Spannende Ferien zum kleinen Preis

Erstellt: 30. Juli 2011, 00:00 Uhr
Spannende Ferien zum kleinen Preis Im Mehrgenerationenhaus des Altenzentrums St. Franziskus in Mühlacker erwartet Kinder, die in den Ferien nicht verreisen, ein buntes Programm. Foto: Filitz

Angebot im Mehrgenerationenhaus entlastet berufstätige Eltern und bietet Kindern aus sozial schwachen Familien jede Menge Spaß.

Kinderbetreuung im Altenheim ? Diese Kombination gibt es im Enzkreis nur im Mehrgenerationenhaus Mühlacker. Auch in den Sommerferien wissen Eltern ihre Kinder hier in guten Händen.

Von Eva Filitz

Mühlacker. Barbara Schwab, verantwortlich für die „Kinderstube“ im Haus, hat sich mit ihrem Team ein abwechslungsreiches Programm für die „schönsten Wochen im Jahr“ einfallen lassen.

„Nicht jedes Kind kann in den Ferien verreisen, sei es, dass berufstätige Eltern keinen Urlaub bekommen oder auch aus finanziellen Gründen. Aber deshalb muss für die Daheimgebliebenen die Ferienzeit nicht eintönig und traurig sein“, betont Schwab. Von sportlich bis künstlerisch kreativ biete das Mehrgenerationenhaus ein Programm, das verschiedene Interessen abdecke. „Wir bieten Kanufahrten auf der Enz an, eine Olympiade, bei der es auf die Geschicklichkeit ankommt, eine Stadtrallye durch die Kernstadt und Dürrmenz, dann wird gemalt und gebastelt, zum Beispiel Korbflechten geübt. Wir besuchen die Feuerwehr und machen einen Ausflug zum Flughafen in Stuttgart. Nicht nur bei Erwachsenen ist die ,Hocketse‘ beliebt, auch unsere Kleinen hocken oft und gerne um den Grill und freuen sich auf Schnitzelweck und Stockbrot. Und am Ende der Ferien veranstalten wir für alle Teilnehmer ein großes Abschlussfest mit vielen Überraschungen.“

Alter, Herkunft und Hautfarbe
spielen keine Rolle

Für eine Betreuung oder Aufsicht der Kinder durch pädagogisch geschulte Mitarbeiter sei stets gesorgt“, informiert Alexandra Rapp, Leiterin des Mehrgenerationenhauses.

„Auch unsere ehrenamtlichen Helfer müssen eine entsprechende Vorbildung nachweisen“ ergänzte Cornelia Burghardt-Heller, Vorsitzende des Vereins Tagesmütter Enztal und aktive Feuerwehrfrau. Sie managt den Ausflug zu den Floriansjüngern – in Theorie und Praxis.

Ungezählte Spielmöglichkeiten bietet die Ausstattung der Kinderstube. „Manchmal fast ein bisschen zu viel“, hat Kunsttherapeutin Jenny Gösche beobachtet, die sich einmal in der Woche um die Kleinsten kümmert. Sie spielt mit Zoe, gerade ein Jahr alt, als die zehnjährige Laura sich dazu setzt und der Kleinen zeigt, wie das Stofftierchen quietschen kann. Das unaufgeregte Miteinander der Kinder, ungeachtet von Alter, Herkunft und Hautfarbe, fällt sofort auf und ist „nebenbei“ ein ganz wichtiger Schritt in Bezug auf die Entwicklung der Sozialkompetenz, der von den Organisatoren so gewollt ist.

Umsonst kann dieses umfassende Angebot einer Ferienbetreuung nicht sein. Die Buchung einer kompletten Woche, ganztags von 8 bis 17 Uhr, kostet 85 Euro, halbtags von 8 bis 13 Uhr oder von 12 bis 17 Uhr 50 Euro. Auch tageweise Buchungen sind möglich. Für ein Mittagessen sind drei Euro zu zahlen. Wer zwei oder mehrere Wochen bucht, erhält einen Spezialtarif. Anmelden können sich die Eltern beim Mehrgenerationenhaus unter der Telefonnummer 07041/953427, oder sie schauen einfach mit oder ohne Kinder vorbei und machen sich selbst ein Bild. „Im vorigen Jahr ist unser Angebot sehr gut angenommen worden“, berichten Rapp und Schwab. „Es soll niemanden geben, der aus finanziellen Gründen sein Kind nicht bei uns anmelden kann. Bei sozial schwachen Familien übernimmt das Jugendamt die Kosten“, informierten die Leiterinnen.

„Niemand soll sich von der etwas umständlichen Antragstellung abschrecken lassen“, meint Cornelia Burghardt-Heller, „wir helfen beim Ausfüllen oder gehen mit zum Amt, wenn jemand sich nicht traut, weil die Sprachkenntnisse nicht ausreichen. Einfach das Büro der Tagesmütter unter 07041/8184711 oder meine Nummer 0152/23516454 anrufen. Hilfestellung geben auch Diakonie und Caritas, die Familienhilfe und ,Miteinander leben‘.“

Niemand komme als Bittsteller, nur die Initiative müssten die Eltern selbst ergreifen, und sie sollten im Interesse ihrer Kinder das Angebot nutzen, so ein dringender Rat an noch Unentschlossene.

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