Stadt legt Versicherung Kosten vor

Erstellt: 31. März 2011, 00:00 Uhr
Stadt legt Versicherung Kosten vor Die Mühlacker Schiller-Grundschule hat eine neue Fassade. Foto: Sadler

Pfuschbeseitigung an Schiller-Grundschule kostet ungefähr 500000 Euro  – Gerichtsverfahren möglichst vermeiden

Die aufwändige und teure Sanierung der beim Bau verpfuschten Fassade der Schiller-Grundschule ist seit Herbst vorigen Jahres abgeschlossen. Doch ausgestanden ist die ebenso zeitraubende wie ärgerliche Angelegenheit noch nicht.

Von Thomas Sadler

Mühlacker. Nach wie vor ist nicht klar, ob sich die Stadt und die gegnerische Versicherung in der Frage der Übernahme der Kosten einig werden. Es geht um rund 500000 Euro.
 Wie mehrmals berichtet, hatte sich herausgestellt, dass beim Bau der Fassade zu schwache, nicht den Sicherheitsvorschriften entsprechende Glasstärken verwandt worden waren. Da der verantwortliche Handwerksbetrieb nicht belangt werden kann, weil er längst in Konkurs gegangen ist, stellt die Stadt Mühlacker ihre Regressforderungen an die Versicherung des Architekturbüros, das bei der Schiller-Grundschule für Bauüberwachung und Endabnahme zuständig war.

 Im vorigen Jahr seien auf der Südseite des Gebäudes praktisch sämtliche Teile der schadhaften Fassade ausgetauscht und auf den anderen Seiten stellenweise Reparaturen und Erneuerungen vorgenommen worden, berichtet Bürgermeister Winfried Abicht auf Nachfrage unserer Zeitung. So weit, so gut. Doch die Frage, wer wie viel bezahlen muss, ist weiter unklar. Zwar hat die gegnerische Versicherung den Schaden längst grundsätzlich anerkannt, ist dabei aber von einer Sanierungssumme von ungefähr 270000 Euro ausgegangen. Mittlerweile steht fest, dass dieser Betrag beim Weitem nicht ausreicht.

 An der Finanzierung der Ausgaben für Maßnahmen wie Sonnenschutzfenster, die zu einer Verbesserung geführt haben und die auch bei einer ordnungsgemäßen Ausführung angefallen wären, könne sich die Kommune ja beteiligen, sagt Winfried Abicht.

 Was indes die Erstattung der Kosten für die reine Schadensbeseitigung angehe, wolle die Stadt eine umfassende Kostenerstattung, zeigt sich der Mühlacker Bürgermeister und Baudezernent hartnäckig. Die festgestellten Schäden an der ehemaligen Pfuschfassade wurden gründlich dokumentiert und die Baustelle „gutachterlich begleitet“. Um jederzeit Beweise vorweisen zu können, wurden die ungenügenden, inzwischen ersetzten Fassadenteile zwischengelagert.

 Derzeit laufen die letzten Prüfungen der komplett angefallenen Kosten, die der Versicherung demnächst gemeldet werden solle, wie der Bürgermeister ankündigt. Dabei handle es sich um circa 500000 Euro.

 Winfried Abicht hofft auf eine einvernehmliche Lösung mit der Gegenseite. „Ich will das Geld so schnell wie möglich“, drückt er aufs Tempo. Ein Gerichtsverfahren hielte er nicht für wünschenswert. Zum einen würde es Zeit kosten, zum anderen wisse man nie, wie das Urteil am Ende ausfällt.

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