Statt Gauner Füchse gejagt

Erstellt: 30. Juli 2007, 00:00 Uhr
Statt Gauner Füchse gejagt Rolf Schimpf (l.) und Horst Maier. Foto: Ochs

TV-Star Rolf Schimpf („Der Alte“) ist mit 100 Enzkreis-Jägern auf die Pirsch gegangen.

Im Fernsehen jagte er Diebe und Mörder, gestern ging er in Schützingen auf die Pirsch. Im Visier hatte er beim „Frühansitz“ der Jäger aus dem östlichen Enzkreis Füchse und Wildscheine. Die Ausbeute war allerdings mager: „Bei mir war nichts los“, sagt Rolf Schimpf und lacht. Seit 4 Uhr saß er auf dem Hochsitz im Schützinger Wald, beobachtete Rehe, Böcke und Geißen. Füchse und Wildschweine ließen sich aber keine blicken.

 Erfolgreicher war Schimpf als Kommissar Leo Kress, den er in der beliebten ZDF-Serie „Der Alte“ 21 Jahre lang spielte. In exakt 222 Folgen brachte er unzählige Kriminelle hinter Schloss und Riegel. Vergangenen Dezember wurde die letzte Folge mit ihm abgedreht. „Ich habe lange dafür gekämpft aufzuhören“, sagt der rüstige 82-Jährige. „Man kann nicht ewig so tun, als ob man noch 65 wäre.“ So hat Schimpf immerhin Zeit, auf die Jagd zu gehen, einem Hobby, dem er seit seinem 16. Lebensjahr frönt.

 Aufgewachsen ist der Schauspieler zwar in Berlin, seine Eltern stammen aber aus Esslingen. Deshalb kehrt Schimpf, der in München lebt, immer wieder gern in die Heimat zurück. Mit den Jägern aus dem östlichen Enzkreis kam er vor 15 Jahren auf Einladung des inzwischen verstorbenen Manfred Behr aus Stuttgart zusammen, dessen Familie ein Haus in Schützingen besitzt und das Jagdrevier Illingen gepachtet hat. Mit Hegeringleiter Horst Maier verbindet ihn seitdem eine Jagdfreundschaft. Bei herbstlichen Treibjagden der Enzkreis-Reviere war Schimpf in den vergangenen Jahren oft dabei.

 Die Fuchsjagd am Sonntag war für ihn jedoch eine neue Erfahrung. „Sie war von den einzelnen Revieren sehr gut organisiert“, lobte Schimpf. Und sehr erfolgreich. 42 Füchse und drei Wildschweine hatten die 100 Jäger nach dem dreistündigen Frühansitz erlegt. Am zielsichersten waren die Jäger aus Kieselbronn. Kein schöner Anblick waren die toten Jungfüchse, die vor Scheune des Illinger Bergweghofs lagen, während die Mühlacker Jagdhornbläser „die Strecke verbliesen“, wie es im Jäger-Latein so schön heißt. Es sei aber notwendig, den Bestand von Füchsen und Wildschweinen einmal im Jahr zu reduzieren, erklärte Hegeringleiter Maier die Notwendigkeit der Jagd. Der Fuchs habe fast keine natürlichen Feinde mehr und würde sich ungehindert vermehren, was fatal für andere Wildarten wie Fasane oder Hasen wäre. Das Niederwild könne sich durch den künstlichen Eingriff also erholen. Außerdem würden auf die Weise gleichzeitig Seuchen bekämpft.

 Bis Mittwoch bleibt Schimpf noch in Schützingen, wo er in der „Krone“ wohnt. Vor seiner Abfahrt will er mit der Familie Behr noch zwei Böcke schießen, „wenn ich Weidmannsheil habe“, sagt er beim Weißwurstessen in der Scheune. Nächstes Jahr will er auf jeden Fall wiederkommen. Auch wenn „Der Alte“ für ihn Vergangenheit ist – seinen Beruf hat er noch nicht an den Nagel gehängt. Bedauert hat er es jedoch immer, dass das Privatleben seiner TV-Figur Leo Kress ausgeblendet wurde. Der Zuschauer erfuhr eigentlich nie, was der Kommissar macht, wenn er die Übeltäter erfolgreich zur Strecke gebracht hatte. War er womöglich Hobby-Jäger wie Schimpf selbst? „Nein“, sagt er und lacht. „Einen Jäger habe ich nie gespielt. Aber wer weiß, was nicht ist…“    Torsten Ochs

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