Stadt hofft auf Durchbruch in Dürrmenz

Erstellt: 19. September 2007, 00:00 Uhr
Stadt hofft auf Durchbruch in Dürrmenz Verzwickte Geschichte: Ortstermin des Gemeinderats im vergangenen Herbst. Foto: Archiv

Überlegungen für eine Lösung aus einer Hand im alten Ortskern – Treuhandmodell im Gespräch

Mühlacker –  Im alten Ortskern von Dürrmenz will die Stadt Mühlacker die Weichen für einen „großen Wurf“ stellen: Nach MT-Informationen ist ein Aufkauf mehrerer Objekte geplant, um auf diese Weise die Voraussetzungen zu einer Neuordnung der Grundstücke und ihrer Bebauung zu schaffen.

VON THOMAS EIER

Auch wenn es noch keine offizielle Bestätigung gibt und sich alle noch bedeckt halten: Vieles deutet darauf hin, dass mittlerweile eine Mehrheit im Gemeinderat in einem Engagement der Stadt die einzige Chance auf einen echten Neuanfang in Dürrmenz sieht. In einem Rundgang hatte sich der Gemeinderat im vergangenen Herbst selbst ein Bild vom Zustand der Bebauung zwischen Hofstraße und Brunnengasse gemacht und dabei einen Eindruck von den komplizierten örtlichen Verhältnissen gewonnen. Schon damals war in ersten Reaktionen aus Reihen der Stadträte der Ruf nach dem Abrissbagger als letztem Ausweg aus der Misere laut geworden. Galt doch nicht nur die Zukunft der leer stehenden Traditionsgaststätte Kanne als ungewiss, sondern vor allem auch der weitere Werdegang des so genannten Schuler-Areals mit der ehemaligen Bijouteriefabrik Craiss. Im Herzstück des alten Dürrmenz, hieß es in der Vergangenheit im Gemeinderat, werde sich der Erfolg des gesamten Sanierungsprogramms entscheiden.

 Nachdem seither bevorzugt hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde, gibt es nun Hinweise auf eine neue Strategie. Demnach wird ein groß angelegter Aufkauf von Immobilien und Grundstücken erwogen, der sich sowohl auf das Kanne-Grundstück wie auch auf den Schuler-Komplex und das Anwesen Kazenmaier erstrecken soll. Allerdings würde wohl nicht die Stadt selbst als Käufer auftreten, sondern die Kommunalentwicklung LEG Baden-Württemberg, die als bewährter Partner der Stadt die Sanierungsgebiete betreut. Sie könnte, nach dem Vorbild ähnlicher Projekte in anderen Kommunen, im Auftrag der Stadt über ein Kommunaldarlehen die Mittel für den Grundstückskauf aufbringen und danach die Weichen für den Abriss einiger alter Gebäude insbesondere auf dem Craiss-Gelände, eine neue Aufteilung der Grundstücke und eine neue Vermarktung an Investoren stellen. Mit Hilfe der Erlöse und in Verbindung mit dem Sanierungsprogramm, hoffen die Befürworter dieser Lösung, könnten dann die finanziellen Vorleistungen für das ehrgeizige Projekt wieder ausgeglichen werden. Wenngleich ein Restrisiko bei der Stadt als Eigentümerin bliebe, die bei der erfolgreichen Vermarktung auf das Know-how und die guten Kontakte der Kommunalentwicklung LEG vertrauen müsste.

 Deren Projektleiter Wilhelm Kirschner möchte zwar keine Details zum konkreten Fall in Dürrmenz nennen und verweist auf die internen Beratungen, bestätigt aber, dass die Kommunalentwicklung LEG als Tochterunternehmen der LBBW bereits ausreichend Erfahrungen mit solchen Treuhandmodellen gesammelt habe. „Derzeit laufen in anderen Kommunen bestimmt zehn bis 15 solcher Projekte, darunter auch deutlich größere als es Dürrmenz wäre“, verrät Kirschner auf Anfrage unserer Zeitung.
 Bei Treuhandmaßnahmen, erläutert er, handle es sich um die weitestgehende Art der Betreuung eines Sanierungsgebiets. Die Kommunalentwicklung LEG kauft dabei Grundstücke in das Treuhandvermögen der Stadt und kümmert sich anschließend um einen neuen Zuschnitt und den Verkauf an Investoren. Aus Sicht des Projektleiters ist – die Mitwirkung der Eigentümer immer vorausgesetzt – eine Lösung aus einer Hand generell mit vielen Vorteilen verbunden.

 In Dürrmenz wiederum, verweist Kirschner auf die planerischen Grundlagen des Sanierungskonzepts, seien im rückwärtigen Bereich der Bebauung nicht nur öffentliche Parkplätze, sondern auch neue Wegeverbindungen zwischen Hofstraße und Brunnengasse geplant, die den Fußgängern und Radfahrern zugute kommen sollen. Daher sei ein gewisser Grundstückserwerb von vornherein Bestandteil des Sanierungskonzepts gewesen.

 In anderen Kommunen, sagt Kirschner, hätten Treuhandmodelle schon den erwünschten Erfolg für das Sanierungskonzept gebracht. „Und wir alle wollen, dass es auch in Dürrmenz funktioniert.“

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