Stadt baut auf ihre Schulen

Erstellt: 27. August 2008, 00:00 Uhr
Stadt baut auf ihre Schulen Hausaufgaben gemacht: Oberbürgermeister Arno Schütterle rechnet vor, wie viel Geld die Stadt Mühlacker seit dem Jahr 2004 bereits für ihre Schulen und ihre Schüler ausgegeben hat. Fotos: Eier

In den Sommerferien schuften wieder an allen Fronten die Handwerker

Mühlacker – Die Stadt Mühlacker, ist Oberbürgermeister Arno Schütterle überzeugt, werde ihre Hausaufgaben bestens erledigen. Bereits zehn Millionen Euro seien seit 2004 in die Schulen investiert worden, und weitere Millionen würden noch folgen. Doch für die gute personelle Ausstattung der Schulen mit Lehrern sei das Land zuständig.

VON THOMAS EIER

Eine leise Befürchtung des Mühlacker Verwaltungschefs: Während die Stadt viel Geld in die Hand nimmt, um ihre Schulen fit für die Zukunft zu machen, könnte der Sparkurs des Landes kontraproduktiv sein. Es bleibe abzuwarten, inwieweit die anstehende „Pensionierungswelle“ von älteren Lehrern durch Neueinstellungen aufgefangen werde, zeigt sich Schütterle gespannt. Es sei an den Schulen und den Eltern, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls Alarm zu schlagen. Zurzeit, gesteht der OB ein, könne die Stadt noch „relativ“ zufrieden sein.

 In einer kleinen Besichtigungstour zeigte der Verwaltungschef, begleitet vom zuständigen Amtsleiter Gottfried Kautter und dem Verantwortlichen für den Hochbau, Wolfgang Möller, dass von einer Sommerpause in den Mühlacker Schulen keine Rede sein kann. Wo sonst die Schüler schwitzen, schuften derzeit die Handwerker. „Wir haben mehr Baustellen als je zuvor“, beschrieb Schütterle den hohen Arbeitseinsatz seiner Mitarbeiter. „Seit wir 2003 im Gemeinderat eine Prioritätenliste beschlossen haben, werden die Maßnahmen sehr intensiv vorangetrieben.“

Beispiel 1: die Uhlandschule. In der Förderschule, die im vergangenen Schuljahr von 116 Schülern in zwölf Klassen besucht wurde, wird in den großen Ferien nicht nur die Multimedia-Installation forciert, sondern auch der Umbau eines überdachten Pausenhofs zu einer Mensa mit 44 Sitzplätzen. Zum neuen Schuljahr sollen hier die Ganztagesschüler – mehr als die Hälfte der Uhlandschüler kommen von auswärts – in einem Zwei-Schicht-Betrieb über Mittag verköstigt werden. Kosten für die Schulmensa und die neue Verkabelung: insgesamt 340000 Euro, von denen der Enzkreis 115000 Euro übernimmt.

 „Es handelt sich hier um eine besondere Schule“, weist OB Arno Schütterle auf den Sonderstatus der Förderschule hin, die von der Stadt betrieben und vom Kreis finanziell unterstützt wird. Allein in den fünf Jahren, seit der Gemeinderat nach einer gründlichen Bestandsaufnahme seine Prioritätenliste für die Sanierung von öffentlichen Gebäuden beschlossen habe, seien 680000 Euro in die Uhlandschule geflossen, unterstrich der Verwaltungschef. „Das macht 1170 Euro pro Schüler im Jahr, die sich die Stadt und der Kreis teilten.“

Beispiel 2: Theodor-Heuss-Gymnasium. Wo sich früher üble Gerüche verbreiteten, riecht es nach Neubau: Für 430000 Euro werden seit Mai auf drei Ebenen im Hauptgebäude die WC-Anlagen erneuert. 86 neue „Sanitärobjekte“ wurden eingebaut, sämtliche Installationen ersetzt. Dafür reichten die Schulferien allein nicht aus, weshalb die Schüler zeitweilig auf Container-Toiletten ausweichen mussten.

 „Das Gymnasium ist unsere größte Baustelle“, sagt der OB. Doch liegt dies nicht allein an den neuen Toiletten: Parallel dazu erforderten die Verbesserungen am Brandschutz einen hohen planerischen und finanziellen Aufwand, stellt Schütterle fest, und verweist außerdem als dicksten Brocken auf den dritten Erweiterungsbau, der im nächsten Jahr für 2,7 Millionen Euro in Angriff genommen werden soll. „Anschließend ist aber nicht Schluss“, warnt Amtsleiter Gottfried Kautter vom Gebäude- und Grundstücksmanagement vor verfrühter Euphorie, „danach müssen irgendwann die Fassade, das Dach und die Elektrik saniert beziehungsweise ausgetauscht werden.“
 Seit 2004, hat der OB ausgerechnet, wurden für jeden der 1356 Mühlacker Gymnasiasten jedes Jahr 320 Euro ausgegeben.

Beispiel 3: die Schillerschule. Eine neue Fluchttreppe, neue Brandschutztüren, neue Brandmelder – auch in der Schiller-Hauptschule ist in den Ferien Feuer unter dem Dach. Zumal gleichzeitig ebenfalls die Multimedia-Installation für den zeitgemäßen Unterricht mit Computern und der weitere Ausbau der Ganztagesschule laufen. 1,6 Millionen Euro kosten die Verbesserungen und Veränderungen insgesamt, die sich naturgemäß nicht auf sechs Wochen Ferien beschränken, sondern schon im August 2007 begonnen wurden. „800 Euro pro Schüler und pro Jahr wurden in fünf Jahren in die Schillerschule mit ihren 241 Hauptschülern investiert“, macht der OB seine beliebte Rechnung auf. „Ein Spitzenwert, was die städtischen Investitionen betrifft, nur die Enzberger Hartfeldschule liegt wegen ihres Neubaus noch darüber.“

Beispiel 4: die Mörike-Realschule. „Schulpolitisch gesehen ist sie unsere wichtigste Schule“, sagt Schütterle, „weil von hier der Großteil der regionalen Fachkräfte kommt, die in der Zukunft dringend gebraucht werden.“ Damit diesen Facharbeitern von morgen nichts geschieht, wird derzeit an der Sicherheit im Schulhaus gefeilt. Treppengeländer werden umgebaut und teilweise erhöht, die Glaswände am Durchgang zwischen Schule und Sporthalle durch bruchsicheres Glas ersetzt. Parallel dazu sorgt die Stadt für einen sicheren Datenfluss, indem sie nach dem Westflügel auch das Hauptgebäude neu verkabelt. Kosten insgesamt: etwa 210000 Euro, zu denen nochmals 23000 Euro unter anderem für neue Installationen und neue Duscharmaturen in der Schulsporthalle kommen.

 793 Schüler hatte die Mörike-Schule im vergangenen Schuljahr, die nach der Arithmetik des Oberbürgermeisters seit 2004 pro Jahr mit jeweils mehr als 430 Euro gefördert wurde. Unter anderem für neue Computerräume würden in den nächsten Jahren nochmals 600000 Euro fällig.

 Fazit aus Sicht des OB: Die Stadt Mühlacker ist nach dem Sanierungsstau der Vergangenheit schwer am nachbessern, und ein klarer Schwerpunkt seien die Schulen. Zehn Millionen Euro in fünf Jahren, zählt Schütterle zusammen, das macht 555 Euro für jeden Schüler in jedem Jahr.

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