Streudienst kämpft gegen Schneechaos

Erstellt: 29. Januar 2010, 00:00 Uhr
Streudienst kämpft gegen Schneechaos Im Dauereinsatz waren gestern Morgen die Streu- und Räumdienste der Region. Unser Bild zeigt einen Schneepflug auf der Landesstraße zwischen Pinache und Wiernsheim. Foto: Franz

Der Winter hat den Enzkreis fest im Griff – Lastwagen blockiert Steigung bei Sternenfels – Frau bei Unfall schwer verletzt.

Schnee und Eis halten den Enzkreis weiterhin im Griff. Die Winterdienste waren gestern ab dem frühen Morgen im Dauereinsatz, um die Straßen und Gehwege von Schnee und Eis zu befreien. Die Polizei meldet neun Verkehrsunfälle. Eine 20-jährige Autofahrerin erlitt schwere Verletzungen.

 Von Gerhard Franz

Mühlacker/Enzkreis.  Zwischen 6 und 9 Uhr sind dem Polizeirevier Mühlacker fünf Verkehrsunfälle gemeldet worden. Die Unfälle zwischen Lienzingen und Zaisersweiher, in Schmie, Mönsheim-Flacht und in Mühlacker verliefen glimpflich. Weniger Glück hatte eine 20-jährige Autofahrerin, die zwischen Wurmberg und Wiernsheim unterwegs war und mit ihrem Auto gegen einen Baum prallte. Sie musste ins Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt waren es im Enzkreis und Pforzheim bis gestern Nachmittag neun witterungsbedingte Verkehrsunfälle, die von der Polizei aufgenommen wurden. Polizeisprecher Michael Sengle geht aber davon aus, dass sich auf den rutschigen Straßen noch mehrere kleinere Unfälle ereignet haben.

 Nichts geht mehr: So lautete gestern Morgen die Devise zwischen Oberderdingen und Sternenfels, wo ein quer stehender Lastwagen an der Steigung die Straße blockierte. Erst als stark gestreut wurde, konnte der Chauffeur mit seinem Brummi aus eigener Kraft nach Sternenfels weiterfahren. Dieser Streckenabschnitt sei bei winterlichen Verhältnissen öfters kritisch, berichtet ein Beamter des Polizeireviers Bretten.

 Auf der Autobahn rund um Pforzheim seien die Schneepflüge die ganze Nacht im Einsatz gewesen, so Polizeisprecher Michael Sengle. Im Großen und Ganzen hätten sich die meisten Autofahrer an die winterlichen Verhältnisse gewöhnt. Doch in manchen Situationen werde einfach zu schnell gefahren, klagt Sengle.

 Besonders kritisch war die Situation in den Höhenlagen. Hier mussten die Räumdienste und die Autofahrer mit starken Schneeverwehungen kämpfen. Auf der Bundesstraße 294 zwischen Pforzheim und Bauschlott ist in der Nacht zudem der Peitschenmast einer Ampel Opfer des starken Winds geworden. Er knickte ab und hing zwei Meter über der Fahrbahn. Der Ersatz wird wohl zwei Wochen auf sich warten lassen.

  „Wir waren seit 3 Uhr mit insgesamt elf Winterdienstfahrzeugen im gesamten Stadtgebiet Mühlacker unterwegs“, berichtet Bauhofleiter Stefan Lipps. Darüber hinaus waren viele Mitarbeiter zu Fuß unterwegs, um Gehwege zu streuen und mit Schippen Schnee und Eis zu beseitigten. Insgesamt 45 Mann vom Bauhof seien in Sachen Winterdienst unterwegs, berichtet Lipps.

Die Salzlager sind
so gut wie leer

Ihn plagt eine große Sorge: In Mühlacker geht das Streusalz langsam zu Ende. Der Vorrat reiche nur noch für drei Tage. „Wir warten täglich auf neue Lieferungen“, so Lipps. Um das Streumaterial „etwas zu strecken“ mische man in Mühlacker Splitt in das Streusalz.

 „Das winterliche Wetter darf nicht mehr länger anhalten“, plagen Heinrich Elwert von der Enzkreis-Straßenmeisterei ähnliche Sorgen. „Unsere Salzlager sind so gut wie leer“, sagte der oberste Straßenwärter des Enzkreises. Gestern hätten seine Mitarbeiter im Maulbronner Depot 50 Tonnen erwartet, heute sollen in Pforzheim zwei Lastzüge mit Streusalz eintreffen. Nach den Worten von Elwert sei es für die speziellen Anforderungen der Straßenmeisterei nicht sinnvoll, das Streusalz mit Splitt strecken. „Das kann man nur machen, wenn man Wohnstraßen streut.“ Bei den Salzwerken seien die Vorräte völlig aufgebraucht, weiß Elwert. Was momentan geliefert werde, käme direkt aus den Bergwerken.

 Nicht nur die Straßenmeistereien warten auf Nachschub. Auch bei den Gemeinden geht das Streusalz langsam aus. In Wiernsheim liegen im Bauhof noch zehn Tonnen auf Lager, sagt Ortsbaumeister Klaus Bischoff. Bereits vor drei Wochen habe die Verwaltung Streusalz bestellt. „Ich hoffe, dass wir am kommenden Dienstag eine Lieferung erhalten.“

 Keine besonderen Zwischenfälle und Knochenbrüche durch Stürze auf Schnee und Eis, meldete gestern der DRK-Rettungsdienst. Mit den Krankenwagen seien die Sanitäter bisher recht gut durchgekommen. Rettungsdienst-Leiter Rüdiger Scheffelmaier: „Im Bedarfsfall können wir auch sehr schnell Schneeketten auf die Reifen unserer Rettungswagen aufziehen.“

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