Sendercup lockt sogar Schwimmer aus den USA

Erstellt: 29. Mai 2010, 00:00 Uhr
Sendercup lockt sogar Schwimmer aus den USA Die Pokale und Medaillen haben die Wasserfreunde Mühlacker eigens für den Internationalen Sendercup gestalten lassen. In Gänze enthüllen wollen sie die Trophäen jedoch erst kurz vor dem Beginn der Wettbewerbe. Foto: Geltz

Internationaler Schwimmwettkampf im Freibad:
Wasserfreunde Mühlacker fiebern der Premiere entgegen

Noch exakt zwei Wochen sind es bis zum ersten Internationalen Sendercup der Wasserfreunde Mühlacker. Dazu erwarten die Organisatoren nach jetzigem Stand rund 300 Schwimmer im Mühlacker Freibad. Badegäste müssen sich dann allerdings auf ein paar Einschränkungen einstellen.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker. „Wir waren hin- und hergerissen, ob wir die Veranstaltung weltweit ausschreiben sollen. Aber dann hätte man uns womöglich die Bude eingerannt und wir hätten Interessenten absagen müssen“, sagt Jürgen Stein, der Vorsitzende der Wasserfreunde Mühlacker. „Letztlich haben wir den Sendercup in Italien, England, Tschechien und im deutschsprachigen Raum ausgeschrieben.“ Dennoch hat irgendwie auch eine kleine Gruppe aus den USA von der Veranstaltung im Mühlacker Freibad Wind bekommen, und so werden am 12. und 13. Juni auch ein paar Schwimmer aus Übersee teilnehmen. Insgesamt sind 48 Wettbewerbe in unterschiedlichen Schwimmstilen und Altersklassen ausgeschrieben. „Jeder Teilnehmer wird im Schnitt in vier bis sechs Wettbewerben starten. Wir rechnen also mit mehr als 1000 Starts“, sagt Jürgen Stein. Bei 3500 Starts haben die Wasserfreunde den Sendercup gedeckelt, für mehr reiche die Kapazität des Freibads nicht aus.

 Klar, dass die Wasserfreunde Mühlacker selbst mit einer stattlichen Anzahl Schwimmern beteiligt sind. „Im Prinzip startet der ganze Verein. Sozusagen jeder, der schwimmen kann“, sagt Moritz Knötzele, der technische Leiter des Vereins, der bei der Organisation des Sendercups die Fäden zieht. „Bei einem Wettkampf im eigenen Freibad zu starten, wo man Woche für Woche trainiert, ist schon etwas besonderes“, fügt Jürgen Stein hinzu.

 Ein relativ großes Kontingent an Startern erwarten die Wasserfreunde Mühlacker aus der Schweiz. „Von dort werden einige Spitzenschwimmer aus den Regionalkadern dabei sein“, kündigt der Wasserfreunde-Vorsitzende an. Noch keine Rückmeldung liegt aus Italien, insbesondere der Partnerstadt Bassano del Grappa vor. „Dort gibt es allerdings auch keinen solchen Schwimmverein wie hier“, so Jürgen Stein.

Schwimmer wollen mit guten Zeiten etwaige Strafgelder bei Meisterschaften vermeiden

 Klar ist allerdings schon jetzt, dass etliche starke Schwimmer aus Süddeutschland antreten werden. „Gerade Schwimmer aus Württemberg wollen den Sendercup nutzen, um sich für die Württembergischen Meisterschaften Mitte Juli zu positionieren und ein etwaiges Reuegeld zu vermeiden“, begründet Stein. Denn im Schwimmsport wird eine solche Strafzahlung von bisweilen 50 Euro fällig, wenn ein Sportler bei offiziellen Meisterschaften nicht die geforderte Richtzeit erreicht. Diese lag bei den unlängst ausgetragenen Süddeutschen Meisterschaften für 100 Meter Freistil der offenen Altersklasse (Jahrgang 1992 und älter) bei 52,00 Sekunden. „Mit dem System der Reuegelder wird vermieden, dass die Vereine quasi Hinz und Kunz zu den Meisterschaften melden und sich dadurch die Wettkämpfe in die Länge ziehen“, erklärt Stein. Wer allerdings nachweisen könne, die Richtzeit in den Monaten vor einer Meisterschaft schon einmal im Wettkampf geschwommen zu sein, etwa beim Internationalen Sendercup in Mühlacker, der sei vom Reuegeld befreit.

 Einiges haben sich die Wasserfreunde Mühlacker einfallen lassen, um die Anziehungskraft des Internationalen Sendercups zu steigern. So die Sieger jedes Wettbewerbs erhalten einen Geldpreis und einen Pokal, der ebenso wie die Medaillen eigens für den Senderup gestaltet worden ist. Zudem haben die Veranstalter Zufallsprämien ausgelobt. „Einzelne Läufe werden als Prämienläufe ausgelost und vor dem Start bekanntgegeben. Der Sieger eines solchen Prämienlaufs erhält ebenfalls einen Geldpreis, egal ob er nachher den ganzen Wettbewerb gewinnt.“ Insofern kann es sich mit ein wenig Losglück schon buchstäblich auszahlen, in einem Vorlauf als Erster anzuschlagen.

Schwimmerbecken ist an den beiden Wettkampftagen für Badegäste gesperrt

 Unterdessen füllt der Ablaufplan bei Organisator Moritz Knötzele bereits 20 DIN A4-Seiten. Ein halbes Dutzend Helfer wird allein mit dem Aufbau beschäftigt sein, und diesen bereits am Donnerstagabend in Angriff nehmen, obwohl die Wettbewerbe erst am Samstagmorgen beginnen. „Mit der Stadt Mühlacker und den Stadtwerken als Betreiber des Freibads ist vereinbart, dass das Schwimmerbecken an den beiden Wettkampftagen für Badegäste gesperrt ist“, informiert Knötzele. „Falls wir mit den Wettbewerben zeitig fertig sind, könnte das Schwimmerbecken vielleicht schon am Sonntagabend wieder für die Badegäste freigegeben werden.“ Zuvor aber müssten die Wettkampfleinen sowie die fast 100000 Euro teure Zeitmess-Anlage vollständig abgebaut sein. Die übrigen Becken, etwa das Planschbecken für Kleinkinder, stünden jedoch zur Verfügung. „Freilich kann es allein durch die große Zahl an Sportlern unter Umständen zu Einschränkungen beim Komfort kommen“, bittet Knötzele um Verständnis. Nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Jürgen Stein wollen einige der von weither angereisten Schwimmer auf dem Freibadgelände im Zelt übernachten.

 Neben der Freibadgaststätte hat an den Sendercup-Tagen auch der Imbissstand der Wasserfreunde geöffnet. „Da gibt es die übliche Schwimmernahrung, nämlich Spaghetti. Nachmittags wollen wir auch Grillwürste anbieten.“ Die Wettbewerbe beginnen am Samstag, 12. Juni, und Sonntag, 13. Juni, jeweils um 9 Uhr und dauern nach Schätzung der Veranstalter mindestens bis in den späten Nachmittag.

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