Stadt verkauft Großglattbacher Rathaus

Erstellt: 23. Juni 2010, 00:00 Uhr
Stadt verkauft Großglattbacher Rathaus Stark sanierungsbedürftig und nicht gerade ein Aushängeschild: das Großglattbacher Rathaus-Gebäude. Doch der Stadt fehlt das Geld für eine Instandsetzung. Foto: Sadler

Gemeinderat stimmt einhellig zu – Ein Einwohner des Ortsteils will das Gebäude erwerben und herrichten

Die finanziell klamme Stadt Mühlacker verkauft das Großglattbacher Rathaus-Gebäude. Ein Interessent ist schon gefunden: ein Großglattbacher Bürger. Die im Rathaus untergebrachten städtischen Einrichtungen werden in das Alte Schulhaus verlegt.

Von Thomas Sadler

Mühlacker-Großglattbach. Das Rathaus in Großglattbach müsste dringend hergerichtet werden, doch die Stadt habe kein Geld dafür, machte Oberbürgermeister Frank Schneider deutlich. Deshalb schlug die Stadtverwaltung dem Gemeinderat gestern Abend vor, das heruntergekommene Gebäude zu veräußern. „Ein neuer Eigentümer“, so die Hoffnung, „könnte das Gebäude sanieren.“ Die Kommune hat Glück: Wie das Grundstücks- und Gebäudemanagement und der OB mitteilten, wolle ein Großglattbacher die Immobilie in der Ortsmitte erwerben und auf Vordermann bringen. Im Obergeschoss plane er eine Wohnung, und im Erdgeschoss sei ein Treffpunkt für Bürger als eine Art Café vorgesehen. Mit dem Gebäude sollen auch gleich vier Parkplätze im rückwärtigen Bereich verkauft werden. Allerdings müsse die Stadt die für die Herstellung dieser Plätze erhaltenen Zuschüsse aus dem Sanierungsprogramm in Höhe von 27300 Euro zurückzahlen.

 Die im Rathaus untergebrachten städtischen Einrichtungen – Verwaltungsaußenstelle, Kinderbücherei und Arztzimmer – könnten in die nördliche Wohnung im ersten Obergeschoss des Alten Schulhauses im Ritterweg 21 verlegt werden, so die Verwaltung. In dieses Gebäude wurden circa 1,4 Millionen Euro investiert. Neben Vereinsräumen im Erdgeschoss gibt es dort zwei Wohnungen im Obergeschoss. Die südliche Wohnung könne vermietet werden, so die Verwaltung.

 Nach einer relativ kurzen Aussprache gab der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig grünes Licht für das Versilbern des Rathauses und die Verlegung der darin noch enthaltenen Einrichtungen.

 Allerdings teilte CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle vor der Zustimmung erst mal einen Seitenhieb in Richtung Verwaltung aus. Jahrelang, kritisierte er, sei nichts zur Instandhaltung des Rathauses unternommen worden, das sich nicht gerade als „Aushängeschild“ eigne.

 Dass die Christdemokraten der Veräußerung des Rathaus-Gebäudes ihren Segen gäben, sei jedoch „keine Vorlage für andere Stadtteile“, warnte Bächle. Sollte heißen: kein Freibrief für den Verkauf von anderen Stadtteil-Rathäusern.

 SPD-Chef Dr. Roland Peter hielt den Verkauf des Großglattbacher Rathauses einerseits für bedauerlich, aber angesichts der Finanzlage auch für „sinnvoll“. Im Gegensatz zu Bächle konnte er sich wohl vorstellen, gegebenenfalls über die Veräußerung von Rathäusern in weiteren Teilorten nachzudenken. Vorher gelte es aber zu untersuchen, von wem sie aufgesucht werden, denn die Nutzer sollten bei eventuellen Verkäufen nicht das Nachsehen haben.

 Doch soweit ist es noch nicht. Jetzt gehe es ausschließlich um Großglattbach, stellte Rolf Leo (Freie Wähler) fest, der ebenfalls sein Ja zu der von der Verwaltungsspitze vorgegebenen Marschrichtung signalisierte – obwohl dieser Schritt älteren Bürgern wehtue, wie er fand. Ebenfalls positive Stellungnahmen kamen von Dr. Ulrike Fuchs (LMU) und Dr. Jens Hanf (FDP), der bemerkte, die Kommune könne sich eine Sanierung nun wirklich nicht leisten.

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