Sich 90 Minuten ein Bein rausreißen

Erstellt: 10. Dezember 2009, 00:00 Uhr
Sich 90 Minuten ein Bein rausreißen In Runde zwei des Kreispokals ließ Knittlingen den Torhüter des Landesliga-Absteigers TSV Wimsheim sechsmal hinter sich greifen. Nun winkt der Einzug in den BFV-Pokal. Archivfoto: Eigner

Kreispokal-Viertelfinale: Knittlingen und Zaisersweiher träumen von großen Auftritten gegen hochklassige Teams.

Schwere Brocken, aber keine unlösbaren Aufgaben stehen der Spvgg Zaisersweiher und dem FV Knittlingen im Viertelfinale des Fußball-Kreispokals bevor. Knittlingen muss zum Kreisliga-Absteiger Conweiler-Schwann, Zaisersweiher bekommt es ebenfalls auswärts mit dem SV Büchenbronn zu tun.

Von Steffen-Michael Eigner

Knittlingen. „Die Spvgg Conweiler-Schwann ist ein wirklich interessanter Gegner“, findet Uli Huber, der Trainer des FV Knittlingen. „Sie waren im Raum Pforzheim immer in der A-Klasse vertreten und zuletzt einige Jahre in der Kreisliga.“ Huber nimmt die Mannschaft seines Trainerkollegen Thomas Roller also ernst, die sowohl über erfahrene Kräfte jenseits der 30 Jahre als auch junge, hungrige Spieler um die 20 verfügt.

 Besonders aufpassen müssen werden die Knittlinger auf Timo Maier, der schon ob seines hellblonden Schopfes nicht zu übersehen ist. Wenngleich erst 24 Jahre alt, hat der Mittelfeld-Regisseur bereits den FV Wildbad, den VfR Pforzheim und den 1. FC Pforzheim, die Stuttgarter Kickers und den FC Nöttingen in seiner Vita stehen. Allein in der laufenden Saison hat der 1,77 Meter große und 70 Kilogramm leichte Timo Maier in 15 Saisoneinsätzen zehn Tore selbst erzielt und weitere sechs Treffer vorbereitet.

 Kaum weniger blond und ebenso gefährlich ist im Sturm Stephan Anderle, vor 2006 schon für Calmbach und den 1. FC Pforzheim aktiv: Zehn Tore und drei Assists in zwölf Saisoneinsätzen sprechen für sich. Mit 80 Kilogramm verteilt auf 1,79 Meter hat der 28-jährige Stürmer im Strafraum auch körperliche Argumente.

 Der dritte Unruheherd ist Dietmar Uhl. Der 36-jährige Oldie im Mittelfeld von „Coschwa“, wie die Fans ihren Verein liebevoll nennen, kam in der laufenden Saison ebenso bereits auf neun Treffer und vier Vorlagen bei 14 Einsätzen.

 Trainer Huber sagt dennoch: „Conweiler-Schwann ist absolut keine Übermannschaft.“ Als Indiz dafür führt er den jüngsten Spieltag der Kreisklasse A2 an, als Conweiler-Schwann überraschend dem Tabellenachten GU Pforzheim auf eigenem Platz mit 1:3 unterlag und von Rang drei auf vier zurückfiel. Knittlingen hingegen hatte zuletzt unfreiwillig Spielpause, da Alemannia Wilferdingen II mangels Spielern hatte passen müssen.

 Umso mehr ist Huber jetzt heiß auf das Match am Samstag: „Für uns wäre es toll, sich mit einem Sieg nicht nur für das Halbfinale sondern zugleich für den BFV-Pokal zu qualifizieren. Dort nächstes Jahr gegen einen Landesligisten zu spielen, wäre für uns alle ein Erlebnis und eine wichtige Erfahrung.“

Zaisersweihers Trainer lässt
keine Ausreden mehr gelten

 Gleiches sagt auch Thomas Scheible über seine junge Zaisersweiherer Truppe. „Viele unserer Spieler sind noch jung und haben noch nie gegen ein deutlich höherklassiges Team gespielt.“ Zugleich aber plagen den Spvgg-Trainer Personalsorgen. Zuletzt musste Scheible bei der 2:4-Niederlage in Wurmberg auf fünf Stammkräfte verzichten, im Training war am Dienstag nur ein knappes Dutzend Spieler, und auch die jüngsten Resultate sind nicht nach seinem Geschmack. „Nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen, und das gegen vermeintlich schwächere Gegner. Das ist mir einfach zu wenig“, sagt Scheible, der die verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfälle nicht als Ausrede gelten lassen will.

 „Fighten. Kämpfen. Wille. Engagement“, verlangt er von seiner Mannschaft im Pokal-Viertelfinale beim SV Büchenbronn. „Die Aussicht auf die Teilnahme am BFV-Pokal muss für alle Anreiz genug sein, sich 90 Minuten ein Bein rauszureißen.“ Da ist es ihm egal, dass es sich beim Gegner um den Spitzenreiter der Nachbarstaffel handelt. Büchenbronn liegt in der Kreisklasse A2 vier Punkte vor der Konkurrenz. „Klar, die sind vom Papier her Favorit und verdient vorne in der Liga“, so Scheible.

 Anpfiff ist jeweils am Samstag um 13 Uhr.

INFO

Qualifikation für den BFV-Pokal

Acht Mannschaften – ein Ziel: den Triumph im Kreispokal und daneben die Qualifikation für den Verbandspokal des Badischen Fußballverbandes (BFV), der seit einigen Jahren unter der Bezeichnung „Hoepfner Cup“ firmiert. Für letzteres genügt bereits ein Sieg im Viertelfinale am kommenden Samstag (13 Uhr). Denn alle vier Halbfinalisten des Kreispokals sind automatisch für den BFV-Verbandspokal in der Saison 2010/2011 qualifiziert.

 Und selbst die Verlierer der vier Viertelfinalspiele dürfen hoffen: Dem Kreis Pforzheim stehen insgesamt sechs Startplätze im BFV-Pokal zu, die über den Kreispokal ausgespielt werden. Die ausgeschiedenen Viertelfinalisten spielen deshalb in je einem weiteren K.o.-Spiel um den Einzug in den BFV-Pokal. Knittlingen würde im Falle einer Viertelfinal-Niederlage auf den Verlierer der Partie zwischen TSV Grunbach und 1. FC Dietlingen treffen. Zaisersweiher hätte in einem etwaigen Hoffnungsspiel entweder den VfR Pforzheim oder den FV Langenalb zum Gegner.

 Für den Hoepfner Cup 2010/2011 automatisch qualifiziert sind außerdem alle Vereine aus dem Fußballkreis, die in der Landesliga oder höherklassig spielen.
Neu in der kommenden Saison ist jedoch, dass im BFV-Pokal keine „zweiten Mannschaften“ mehr antreten dürfen. Damit will der BFV unterbinden, dass die Spieler einer ausgeschiedenen ersten Elf anstelle der eigentlichen Reserve den Wettbewerb fortsetzen. Statt der Reserven sind künftig auch die Landesliga-Absteiger für die folgende Saison im BFV-Pokal startberechtigt.     eig

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