Straßenfest macht später Schluss

Erstellt: 27. Juli 2010, 00:00 Uhr
Straßenfest macht später Schluss Party-Atmosphäre im Enzvorland – in diesem Jahr eine Stunde länger. Archivfoto: Tilo Keller

Sperrzeit wird von 1 auf 2 Uhr verkürzt – Vereine fürchten „überzogene“ Hygiene-Auflagen

Von Thomas Eier

Mühlacker. Gute Nachricht für alle, die ein wenig länger feiern wollen: Das Mühlacker Straßenfest macht in diesem Jahr am Samstag eine Stunde später Schluss. Die Sperrzeit wird, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigte, um eine Stunde auf 2 Uhr verkürzt – verbunden mit der Auflage, dass ab 1 Uhr keine lautstarke Musik mehr gespielt wird. Am Sonntag ist dafür im Sinne der Anwohner schon um 22 Uhr statt wie bisher um 23 Uhr Zapfenstreich. „Wir hoffen, dass alles reibungslos klappt“, sieht der Leiter des Ordnungsamts, Ulrich Saur, die nächtliche Verlängerung auch als eine Art von Testlauf an.

 Laut Jochen Schray, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Vereine, sei die zusätzliche Stunde, um das Fest entspannter ausklingen zu lassen, ein dringender Wunsch der Teilnehmer gewesen. „Wir haben uns mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Antrag entschieden.“ Die Teilnehmerzahl, informiert Schray, werde sich am 11. und 12. September wiederum in der Größenordnung von knapp 40 Zelten und Ständen bewegen. „Es sind zwar Einzelne abgesprungen, aber in etwa gleich viele Neue dazugekommen.“

 Ein Wermutstropfen: Beim Verein Turnkraftwerk, der über zehn Jahre hinweg im Enzvorland flotte Musik in ansprechender Atmosphäre für hunderte von Gästen geboten hat, stehen die Zeichen auf Rückzug. „Wir betreiben, weil wir unseren Besuchern etwas Besonderes bieten wollen, immer einen immensen Aufwand unter anderem mit der Dekoration. Doch uns fehlt es zunehmend an Helfern“, nennt Kassierer Steffen Ritter einen Hauptgrund für den Abschied. Ein Entschluss, den Jochen Schray ausdrücklich bedauert: „Sehr schade, das war immer ein Publikumsmagnet.“

 Auf einen positives Zeichen hofft der Organisationschef dagegen im Vorfeld einer Sondersitzung der Vereinsvertreter Mitte der Woche im Jugendhaus. Schwerpunktthema sollen die neuen, strengeren Hygiene-Auflagen sein, die den Straßenfest-Machern einiges Kopfzerbrechen bereiten. „Grundsätzlich sind Auflagen zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln gut“, stellt Schray fest, „aber manches halten wir doch für überzogen.“ Ein Beispiel: Das Wasser, das an den Zelten und Ständen benötigt wird, dürfe ab sofort nicht mehr durch herkömmliche Schläuche, sondern nur noch durch spezielle, trinkwasserfeste Schläuche fließen. „Ein Meter Schlauch kostet da zwischen 3,60 Euro und 4,10 Euro“, berichtet Jochen Schray von massiven Mehrkosten für die Vereine. „Teilweise muss das Wasser über 100, 200 Meter weit ins Enzvorland zugeleitet werden.“

 Die Vereine hoffen auf Kompromisslösungen, die sie im direkten Gespräch mit einem Vertreter des Landratsamts Enzkreis erzielen wollen. Gleiches gelte für den behördlichen Einspruch gegen die Essensausgabe im Enzvorland – weil es hier nach Ansicht der Kontrolleure zu stark staubt.

 Gegen eine andere Art der Kontrolle hat die Arbeitsgemeinschaft der Vereine nichts einzuwenden: Beim Straßenfest will die Polizei in Zusammenarbeit mit dem Streetwork verstärkt auf den Alkoholkonsum der jungen Besucher achten. Jochen Schray ist deshalb nicht bange: „Ich weiß, dass sich unsere Vereine an die Bestimmungen des Jugendschutzes halten.“ Außerdem wollen die Jugendschutz-Patrouillen auch auf ein Phänomen achten, das den Vereinen selbst ein Dorn im Auge ist: Viele Jugendliche brächten ihre (harten) Getränke selber mit.

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