Sternenfels soll ein Bürgerhaus erhalten

Erstellt: 8. April 2010, 00:00 Uhr
Sternenfels soll ein Bürgerhaus erhalten Ortsbildprägend und geschichtsträchtig: das Gebäude Schlossbergstraße 7 ist älter als die Kirche. Foto: Garhöfer

Ziel ist die Gründung einer Fördergemeinschaft für die Sanierung des ältesten Gebäudes der Gemeinde.

Mit neuer Energie will die Gemeinde Sternenfels zusammen mit engagierten Bürgern die Verwirklichung einer großen Idee angehen: Aus dem alten Gebäude Schlossbergstraße 7 soll das Bürgerhaus Sternenfels werden.

Von Andrea Garhöfer

Sternenfels. Derzeit formiert sich eine Aktionsgemeinschaft, welche die weiteren Aktivitäten koordinieren und auch an der Entwicklung eines künftigen Nutzungsmodells für das Gebäude mitarbeiten soll. Das Gebäude Schlossbergstraße 7 liegt mitten im Herzen von Sternenfels und ist das älteste Gebäude im Dorf – sogar älter als die Sternenfelser Kirche. Eine bauhistorische Untersuchung hatte im Jahr 2002 ergeben, dass das Gebäude vermutlich im Sommer 1685 gebaut wurde, der stattliche Keller unter dem Haus dürfte sogar aus dem 16. Jahrhundert stammen. Das ortsbildprägende Gebäude ist in die Jahre gekommen, es besteht Sanierungsbedarf.

Rathauschefin regt
Bürgerversammlung zum
Nutzungskonzept an

 Bereits im Jahr 2009 hatte der Sternenfelser Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, das Gebäude zu erhalten. Für eine grundlegende Sanierung fehlt der Kommune jedoch das Geld. Damit das Gebäude trotzdem nicht im Dornröschenschlaf liegt, dafür sorgen schon seit mehreren Jahren zwei rührige Gruppierungen, die mit viel Idealismus und ehrenamtlichem Einsatz Räume im Haus hergerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben: die Arbeitsgemeinschaft Sandbauernstube, die im Erdgeschoss einen Gastraum sowie eine kleine Ausstellung mit Werkzeugen, Möbeln und Bildern aus „Alt-Sternenfels“, die beliebte „Sandbauernstube“, eingerichtet hat, und die Altersabteilung der Sternenfelser Feuerwehr, die den großen Sandsteingewölbekeller in rund 3000 Arbeitsstunden hergerichtet hat.

 „Der Erhalt des Hauses liegt nicht nur den Aktiven dieser Gruppen und der Gemeinde, sondern auch vielen Sternenfelsern sehr am Herzen. Das stelle ich in Gesprächen immer wieder fest“, sagt Bürgermeisterin Sigrid Hornauer. Deshalb ist sie zuversichtlich, dass es einer starken Bürgergemeinschaft gelingen wird, Erhalt und Sanierung des Gebäudes sicherzustellen. „Derzeit bildet sich eine Aktionsgemeinschaft. Ziel ist es allerdings, eine bürgerschaftliche Fördergemeinschaft zu gründen und so die Idee ,Bürgerhaus Sternenfels‘ auf eine möglichst breite Basis zu stellen“, verdeutlichen Bürgermeisterin Hornauer und Bürgermeisterstellvertreter Klaus Riekert. Die breite Verankerung des Projekts in der Bürgerschaft sei wichtig, betonten sie.

 „Wir wollen einen breiten Meinungsbildungsprozess anstoßen. Denkbar ist beispielsweise, dass ein künftiges Nutzungskonzept des Hauses in einer Bürgerversammlung besprochen oder bei einer Bürgerbefragung thematisiert wird“, meinen Hornauer und Riekert. Denn weder zur künftigen Nutzung noch zum Vorgehen bei der Sanierung sei bisher irgendetwas entschieden. „Denkbar ist auch eine Sanierung nach dem Modell ,Museum auf dem Schafhof‘ in Maulbronn“, meint Bürgermeisterin Hornauer. Einen ersten finanziellen Grundstock für den Erhalt des Hauses hat jedenfalls die Arbeitsgemeinschaft Sandbauernstube gelegt. Die Gruppe um Brigitte und Rudolf Federmann hat die Erlöse aller ihrer Aktionen und Feste in den vergangen Jahren auf einem Gemeindekonto angesammelt – bis jetzt knapp 30000 Euro, die komplett dem Erhalt des Gebäudes zugute kommen werden. Künftig werden alle Erlöse aus Festen und Aktivitäten im Haus auf dieses Konto fließen. Geld, das hoffentlich in Zukunft viel Gutes bewirken wird. „Auf jeden Fall lässt sich das Haus vielfältig nutzen, etwa als sozialer Treffpunkt für alle Generationen, für Vereine und Vorträge, als Zentrum für Feste, für künstlerische und handwerkliche Ausstellungen, der Keller für Weinproben und Weinseminare“, zählt Edgar Schlotterbeck von der Altersabteilung einige Ideen auf. Dass dieses Ziel erreicht wird, daran will die jetzige Aktions- und künftige Fördergemeinschaft unter Mithilfe von möglichst vielen Interessierten kräftig arbeiten: „Das Gebäude ist ein Stück Sternenfels, ein Stück Geschichte, ein Stück Heimat – und bietet der ganzen Dorfgemeinschaft unheimlich viele Möglichkeiten. An seinem Erhalt und seiner Sanierung sollten daher alle interessiert sein.“

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