Sieg der Lokalmatadoren am laufenden Band

Erstellt: 30. April 2007, 00:00 Uhr
Sieg der Lokalmatadoren am laufenden Band Bei den Aktiven tobt ein Duell an der Spitze: Am Ende setzt sich Arne Lorenz (l.) gegen Sebastian Kienle durch. Foto: Hansen

550 Teilnehmer beim fünften Illinger Citylauf – Läufer kämpfen mit hohen Temperaturen – Dusche auf der Strecke

Illingen – Das erste Laufduell der beiden Lokalmatadoren Arne Lorenz aus Illingen und Sebastian Kienle aus Knittlingen entschied der Spezialist Lorenz am Samstagnachmittag beim Citylauf in Illingen auf der letzten Runde für sich. Von Anfang an auf Sieg dagegen standen die Zeichen für die Topathletin Christine Schleifer aus Mühlacker. Sie lief nach 37:45 Minuten ins Ziel.

VON ISABEL HANSEN

„Ich kenn ihn. Er spielt, er spielt“, kommentierte Harald Feierabend, Veranstalter des fünften Illinger Citylaufes, das Kopf-an-Kopf-Rennen von Laufspezialist Arne Lorenz und Triathlet Sebastian Kienle. Wer allerdings mit wem spielte, diese Information blieb er den Zuschauern in der Aufregung doch schuldig. Arne Lorenz, der nach zehn Kilometern mit einem Vorsprung von einer guten halben Minute als Sieger ins Ziel lief, hatte den Konkurrenten aus dem Dreikampf-Lager auf jeden Fall ernst genommen: „Ich bin schnell angelaufen. Und dachte nur: ,Mist, der ist immer noch dran.’“ Bis Kilometer acht war der Triathlet Kienle dem Schüler dicht auf den Fersen. Mal lag Kienle einen Schritt vorne, dann wieder einen zurück. „Ich habe mich gut gefühlt und eine Zeit von 31:30 Minuten angepeilt. Mit 2,5 Minuten auf 1000 Meter bin ich mutig gestartet. Auf den letzten beiden Kilometern konnte ich das Tempo von Arne nicht halten und musste ihn ziehen lassen“, bedauerte Kienle. Zufrieden war er damit nicht: „33:16 Minuten auf zehn Kilometer – das hüpfe ich sonst auf einem Bein.“

 Christine Schleifer aus Mühlacker konnte sich Zeit lassen: Den Platz als schnellste Frau machte ihr auch in Illingen keine streitig. 37:45 Minuten standen auf der Uhr, als sie nach zehn Kilometern – fast locker – ins Ziel lief. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierte: souveräne zwei Minuten. Schleifer: „Gewinnen wollte ich natürlich. Aber ich konnte auf der Strecke Druck rausnehmen. Bei der Hitze war das ganz gut.“ Temperaturen von mehr als 25 Grad brachten jeden ins Schwitzen. Doch alle 550 Teilnehmer gewannen den Kampf gegen die Hitze.

 Eine ähnliche Lauftaktik – allerdings nicht ganz freiwillig – verfolgte Lisa Burger aus Illingen. „Zum Schluss konnte ich nicht mehr so schnell“, erklärte die Vierjährige. Bis zum letzten der 400 Meter hat das kleine Mädchen alles gegeben. Das sie beim Bambini-Lauf trotzdem als Schlusslicht über die Ziellinie kam, war ihr ziemlich egal. „Das Rennen hat Spaß gemacht“, erklärte sie, als den Mund kurz von ihrem Finisher-Preis löste: die Junior-Trinkflasche kam prima an.

 Für den Schülerlauf mussten die Nachwuchstalente 2,5 Kilometer durchhalten: Eine Leistung, die Bestnoten verdient, fand die 15-köpfige Startgruppe der Ferdinand-Steinbeis-Schule aus Vaihingen. „Dafür kriegen wir alle eine Eins in Sport“, lachten Julia Großmann, Louisa Bestgem, Larissa Gayer, Melanie Heidel und Jana Schneider aus der achten Klasse.

 Bestens vorbereitet präsentierten sich auch die elf Fußballer vom SV Illingen: „Seit sechs Wochen wird gelaufen“, fordert Trainer Solombrina Marcello seine Jungs, Jahrgang 1999, auch neben dem Platz.

 Ins Schwitzen kam bei Temperaturen über 25 Grad jeder: Zuschauer, Läufer und nicht zuletzt die Helfer. Nachfüllen, Anreichen, zur Seite springen – die Jungs und Mädels am Verpflegungsstand hatten alle Hände voll zu tun, die Athleten mit Getränken zu versorgen. Schorle für den Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, Wasser für den kühlen Kopf, wobei manche Erfrischungsschauer aus dem Becher auch den Nachbarn trafen. Wer jetzt noch trocken war, konnte auf der Strecke bei Volker Schäuffele eine Dusche nehmen. Er drehte für jeden Läufer den Hahn auf und pumpte zehn Liter durch das Rohr. Geduscht, nass gespritzt oder einfach nur verschwitzt. Für einen Wet-T-Shirt-Wettbewerb hat sich am Samstagnachmittag jeder qualifiziert.

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