Streutrupps für den Winter gewappnet

Erstellt: 21. November 2008, 00:00 Uhr
Streutrupps für den Winter gewappnet Letzte Handgriffe vor dem Wintereinbruch: Hans Bachmann, Mitarbeiter des Mühlacker Bauhofs, kontrolliert den Salzstreuer am neuen Fahrzeug. Foto: Sadler

Straßenmeisterei lagert rund 1000 Tonnen Salz – Falsche Bereifung kann für den Autofahrer teuer werden.

Enzkreis – Schnee bis in tiefere Lagen: Die Wetterprognosen für das Wochenende versetzen die Räumdienste in Alarmbereitschaft. Autofahrer, die ihr Fahrzeug noch nicht auf den Winter eingestellt haben, sollten dies schleunigst tun. Wer auf Schnee mit Sommerreifen erwischt wird, bezahlt Strafe.

VON THOMAS SADLER

Temperatursturz und Schneefälle bis in die Täler haben die Meteorologen vorhergesagt. Doch Richard Schwaiger, Leiter der Straßenmeisterei in Maulbronn, lässt sich davon noch nicht aus der Ruhe bringen. „Ich gehe davon aus, dass es bei uns nicht allzu gravierend wird.“ Auf der höher gelegenen Platte und im Bereich um Sternenfels kann er sich Schneefälle vorstellen, doch die tieferen Regionen rund um Mühlacker und Maulbronn würden vermutlich weitgehend verschont, meint er gelassen.

 Dessen ungeachtet sei die Straßenmeisterei auf einen vorzeitigen Wintereinbruch vorbereitet. Am Freitagnachmittag werde eine Rufbereitschaft eingerichtet, kündigte Schwaiger an. Indes seien die Räum-Teams bei ihrer Arbeit auf die Kooperationsbereitschaft der Verkehrsteilnehmer angewiesen: „Die Autofahrer sollten Rücksicht nehmen und Streufahrzeugen Platz machen“, lautet Richard Schwaigers Appell.

 Die Mannschaft der Straßenmeisterei, verstärkt durch vier Fahrer von Privatunternehmen, möchte in den nächsten Monaten auf rund 250 Kilometern Kreis-, Landes- und Bundesstraßen im Enzkreis für Sicherheit sorgen und zwischen etwa 2.30 Uhr und 22 Uhr die Fahrbahnen räumen und streuen – nicht nur bei Schnee, sondern auch bei überfrierender Nässe.

 An Material mangelt es fürs Erste nicht: 600 Tonnen Salz lagern in Maulbronn und knapp 450 Tonnen am Stützpunkt in Wiernsheim. Möglicherweise müssen die Lager zwischendurch nachgefüllt werden. Im vorigen Winter, erinnert sich Schwaiger, seien circa 1200 Tonnen Salz verbraucht worden.

 Gewehr bei Fuß stehen auch die Mitarbeiter des Mühlacker Bauhofs und der Stadtgärtnerei, die, so Tiefbauamtsleiter Fritz Schick, für ungefähr 130 Kilometer Straßen in der Kernstadt und den Stadtteilen zuständig sind. „Alles ist vorbereitet, sodass ein Einsatz sofort möglich wäre.“ Nachts um 3 Uhr werde entschieden, ob die Streu-Trupps, denen zunächst 400 Tonnen Salz zur Verfügung stehen, frühmorgens ausschwärmen müssen, um für sichere Straßen zu sorgen, ehe der Berufsverkehr rollt und die Schüler unterwegs sind. Die Stadt kümmert sich um Straßen, Wege und Plätze sowie die Gehwege entlang von städtischen Gebäuden und Grundstücken. Ganz oben auf dem dreistufigen Streuplan stehen stark befahrene und steile Strecken sowie die Routen der Linienbusse. 35000 Euro sind für den Winterdienst im Haushalt eingestellt, doch könne dieser Betrag je nach Bedarf auch unter- oder überschritten werden, erläutert Schick.

 Dafür, dass sich auf normalen Gehwegen niemand wehtut, sind die jeweiligen Anlieger verantwortlich, die an Werktagen ab 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ab 8.30 Uhr bis jeweils 21 Uhr Schnee und Eis zu beseitigen haben. Bei Unfällen, warnt die Mühlacker Stadtverwaltung, drohten oftmals hohe Schadensersatzforderungen. Auch Anwohner von öffentlichen Fußwegen und Treppen sind gefordert. Die Wege müssen auf einer Breite von mindestens 1,50 Meter frei sein. Ist kein Gehweg vorhanden, ist ein eineinhalb Meter breiter Streifen am Rand der Fahrbahn oder der Fußgängerzone zu räumen. Anliegern, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, blüht eine Geldbuße zwischen fünf und 500 Euro.

 Gut gerüstet ist derweil auch die Gemeinde Wiernsheim, die aufgrund ihrer Lage gewöhnlich früher eingeschneit ist als die Orte im Enztal. „Unser Salzlager ist voll mit 52 Tonnen. Wir sind gut vorbereitet“, sagte Hauptamtsleiter Markus Motschenbacher. Ab 4 Uhr werden die Fahrzeuge mit Pflug und Salzstreuer bei entsprechender Wetterlage eingesetzt.

 Vorbereitet sein sollten auch die Autofahrer. Zwar gebe es keine allgemeine verbindliche Winterreifenpflicht, doch müsse die Ausrüstung der Fahrzeuge der Witterung und den Fahrbahnverhältnissen angepasst sein, klärt der Polizeisprecher Michael Sengle auf. Bei einem Verstoß ist der Erwischte rasch 20 Euro Verwarnungsgeld los. Verursacht jemand wegen ungeeigneter Reifen Behinderungen auf der Straße, können es sogar 40 Euro sein.

 Und noch ein winterlicher Hinweis: Am Freitag, 5. Dezember, findet von 9 bis 17 Uhr im ADAC-Haus in Pforzheim ein „Schneeketten-Informationstag“ statt.

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