Sternenfels vermarktet Japan-Patente

Erstellt: 30. Januar 2010, 00:00 Uhr
Sternenfels vermarktet Japan-Patente Anstoßen auf eine erfolgreiche Kooperation (v. li.): Der Sternenfelser Unternehmer Hans-Joachim Wolf mit den japanischen Forum-Teilnehmern Takayuki Takahashi, Sadao Omata, Kouji Shibuya, Shinobu Fujita, Yoshinobu Murayama und Toshihiro Honda. Foto: Sadler

Institut für Technologietransfer der Firma Wolf Design setzt auf Kooperation mit Fernost.

Asien trifft Europa – und das Scharnier ist Sternenfels. Dort, bei der Firma Wolf Design/Institut für Technologietransfer Sternenfels (IFTS), findet noch bis heute das erste japanisch-deutsche Technologie-Forum statt. Vom Stromberg aus werden künftig Patente aus Fernost vermarktet.

Von Thomas Sadler

Sternenfels. Ziele des Forums sind der Austausch und die Verwertung von Techniken in den Bereichen Medizintechnik und Robotik. An der hochrangigen Veranstaltung, die Fernost und Mitteleuropa zusammenführt, nahmen gestern neben Vertretern der Wolf-Gruppe deren Partner aus Japan teil: Professor Sadao Omata und Yoshinobu Murayama von der 100000 Studenten zählenden Nihon-Universität, Professor Takayuki Takahashi und Kouji Shibuja von der Elite-Uni Fukushima sowie Shinobu Fujita und Toshihiro Honda, Spitzenvertreter japanischer Unternehmen. Auch Jürgen Oswald vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, Werner Morgenthaler von der IHK Nordschwarzwald, Landratstellvertreter Wolfgang Herz und die Sternenfelser Bürgermeisterin Sigrid Hornauer wohnten der Konferenz am Freitagnachmittag bei.

 Sowohl Deutschland als auch Japan, die gleichermaßen über nur wenige Bodenschätze verfügten und deren Bevölkerungen immer älter würden und abnähmen, könnten nur überleben, wenn sie Eliten aufbauten, die Technologien entwickelten, mit denen die Staaten am Weltmarkt zu bestehen in der Lage seien, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Wolf. Beide Länder müssten die Hochtechnologie weiter vorantreiben. Dabei sei es sinnvoll, an einem Strang zu ziehen. Es gehe darum, „Kräfte und Energien zu bündeln“, so Wolf, der als „Felder der Zukunft“ Medizintechnik, Robotik und Automatisierung, erneuerbare Energien und den weiten Bereich der Kunststoffe auflistete.

 Die Universitäten, deren Repräsentanten nach Sternenfels gekommen sind, besäßen wissenschaftliche Erkenntnisse und Patente gerade in den Sektoren Medizintechnik und Robotik, die in Zukunft von den Japanern und dem Institut für Technologietransfer Sternenfels in Deutschland und anderen europäischen Ländern gemeinsam vermarktet werden sollen. Diese Gegenseitigkeit, sagte Wolf, nutze am Ende sowohl der japanischen als auch der deutschen Volkswirtschaft.

 Schon in einigen Wochen, kündigte der Geschäftsführer des Stromberg-Unternehmens im Gespräch mit unserer Zeitung an, sollen die Patente aus Fernost zuerst deutschen und später auch anderen Firmen Europas vorgestellt werden.

 Sadao Omata zeigte sich in seiner Rede überzeugt davon, dass die japanischen und Sternenfelser Partner Hindernisse gemeinsam meistern und Erfolg haben werden. „Wir wollen unsere Zukunftsträume erreichen und bitten um Unterstützung“, so der Professor.

 Jürgen Oswald, beim Wirtschaftsministerium des Landes der Leiter des Referats Außenwirtschaft, verwies auf „enge Beziehungen“ und „politische und wirtschaftliche Kontakte auf höchster Ebene“ zwischen Japan und Baden-Württemberg, dem exportstärksten Bundesland. Für Bürgermeisterin Sigrid Hornauer ist das Forum mit der nun besiegelten Kooperation „ein weiterer Meilenstein und ein Höhepunkt für den Gewerbestandort Sternenfels“. Die Gemeinde wolle ein verlässlicher Partner sein und flexibel helfen.

 Der Ferne Osten ist indes nicht die einzige Weltregion, zu der Wolfs Firmen geschäftliche Verbindungen unterhalten. Wie der Chef sagt, vertreten sie per Marketing unter anderem zwei deutsche Bushersteller im Nahen und Mittleren Osten, wo Hans-Joachim Wolf über Kontakte in Ländern wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Jemen und Iran verfügt. „Wir versuchen, für Firmen aus Europa dort Türen zu öffnen.“ Die Rolle der Wolf-Gruppe charakterisiert der Geschäftsführer so: „Wir sind eine Denkfabrik. Außerdem sehen wir uns in Sternenfels als Brücke in viele Länder.“

 Darüber hinaus würden in Sternenfels, wo die Verwaltung Betrieben vorbildlich beistehe, auch Großprojekte entwickelt wie ein neues Golf-Hotel in Abu Dhabi, „zu dem wir die Grundideen, das Konzept geliefert haben“, so Wolf, den Rathauschefin Sigrid Hornauer anerkennend als „richtigen Macher“ würdigt.

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