Stillstand kennt der Rektor nicht

Erstellt: 31. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Stillstand kennt der Rektor nicht Rainer Mack, langjähriger Rektor der Mühlacker Schillerschule, geht 2008 in den Ruhestand. Foto: Fotomoment

Schillerschul-Leiter Rainer Mack geht im Sommer in den Ruhestand – Wichtige Weichen gestellt

Mühlacker – Hinter ihm liegen gut 31 Jahre, vor ihm nur noch rund sieben Monate als Leiter der Mühlacker Schillerschule. Dennoch dient Rainer Mack der letzte Jahreswechsel vor seiner Pensionierung weniger als Anlass, um zurückzublicken, denn um vorauszuschauen. Denn eines hat der Rektor festgestellt: „Schule ist nie fertig.“

VON CAROLIN BECKER

Als ein damals 33-jähriger Pädagoge nach Stationen in Dietlingen und Ellmendingen die Rektorenstelle an der Mühlacker Schillerschule antrat, hätte sich dieser wohl nicht im Traum vorstellen können, dass er im Jahr 2008 als Leiter eben jener Schule in den Ruhestand verabschiedet werden würde. „Ich habe mich vor immer neue Herausforderungen gestellt gesehen“, begründet Rainer Mack – verheiratet und Vater von Drillingen –, weshalb er zwar das eine oder andere Mal an den Absprung gedacht, diesen aber nie gesucht habe.

 Die Einführung der Ganztagsschule vor fünf Jahren und den Neubau der Grundschule führt der Pforzheimer als zwei der markanten Weichenstellungen in seiner Amtszeit an. Doch habe sich in den vergangenen 31 Jahren wesentlich mehr verändert, als in kurzer Zeit aufzuzählen sei. „Habe ich ein neues Projekt in Angriff genommen, wollte ich dieses auch zu Ende führen“, beschreibt der Schulleiter sein Ziel. Schule, habe er als Rektor gelernt, sei stets im Werden. „Demnach dürfte ich eigentlich nie aufhören“, scherzt Mack. Dass er, mittlerweile 64 Jahre alt, mit Schuljahresende seinen Stuhl den gesetzlichen Vorgaben entsprechend räumen werde, sei ein normaler Prozess. Das Verfahren zur Neubesetzung seiner Stelle sei „in der Findungsphase“.

 „Ich hoffe auf eine möglichst rasche Entscheidung, denn ich würde meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin gerne einarbeiten. Stillstand kann in niemandes Sinn sein“, betont der Rektor. Doch habe er nicht allein die Zukunft seiner Schule im Blick. „Ferdinand Staiger hat vor einigen Jahren aufgehört, dann Ewald Scheytt, zuletzt Heinz H. Storn, und nun gehen Wolfgang Schmidt und ich“, listet Rainer Mack die Kollegen von Theodor-Heuss-Gymnasium, Ulrich-von-Dürrmenz-Schule, Enzberger Hartfeld- und Mühlacker Mörike-Realschule auf, die in den Ruhestand getreten sind oder dies – wie er – im kommenden Sommer tun werden. Damit erlebe die Schullandschaft in Mühlacker einen Wechsel, der nicht unproblematisch sei. „Prägende Persönlichkeiten sind gegangen. Das wegzudiskutieren, wäre oberflächlich“, sagt Mack. Schließlich habe sich über die Jahre ein „unwahrscheinlich gutes, kollegiales Verhältnis“ unter den Rektoren entwickelt, „das der Stadt sicher genutzt hat“. Die Phase der Umorientierung – gesucht wir ein neuer geschäftsführender Schulleiter – könne aber auch neue Impulse hervorbringen.

 Auch die derzeit 563 Schüler und 43 Lehrer seiner Grund-, Haupt- und Werkrealschule werden sich auf Neues einzustellen haben. „Es gibt genügend Projekte, die ich noch zu Ende führen möchte, neue werde ich aber mit Rücksicht auf meinen Nachfolger jetzt nicht mehr anpacken“, sagt Mack. Gegenwärtig beschäftige ihn die Suche nach einem pädagogischen Assistenten, der vom 1. Februar an die Lehrer „in besonderen Situationen unterstützen soll“. Erfreulich viele Bewerbungen seien ins Haus geflattert. „Das ist sicher ein qualitativer Fortschritt für unsere Schule“, ordnet der Rektor den personellen Zuwachs ein.

 Den Schulleitern würde zunehmend mehr Eigenverantwortung zugestanden, beschreibt Rainer Mack eine Entwicklung der letzten Jahre. „So kann jede Schule ihr Profil schärfen“, ist er überzeugt. Allerdings, gibt er zu bedenken, halte die Ausstattung der Schulen mit dem vorgelegten Reformtempo noch nicht mit. Daran werde er in seinem letzten Jahr als Vorsitzender der Schulleitervereinigung Baden-Württemberg noch intensiv arbeiten.

 Zeit zur Rückschau bleibe daher kaum, verdeutlicht der Rektor. „Die Begegnung mit Schülern bietet jeden Tag etwas Neues“, erläutert er, weshalb er nach wie vor gerne zur Schule gehe. Allerdings, warnt er seinen noch unbekannten Nachfolger schon im Voraus, „muss einem klar sein, dass dieser Job anstrengend ist. Er fordert nicht den halben, sondern den ganzen Menschen“. Denn fertig ist der Rektor nie.

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