Spektakel fasziniert 27000 Besucher

Erstellt: 29. Juli 2012, 23:30 Uhr
Spektakel fasziniert 27000 Besucher Clown und Akrobat: Barto.

Pforzheim. Über 10000 Besucher sind am Haupttag des 18. Internationalen Musik- und Theaterfestivals „Sommersprossen“ in der Pforzheimer Innenstadt voll auf ihre Kosten gekommen; insgesamt berichten die Veranstalter von 27000 Zuschauern an drei Tagen. Von Clowns über Puppenspieler bis Jongleure, Vorleser und Apokalypse-Trommler war alles vertreten, was über Stunden hinweg Kurzweil versprach.

14 Ensembles aus sechs Ländern zeigten in 33 Aufführungen Höhepunkte aus ihren Programmen der internationalen Straßentheaterszene. Nach dem Eröffnungsspektakel mit dem Theater „Titanick“ und seiner „Hochofensinfonie“ im Benckiserpark (wir haben berichtet) und diversen Theateraktionen am Freitag – unter anderem mit Les Krilati im Kulturhaus Osterfeld – ging es am Samstag vor den Läden in der Innenstadt noch einmal rund.

Den größten Anklang und die meisten Lacher verzeichnete am frühen Nachmittag Mr. Marcus an der Fußgängerzone/Ecke Bahnhofstraße. Humorige Sprüche und eine einzigartige Feuerfackelakrobatik auf dem Hochrad gehörten neben den ironisch-spaßigen Erklärversuchen bei Kindern („Wie funktioniert wohl eine Kettensäge?“) zu seinem Markenzeichen.

Aus einem apokalyptischen Filmstreifen wie „Mad Max“ schien das Ensemble Stahl Fatal entsprungen. Mit großem Trommelgetöse auf Blech- und ausgedienten Regentonnen zogen die dunkelgekleideten Männer und Frauen an ihrem „Stammplatz“ vor der Schlössle-Galerie ein und schufen Endzeitstimmung mit düsteren Bläser-Kompositionen auf Gießkannen und Metallrohren.

Genau das Gegenteil gab es bei der Vorleserin Claudia Schnürer zu hören: Romantik pur. Ihr Publikum ergötzte sich an der Bahnhofstraße/Ecke Blumenhof an literarischen Meisterwerken. „Etwas Schönes“ wünschte sich eine Passantin im „Vorlesezimmer“ mit weißem Holztisch, Leselampe, einem Strauß Wiesenblumen und einem Stapel Bücher. Sie bekam einige Passagen aus Kalekos „Grundlos vergnügt“ vorgelesen. Dass Vorführungen mit selbstgebauten Handfiguren wieder mehr im Blickpunkt des Publikumsinteresses stehen, zeigt nicht nur die wachsende Zahl an TV-Kunstpreisen für Puppenspieler: Wahre Menschentrauben belagerten die Bühne des Karlsruher Duos „Die Poppets“, das in der Tradition der „Muppets“ mit Klappmaulfiguren begeisterte.

Ein originelles Programm bot auch Barto als Clown und Akrobat. Am Bezirksamtsturm band er sein Publikum in die Show ein, ließ es Fackeln halten und „Hochseile“ zerren und sorgte dafür, dass es zu keiner Sekunde langweilig wurde.

Keck und stellenweise hart an der Grenze der Höflichkeit agierte Gregor Wollny, der an der Barfüßerkirche nicht nur sein Publikum, sondern auch Passanten mit einbezog. Ganz schön frech: Er nahm einem Kind sein Softeis weg, schleckte daran und hielt es, zum Leidwesen des Besitzers, den Passanten zum Kosten hin.

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