Stabwechsel an der SPD-Spitze

Erstellt: 17. November 2008, 00:00 Uhr
Stabwechsel an der SPD-Spitze Kämpferisch: Timo Steinhilper verbreitet Aufbruchstimmung.Foto. Kollros

Neuer Kreisvorsitzender: Delegierte wählen Timo Steinhilper aus Knittlingen zum Nachfolger von Thomas Knapp

Mühlacker / Enzkreis – Mit dem 26-jährigen Timo Steinhilper aus Knittlingen hat der SPD-Kreisverband den jüngsten Vorsitzenden aller Zeiten an seiner Spitze. Der einstimmig zum Nachfolger von Thomas Knapp gewählte Familienvater versprüht für das kommende Super-Wahljahr viel Optimismus.

VON NORBERT KOLLROS

„Wir werden der 140-jährigen Tradition unserer Volkspartei hier im Enzkreis zu einer guten Zukunft verhelfen“, verbreitete Steinhilper in seiner Vorstellungsrede vor den 75 Delegierten beim Kreisparteitag in Mühlacker Aufbruchstimmung. 2009 werde das Jahr der Möglichkeiten für die Sozialdemokraten im Enzkreis, er sei überzeugt, nach den Einbrüchen bei den vergangenen Kreistagswahlen wieder an Mandaten zuzulegen. „Wir werden dazu die Menschen und ihre Probleme in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen“, spornte Steinhilper seine Parteifreunde an.

 Er traue sich diese Führungsaufgabe zu, diese ihm gegebene Chance ehre ihn und hinter ihm stünden drei Familien-Generationen, in denen gleichfalls schon das SPD-Parteibuch gepflegt worden sei. Zum Einstieg in sein neues Amt versprach er allen Ortsvereinen, sie zu besuchen „und Eure Anliegen zu hören“, gleichzeitig strebe er den Schulterschluss mit den Gewerkschaften an, auch auf dem Gebiet besitze er Erfahrungen aus dem Elternhaus.

 Der später zu seiner Stellvertreterin gewählten Bundestagsabgeordneten Katja Mast versprach er, sie bei ihrem Kampf ums Direktmandat zu unterstützen. Sie bezeichnete er als eine jener Persönlichkeiten, die nach dem Debakel in Hessen das Ansehen der Partei wieder stärken könnten. Indes, in der Bundespartei sei es gut, „wenn wir in dieser Situationen Menschen wie Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier haben“.

 Eines der zentralen Zukunftsthemen ist für Steinhilper „Wohlstand und Gerechtigkeit auf hohem Niveau zu sichern“. Die Zukunft der Kinder müsse noch mehr ins Zentrum sozialdemokratischen Handelns gestellt werden, dazu gehörten flächendeckend Ganztageskindergärten, finanziert aus dem Landeshaushalt, und ebenso die Ganztagesschule gesetzlich verankert. Mehr akademischen Nachwuchs würde er sich dadurch versprechen, wenn die „Campus-Maut“ wieder abgeschafft werde: „Wir verprellen studienwillige Jugendliche, die sich vor einem Schuldenberg nach ihrem Studium fürchten.“

 Zum sozialen Frieden gehört für Steinhilper auch eine gerechte Entlohnung der Arbeit und etwa die Rückkehr zur Pendlerpauschale im früheren Umfang. In der Energiepolitik unterstützt er den Atomausstieg und eine verstärkte Zuwendung zu erneuerbaren Energiequellen. Auf diesem Gebiet könnten Arbeitsplätze geschaffen und die Wertschöpfung vor Ort erhalten werden.

 In seiner letzten Rede als Kreisvorsitzender hatte Thomas Knapp den Delegierten nochmals seine Beweggründe für seinen Rückzug erläutert: Durch sein berufliches sowie landespolitisches Engagement – beides auf dem Energiesektor – sieht der Landtagsabgeordnete nicht mehr ausreichend zeitlichen Freiraum zur intensiven Arbeit an der Parteibasis, wie er sie vor drei Wahlen im nächsten Jahr für erforderlich erachte. Und die Arbeit in der Kreispartei werde auf eine zusätzliche Schulter verteilt – zusätzlich zum neuen Kreisvorsitzenden er, Knapp, mit den direkten Verbindungen zur Landespolitik, die Bundestagsabgeordnete Katja Mast nach Berlin und Kreistags-Fraktionsvorsitzender Jochen Protzer als Bindeglied zur Kommunalpolitik. „Starten wir den Angriff nach vorne, wir werden wieder stärker werden“, rief Knapp seinen Genossen zu.

 Der SPD-Kreisvorstand hat in den nächsten zwei Jahren folgendes Aussehen:
Vorsitzender: Timo Steinhilper (Knittlingen), Stellvertreter: Manuel Linkenheil (Ispringen) und Katja Mast (Keltern), Schatzmeister: Jochen Kiefer (Königsbach-Stein), Schriftführer: Karl-Heinz Grässle (Niefern-Öschelbronn), Pressesprecher: Kurt Bickel (Sternenfels), Beisitzer: Uschi Bodemer (Remchingen), Nils Nonnenmacher (Remchingen), Elisabeth Schaudt (Königsbach-Stein), Stephan Startter (Straubenhardt), Gerlinde Grässle (Niefern-Öschelbronn) und Constanze Beyer (Neuenbürg).

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