Sich noch einmal zerreißen

Erstellt: 30. Mai 2012, 23:30 Uhr
Sich noch einmal zerreißen Auf keinen Fall Mauertaktik: Um am letzten Spieltag Platz neun zu behaupten braucht Phönix Lomersheim einen Sieg, denn Verfolger TSV Schwieberdingen sitzt punktgleich im Nacken. Foto: Eigner

Eigentlich ist alles in Butter, sollte man meinen. Phönix Lomersheim geriet als Aufsteiger in der Bezirksliga nie in die Nähe der Abstiegsränge. Mit derzeit Platz neun kann Eberhard Carl auch gut leben, doch die jüngsten Auftritte seiner Elf haben den Trainer verärgert. Das soll im letzten Saisonspiel anders werden.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Lomersheim. „Ich bin nicht zufrieden“, murrt Eberhard Carl gleich zum Auftakt des Gesprächs mit unserer Zeitung. Aha? Das hörte sich doch über weite Strecken der Saison anders an. Da verwies der Phönix-Trainer wiederholt und selbst nach Niederlagen darauf, dass man als Aufsteiger auf einem einstelligen Tabellenplatz stehe und dies allen Grund zur Zufriedenheit biete. „Der Tabellenplatz ist auch okay“, präzisiert Carl, „aber die letzten Spiele ärgern mich, da haben wir einige zu schnell verschenkt.“

Als eindrucksvolles Beispiel dient ihm der Heimauftritt gegen den FV Löchgau II vor knapp zwei Wochen. „Da spielen wir 70 Minuten auf ein Tor, kriegen dann das 0:1 und verlieren noch 0:3“, regt sich Carl auf. „Niederlagen ärgern mich immer“, gibt er zu. Aber damit steht er als Sportler wohl kaum alleine.

Im letzten Punktspiel, auf eigenem Platz gegen den Tabellensiebten VfR Großbottwar, muss Eberhard Carl am kommenden Samstag (15Uhr) jedoch improvisieren. Marco Parisi, Michael Dorn, Timo Hagenbuch, Dominik Murnberger, Arne Körner und Flavio Knapp fehlen aus unterschiedlichsten Gründen, die einen im Urlaub, die anderen verletzt oder durch irgendwelche Termine verhindert. „Die spielen, werden sich für einen Sieg zerreißen“, sagt Eberhard Carl. Es ist Forderung und Versprechen gleichermaßen. Zumal die Phönix-Elf Platz neun behaupten und Martin Maier einen erfolgreichen Ausstand bescheren will, der schon vor Wochen angekündigt hat, in der kommenden Saison für Germania Bietigheim zu spielen, das als Absteiger aus der Bezirksliga bereits feststeht. „Kein Kommentar“, sagt Eberhard Carl auf Maiers Wechsel angesprochen.

Aus der zweiten Mannschaft und aus der A-Jugend wird sich der Trainer wohl bedienen, um die gelichteten Reihen übermorgen aufzufüllen. Und gerade der U19-Nachwuchs macht den Lomersheimern Freude. Zehn A-Junioren stoßen in der kommenden Saison altershalber zu den Aktiven, und alle haben bereits bekundet, beim TSV Phönix zu bleiben. „Darauf sind wir sehr stolz. Genau deswegen bilden wir aus“, freut sich Eberhard Carl, der die Junioren am Wochenende beim Wiernsheimer Pfingstturnier beobachtet hat. „Sie haben im Turnier insgesamt eine gute Leistung gezeigt, auch im Finale. Aber da war Prag einfach klar besser“, äußert sich der Trainer wohlwollend. Obwohl die meisten der zehn Nachwuchsspieler zunächst vermutlich mit der zweiten Mannschaft in der Kreisliga B Erfahrung sammeln sollen, hat Carl doch „zwei oder drei“ entdeckt, die für die Bezirksliga infrage kämen. Ihnen solle Michael Dorn als Leitfigur dienen, verweist Eberhard Carl auf den jetzt 19-Jährigen, der in dieser Saison eigentlich noch in der Jugend hätte spielen können. „Es hat sich bewährt, Michael Dorn zu den Aktiven zu holen“, lobt Carl die Entwicklung des Mittelfeldspielers, der in allen Bezirksliga-Spielen der laufenden Spielzeit zum Einsatz kam.

„Drei K.o.-Spiele – das wird kein einfacher Weg. Aber ich fände es super, wenn Illingen aufsteigt“

Für die kommende Saison habe Phönix Lomersheim abgesehen von den zehn Spielern aus der eigenen Jugend bereits vier Neuzugänge an der Angel, blickt Eberhard Carl voraus. Namen könne man jedoch noch nicht nennen. Darüber hinaus wolle Phönix noch zwei oder drei weitere Neuzugänge verpflichten.

Eine große Freude wäre es ihm, betont der Phönix-Trainer, wenn der SV Illingen noch den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen würde. „Derbys sind immer etwas Schönes“, findet Eberhard Carl und drückt dem Lokalrivalen die Daumen. „Drei K.o.-Spiele – das wird kein einfacher Weg. Aber ich fände es super, wenn Illingen aufsteigt“, betont Carl. Ihm ist dies mit Phönix Lomersheim vor einem Jahr gelungen, allerdings hatte seine Mannschaft damals in der ersten Relegationsrunde ein Freilos und musste nur zwei Partien überstehen. Doch im letzten und entscheidenden Duell sieht Eberhard Carl den jeweiligen Herausforderer im Vorteil. „Der A-Ligist hat eine erfolgreiche Saison hinter sich, war bis dahin auch in der Relegation erfolgreich, kommt also mit viel Selbstvertrauen. Der Bezirksligist hingegen hat ein Jahr mit immer wieder Niederlagen und viel Gezitter erlebt“, verdeutlicht Eberhard Carl die psychologische Seite und fragt ganz neugierig nach Spielterminen und Austragungsorten der Relegation.

Kein Problem: Am Mittwoch, 6. Juni, spielt Illingen um 18 Uhr in Freudental zunächst gegen die Spvgg 07 Ludwigsburg II (Vizemeister der Kreisliga A1); vorausgesetzt der SVI behauptet zuvor am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den VfR Sersheim (15 Uhr) seinen zweiten Platz in der A3-Liga. Doch daran bestehen bei drei Punkten und neun Toren Vorsprung auf die Verfolger kaum Zweifel.

Im Falle eines Sieges gegen Ludwigsburg trifft Illingen dann am Samstag, 9.Juni, um 15 Uhr in Pleidelsheim auf die TSF Ditzingen (Vizemeister der A2-Liga). Sollte der SVI auch gegen die Turn- und Sport-Freunde die Oberhand behalten, dann wäre der Tabellen-13. der Bezirksliga am Samstag, 16. Juni, um 15 Uhr die letzte Hürde zum Aufstieg. Nach derzeitigem Tabellenstand wäre dies der TV Pflugfelden, aber auch TSV Heimsheim, TSV Merklingen und TSV Benningen kommen in der Bezirksliga noch für Rang 13 infrage. Austragungsort des letzten Relegationsspiels ist Leonberg-Eltingen.

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