Stadt bietet Schloss-Investoren ihre Hilfe an

Erstellt: 16. Januar 2008, 00:00 Uhr

Bislang keine konkreten Anfragen – Thema soll noch vor der Zwangsversteigerung in den Gemeinderat

Mühlacker-Mühlhausen (the) – Drei Wochen vor der Zwangsversteigerung ist bei der Stadt Mühlacker noch kein konkreter Interessent für das Schloss Mühlhausen vorstellig geworden.

Die Zeit drängt. Am 5. Februar kommt das Schloss in Pforzheim unter den Hammer, und in Mühlhausen wächst die Spannung und die Unsicherheit, was aus dem historischen Anwesen werden soll. Deshalb fordert die CDU-Fraktion im Gemeinderat, das Thema noch kurzfristig in der nächsten Woche auf die Tagesordnung zu setzen.

 Mindestens 500000 Euro, die Hälfte des Verkehrswerts von einer Million Euro, müsste der Investor bei dem Versteigerungstermin in Pforzheim bieten. Allerdings dürfte der Sanierungsaufwand für das Schloss, das mittlerweile seit zehn Jahren leer steht, um ein Vielfaches höher liegen. Leider, bedauert Bürgermeister Winfried Abicht, habe bislang noch kein Interessent mit konkreten Vorstellungen den Kontakt zu der Stadtverwaltung gesucht. Dabei, macht Abicht klar, könnte es für Investoren durchaus wichtig sein, zunächst bei der Stadt anzuklopfen. „Wir haben unsere Erfahrungswerte, was in welcher Form möglich wäre“, bietet der Bürgermeister und Baudezernent den künftigen Schlossherren seine Hilfestellung an.

 Zumal man sich im Rathaus bewusst ist, dass das Thema den Mühlhäusern unter den Nägeln brennt. „Auch beim Neujahrsempfang“, hat Winfried Abicht mitbekommen, „wurden insbesondere die örtlichen Stadträte wieder gelöchert, ob sie denn etwas Neues wüssten.“ Pausenlos, bestätigt der Mühlhäuser CDU-Stadtrat Wolfgang Schreiber, werde er auf das Thema angesprochen. Wie seine SPD-Kollegin Doris Bopp hatte er schon vor dem Jahreswechsel gegenüber dem Mühlacker Tagblatt die Bedeutung des Kulturdenkmals für den Ort betont. „Deshalb dürfen wir die Sache nicht einfach treiben lassen“, betont Schreiber, nachdem der Versteigerungstermin näher rückt, „sondern schauen, welche Unterstützung die Stadt einem Investor, der etwas Sinnvolles plant, geben kann.“

 Einigermaßen überraschend kommt für die Verwaltungsspitze der zusätzliche Wunsch aus der CDU-Fraktion, eine mögliche Nutzung durch die Stadt zu prüfen. „Auf Anhieb“, gesteht Winfried Abicht, „fällt mir nichts ein.“ Dabei brauche es für ein Engagement der Stadt aus seiner Sicht nicht nur klare Vorstellungen zu der Nutzung, sondern auch detailliertere Informationen über den Zustand des Bauwerks und seiner Anlagen. „Die Kosten für Kauf und Sanierung“, ist sich auch Stadtrat Schreiber im Klaren, „wären noch einmal ein anderes Kaliber als beim alten Schulhaus in Großglattbach. Doch selbst wenn ein Kauf durch die Stadt eher unrealistisch ist, darf man zumindest die Frage stellen.“

 In der jüngeren Vergangenheit, so haben Mühlhäuser beobachtet, hätten mehrfach Besichtigungen im Schloss stattgefunden. „Wir sollten nicht alles dem Zufall überlassen“, sagt Schreiber. Wie Winfried Abicht appelliert er an die Interessenten, sich vor dem 5. Februar an die Stadt zu wenden. Zumal die Stadt sich um ein neues Landessanierungsprogramm für Mühlhausen bemühen wolle, welches auch eine Förderung für das Schloss mit sich bringen könnte.

Weiterlesen
Bei Iptingen bewegt sich noch zu wenig

Bei Iptingen bewegt sich noch zu wenig

1:1 gegen Ensingen – Titelaspirant startet mit einem Unentschieden in die Kreisliga B 5 Wiernsheim-Iptingen – Der Saisonauftakt des SV Iptingen ist nur zum Teil geglückt. Die Mannen von Trainer… »