Sporthallenbau: Würfel sind gefallen

Erstellt: 17. Juli 2012, 23:30 Uhr
Sporthallenbau: Würfel sind gefallen Es ist so weit: Der Gemeinderat stimmt über das Thema Sporthallenbau ab.

Mühlacker. Für den Bereich Lindach soll rasch eine zweiteilige Sporthalle gebaut werden – und zwar von der Stadt und nicht von privaten Investoren. Dies hat der Gemeinderat am Dienstagabend in einer von Vertretern des Elternbeirats der Schulen und des Stadt-Sport-Verbands verfolgten Sitzung beschlossen. Um das Vorhaben finanziell stemmen zu können, beantragt die Verwaltung Zuschüsse beim Land. Weiter sprach sich das Gremium dafür aus, ein Ausschreibungsverfahren für die Errichtung einer neuen Sporthalle im Käppele vorzubereiten.

Über die einzelnen Teilbeschlüsse wurde getrennt abgestimmt. Während über die Bedeutung, dass vorrangig im Lindach-Bereich so schnell wie möglich eine neue Sporthalle hinzustellen sei, Einigkeit herrschte, gingen die Ansichten bezüglich des Käppele auseinander.

„Priorität“ müsse der Bau einer zweiteiligen Halle im Lindach haben, forderte CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle, der die Verwaltung aufrief, sich darum zu bemühen, dass die Stadt schon im nächsten Jahr in den Genuss von Zuschüssen kommt. Was das Käppele angeht, kritisierte er, dass die Stadt die Instandhaltung zu lange vernachlässigt habe. Nun sei es am besten, zu berechnen, was wirtschaftlicher ist: eine Sanierung, für die sich sein Fraktionskollege Wolfgang Buchtala starkmachte, oder Abriss und Ersatzbau.

Das aktuelle Angebot einer Investorengruppe lehnte Bächle ebenso ab wie die große Mehrheit des Gemeinderates. Lediglich sechs Räte (Freie Wähler) enthielten sich der Stimme. Bei der Investorenlösung müsste die Stadt laut der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Kanzlei über eine Laufzeit von 20 Jahren rund 9,11 Millionen Euro aufwenden. Baut sie selbst, muss sie 8,04 Millionen mit Förderung und 8,83 Euro ohne Förderung zahlen. Allerdings, regte Bächle an, könnten die Investoren ja Vorschläge für den eventuellen Neubau einer Halle im Käppele machen.

In diesem Punkt stimmte ihm SPD-Chef Thomas Knapp zu, doch hielt der überhaupt nichts davon, auch nur einen Euro in den „Schuppen“, als den er die alte Käppele-Turnhalle bezeichnete, zu stecken. Infrage komme nur ein Neubau. Das heruntergekommene Gebäude, schätzte er, könnte schon im Sommer nächsten Jahres weg sein. Was die Lindach-Halle angeht, so kommt für Knapp auch ein Standort in der Goldshalde in Betracht. Dann, nannte Knapp einen Vorteil, müsste das Gebäude nicht im Schulhof „eingegraben“ werden.

Auch FW-Vorsitzender Rolf Leo, dessen Fraktion mit einer privaten Lösung geliebäugelt hatte, hielt die Goldshalde zumindest für überlegenswert. Wenn nun anstelle potenzieller Investoren die Stadt selbst bauen sollte, müsse dies auch dann geschehen, wenn sich 2013 womöglich herausstelle, dass aus den Fördertöpfen des Landes erst mal kein Geld sprudelt. Diesem Grundsatz stimmte der Gemeinderat denn auch zu. Was das Käppele betrifft, sprach sich Leo ebenfalls für einen Neubau aus.

LMU-Sprecherin Dr. Ulrike Fuchs sah in der Goldshalde als Gebiet für eine Lindach-Halle den Vorzug, dass der Schulhof dann nicht verbaut werde. In Bezug auf das Käppele hatte sie nichts dagegen, auch die Kosten einer Sanierung zu ermitteln. Doch dies lehnte die Gremiumsmehrheit am Ende ab. Dafür votierte das Gros für einen Neubau.

Wäre es nach dem FDP-Chef Dr. Jens Hanf gegangen, würde dies jedoch nicht sofort angegangen. Zunächst sollte sich die Stadt auf die Halle im Lindach konzentrieren, meinte er. Das Thema Käppele hätte er lieber hintangestellt. Die Stadt tue sich wohl schwer, zwei Hallen gleichzeitig zu finanzieren, so seine Begründung.

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