Spektakel mit 70 000 Teilnehmern

Erstellt: 30. Juli 2011, 00:00 Uhr
Spektakel mit 70 000 Teilnehmern Sportliche Wettkämpfe und Vorführungen mit viel guter Laune und jubelnden Zuschauern: Teilnehmer aus dem Turngau Neckar-Enz marschieren vor rund zwei Wochen bei der Welt-Gymnaestrada in Lausanne ins Stadion ein. So stimmungsvoll soll auch das Internationale Deutsche Turnfest 2013 in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen werden. Fotos: privat

Die Lienzingerin Sibylle Richter arbeitet an verantwortlicher Position auf das Internationale Deutsche Turnfest 2013 hin

Ferien? Von wegen! Sibylle Richter, Lehrerin am Theodor-Heuss-Gymnasium Mühlacker, hat sich eine Menge Arbeit vorgenommen. Nicht nur für die kommenden sechs Wochen, sondern für fast zwei Jahre. Sie sitzt seit dieser Woche im Organisationspräsidium für das Internationale Deutsche Turnfest 2013.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker/Heidelberg. Alle vier Jahre findet das Deutsche Turnfest statt, und das seit 1860. Zum vierten Mal wird es 2013 als Internationales Deutsches Turnfest veranstaltet, und erstmals ist es nicht an eine einzelne Stadt vergeben worden, sondern an eine ganze Gegend. Die Metropolregion Rhein-Neckar ist vom 18. bis 25. Mai 2013 Gastgeber des Sportspektakels, zu dem mehr als 70 000 Teilnehmer aus über 40 Nationen sowie mehr als 20 000 Gäste pro Tag erwartet werden. Rund 10 000 freiwillige Helfer werden notwendig sein, das Großereignis auf die Beine zu stellen. Ein Budget von 10,2 Millionen Euro ist veranschlagt. Dass seine Idee einmal solche Ausmaße annehmen würde, hätte sich Friedrich Ludwig „Turnvater“ Jahn wohl kaum träumen lassen, als er 1811, also vor genau 200 Jahren, die Turnbewegung begründete und auf der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz errichtete. „Sein Gedanke dabei war militärisch. Er wollte junge Männer körperlich so fit machen, dass sie Kriege eher überlebten“, verrät Sibylle Richter den historischen Kontext. Die breite Bevölkerung fit zu machen, ist bis heute ein Anliegen der Turnbewegung, freilich mittlerweile ohne militärische Hintergedanken.

Zehn Sportarten ermitteln im Rahmen des Turnfestes ihre Deutschen Meister

Bei der konstituierenden Sitzung des Turnfest-Präsidiums in dieser Woche hat Sibylle Richter die Leitung von insgesamt 21 Arbeitskreisen übernommen, die sie in nächster Zeit mit dafür geeigneten Personen besetzen muss. „Da habe ich schon genügend und die richtigen Kontakte. Und ich kenne auch meine Pappenheimer“, sagt die Lienzingerin. Sie hat also schon eine vage Vorstellung, wen sie mit welcher Aufgabe betraut, bei wem es von alleine flutscht und bei wem sie dann immer mal wieder nachhaken muss.

Das Organisationskommittee besteht aus einem zwölfköpfigen Präsidium, dem auch Sibylle Richter angehört, einer siebenköpfigen Steuerungsgruppe und etlichen Arbeitskreisen sowie einem mit 27 Personen besetzten Beirat, dem unter anderem auch die Bürgermeister der beteiligten Kommunen angehören. Neben den Städten Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen sind 15 weitere Städte und Gemeinden in das Fest eingebunden, stellen Schulen als Unterkünfte zur Verfügung sowie ihre Sporthallen und Sportplätze für die Wettkämpfe, darunter die Deutschen Meisterschaften in insgesamt zehn Sportarten, beispielsweise Geräteturnen und Trampolinturnen. „Daran können auch Sportler aus dem Ausland teilnehmen. Am Ende gibt es dann zwei Siegerlisten: eine deutsche und eine internationale Siegerliste“, erklärt Sibylle Richter.

Insgesamt aber sind es 20 Sportarten, die beim Internationalen Deutschen Turnfest mit Wettbewerben oder Vorführungen vertreten sein werden. „Als Vizepräsidentin Sport des DTB bin ich natürlich für alle Wettbewerbe derjenigen Sportarten verantwortlich, die unter dem Dach des DTB organisiert sind“, erklärt Richter. Geräteturnen und Rhythmische Sportgymnastik gehören dazu, Rhönradturnen, Trampolinturnen und unter anderem auch Faustball. Einige Gastsportarten werden ebenfalls beim Turnfest vertreten sein, darunter Sportakrobatik, Kleinfeld-Handball und Volleyball.

Schon jetzt merkt man Sibylle Richter die Vorfreude auf das Fest an. Sie hofft, dass auch Teilnehmer aus den Turngauen Neckar-Enz und Pforzheim-Enzkreis die kurze Reise über den Rhein hinüber machen. „Die baden-württembergischen Teilnehmer werden nämlich ihre Unterkunft in Ludwigshafen haben.“

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