Sternenfels zu einer Marke gemacht

Erstellt: 29. April 2006, 00:00 Uhr
Sternenfels zu einer Marke gemacht Der scheidende Schultes Helmut Wagner und seine Gattin Christa mit Landrat Karl Röckinger (r.). Fotos: Garhöfer

Bürgermeister Helmut Wagner verabschiedet und mit Bürgermedaille geehrt – „Er hat seinen Beruf gelebt“

Sternenfels – 32 Jahre lang war er Bürgermeister von Sternenfels. In dieser Zeit, da waren sich die Redner bei seiner Verabschiedung gestern Abend einig, habe er außergewöhnlich viel für seine Bürger getan und die Gemeinde zu einer über die Grenzen des Landes hinaus bekannten „Marke“ gemacht.

VON THOMAS SADLER

Helmut Wagner habe „die Sternenfelser Erfolgsgeschichte, den Aufstieg vom eher unscheinbaren Dorf zur Modellgemeinde in Bund und Land verkörpert“, sagte Landrat Karl Röckinger in der Diefenbacher Gießbachhalle nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch den zweiten stellvertretenden Bürgermeister Hartmut Gutjahr. Zusammen mit der „Marke Sternenfels“ sei auch der Schultes zu einem Begriff geworden. In der Ära Wagner sei aus dem „strukturpolitischen Sorgenkind im Stromberg“ ein innovativer Wirtschafts- und Arbeitsstandort und eine kinderfreundliche Dienstleistungskommune geworden, so der Landrat, der den Gemeinschaftssinn in der Stromberggemeinde hervorhob und Wagner die Heynlin-Medaille überreichte.
 „Helmut Wagner hat seinen Beruf gelebt und war Bürgermeister mit Leib und Seele“, stellte Jürgen Kurz, Vizepräsident des Gemeindetages Baden-Württemberg, fest. Unter dem Rathauschef habe sich Sternenfels zu einer „Perle des ländlichen Raums“ entwickelt.

 Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann, der für die Abgeordneten des Enzkreises sprach, bezeichnete Wagner als „PR-Manager seiner Gemeinde“ und als „soliden, kommunikativen, freundlichen Bürgermeister“. Wie auch andere Redner hob er außerdem die Unterstützung Wagners durch dessen Ehefrau Christa hervor.
 Sternenfels sei ein „Dorf der Zukunft“, so Hartmut Alker, Ministerialdirigent im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum. Der Schultes, ein „Wirbelwind“, dessen Ideen gefragt blieben, habe stets „gezeigt, wie man Probleme anpackt und löst“ – und sei so für seine Kommune in den Genuss von etlichen Millionen Euro aus der Landeskasse gekommen. Helmut Wagner sei „nicht nur 24, sondern 25 Stunden täglich“ im Dienst gewesen, meinte Maulbronns Bürgermeister Andreas Felchle als Vertreter der Nachbargemeinden, der Wagner, dem er die Klosterstadt-Medaille übergab, als „freundschaftlichen Kollegen“ schätzt.

 Günther Heydenreich, Bürgermeister der Sternenfelser Partnergemeinde Nöbdenitz, lobte den Strombergort als „Musterdörfle im Musterländle“, und Bürgermeister Friedrich Scheerer vom Arbeitskreis Mediendörfer würdigte Wagners entschlossenes Handeln: „Bis andere ,Wurst’ gesagt haben, hatte er sie schon vervespert.“
 „Sie hatten immer Zeit für uns“, dankte Grundschulleiterin Christel Weigle-Mayer, die mit Zweitklässlern eine Aufführung einstudiert hatte, dem Bürgermeister. Wagner sei „ein Mann, mit dem man schwätzen kann“, freute sich Vereinsvertreter Michael Schlotterbeck. Dem evangelischen Pfarrer Joachim Pfau gefiel der „Gemeinschaftssinn“ des scheidenden Verwaltungschefs, während der katholische Geistliche Dr. Romuald Skowronek Wagners „Wohlwollen“ betonte.

 „Das Bürgermeisteramt war seine Lebensaufgabe“, sagte der erste stellvertretende Schultes, Hans-Dieter Schäfer. „Sie waren einer zum Anfassen.“ Für besondere Verdienste um die Kommune überreichte Schäfer Helmut Wagner die Bürgermedaille – eine seltene Ehrung.

 Der vielfach Gelobte, der seiner Gattin 32 Rosen überreichte, zeigte sich „überwältigt“ über die Reden. Das Dienstleistungsdorf sei eine große Gemeinschaft und auf die ideelle und finanzielle Unterstützung von außen angewiesen. Wagner hob das Engagement der Sternenfelser Einwohner und des Gemeinderates, die Bürgergesellschaft und die „basisorientierte Kommunalpolitik“ hervor. Seine Tätigkeit als Schultes sei für ihn eine „erfüllte, schöne und gute Zeit“ gewesen. Wagner, für den „die Pflicht zur Freude wurde“, wünschte allen die Kraft, weiterhin an einem Strang zu ziehen. „Ich verabschiede mich als Ihr langjähriger Bürgermeister und freue mich darauf, dass ich als Helmut Wagner ein Teil der Dorfgemeinschaft sein kann.“
 Für den richtigen Ton bei der Verabschiedung sorgten der Fanfarenzug, der Volkschor und der Posaunenchor Sternenfel, die Harmonie Diefenbach und der MV Freudenstein.

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