Sturmtief Gertrud fegt ganzes Festzelt weg

Erstellt: 22. Mai 2006, 00:00 Uhr

Zwei Verletzte in Stein – Großveranstaltungen im Raum Mühlacker bleiben ohne dramatische Zwischenfälle

Enzkreis/Mühlacker (the/pm) – Auf zwei weibliche Besucher hätten die Festveranstalter in der Region am Wochenende gerne verzichtet: Gertrud und Sophie. Ob nun tatsächlich, wie viele vermuteten, die verspätete Eisheilige für den Temperatursturz im Wonnemonat verantwortlich war – jedenfalls hat ihre Gefährtin, Sturmtief „Gertrud“, manche Programmgestaltung gewaltig durcheinandergewirbelt.

 Zum Beispiel in Stein, wo die heftigen Böen, die am Samstagabend, zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr, über die Region brausten, beim AH-Turnier der TG Stein gleich das ganze Festzelt aus der Verankerung gerissen und weggeblasen hat. Laut Feuerwehr-Leitstelle erlitten dabei zwei Gäste leichte Verletzungen, das Fest wurde abgebrochen. Gleichzeitig hatte im zweiten Ortsteil der Doppelgemeinde, in Königsbach, ein Windstoß den Maibaum gefällt.

 Vorrangig mit entwurzelten Bäumen musste sich die Feuerwehr im Raum Mühlacker beschäftigen, wo die Großveranstaltungen „Mühlacker Frühling“ und Fauststadtfest in Knittlingen laut Feuerwehr von dramatischen Vorfällen verschont blieben. „Wir sind insgesamt glimpflich davongekommen“, hieß es am Sonntag aus der Mühlacker Feuerwache. In der Mühlacker Kernstadt, wo das Live-Konzert auf dem Kelterplatz kurz unterbrochen wurde, musste die Wehr lediglich in die Enzstraße ausrücken, wo das Sturmtief Ziegel eines Hauses abgedeckt hatte. Aufgabe der Helfer: restliche, absturzgefährdete Ziegel von der Drehleiter aus zu entfernen.

 Weil ein Unglück indessen selten allein kommt, ereignete sich während des Einsatzes noch ein Unfall: Ein Autofahrer prallte in der Enzstraße mit seinem Wagen gegen eine Stütze des Feuerwehrfahrzeugs und setzte dieses vorübergehend außer Gefecht. Die Drehleiter konnte aber kurzfristig in der Kfz-Werkstatt der Pforzheimer Berufsfeuerwehr wieder instandgesetzt werden.

 In der Dr.-Simons-Straße in Enzberg löste ein umgestürzter Baum ebenso einen Feuerwehreinsatz aus wie an der Straße zwischen Maulbronn und Zaisersweiher, in Ölbronn, in Illingen und in Heimsheim. Auch im westlichen Enzkreis knickten die heftigen Böen – auf dem Schlauchturm der Feuerwehr in Pforzheim wurden 120 km/h gemessen – etliche Bäume um. Insgesamt registrierte die Leitstelle 16 Einsätze.

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