wobei speziell China und Singapur immer mehr an Bedeutung gewännen.
 
Nach einem schwachen Jahr 2009 erwartet Wilma Koolen-Hermkens für 2010 eine 50-prozentige Umsatzsteigerung. „Wir sehen die Zukunft sonnig“, meint sie optimistisch, und auch ihr Manager-Kollege Arendt teilt diese Zuversicht. „Dieses Jahr wird ein gutes werden.“ Die Auftragslage sei gut, und so rechne auch er mit einem Umsatzplus. Wobei der isländische Vulkan für Ungemach sorgen könnte, nämlich dann, wenn die ausgestoßene Aschewolke dafür sorge, dass auf dem Luftweg beförderte Anlagen aus Sternenfels ihre entlegenen Zielorte nicht pünktlich erreichen.

 Für die Gemeinde sei die Übernahme von Hamatech APE durch den Konzern Süss Microtec „ein Meilenstein“, freut sich die Sternenfelser Bürgermeisterin Sigrid Hornauer. Die Verbindung und die daraus entstehenden Synergieeffekte seien für Hamatech ebenso gut wie für Süss und die Mitarbeiter der beiden Süss-Töchter.

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