Schule will guten Ruf weiter aufpolieren

Erstellt: 24. April 2008, 00:00 Uhr
Schule will guten Ruf weiter aufpolieren Schule will guten Ruf weiter aufpolieren

Fragebogenaktion: Knittlinger Klassenklima untersucht – „Arbeitsgruppe Sauberkeit“ gegründet

Knittlingen – Einmal selbst Zensuren verteilen: Was sich mancher Schüler lange erträumt haben dürfte, ist in Knittlingen wahr geworden. Die Faust-Schule hat im Rahmen einer Fragebogenaktion das Schul- und Klassenklima untersucht. Mit dem Resultat könne er sehr zufrieden sein, betonte Rektor Evers vor dem Gemeinderat. Kleiner Wermutstropfen: Der Sauberkeit wird kein gutes Zeugnis ausgestellt.

VON CAROLIN BECKER

Seit kurzer Zeit sind alle Schulen des Landes, auch die Knittlinger Dr. Johannes-Faust-Schule, gesetzlich zur so genannten Selbst- und Fremdevaluation verpflichtet. Also habe er den Befindlichkeiten auf den Zahn gefühlt und dabei den selbst gewählten Schwerpunkt darauf gelegt, wie Schüler, Eltern und Lehrer das Binnenklima einschätzten, erläuterte Schulleiter Roland Evers (Foto: Becker), der am Dienstagabend gemeinsam mit Konrektor Reinhold Hartmann die zusammengefassten Daten dem Gemeinderat vorstellte.

 Befragt wurden Lehrer, Eltern und ein knappes Drittel aller Schüler. „96 Prozent der Lehrer bewerten das Klima an der Schule als gut. Einen solchen Wert werden Sie auch in Betrieben selten finden“, ordnete der Rektor das Ergebnis ein. „Sehr begeistert“ sei er auch davon, dass 78 Prozent der Schüler angegeben hätten, gern in ihre Klasse zu gehen. „Ich hätte zu meiner Schulzeit das Kreuzchen wohl anderswo gemacht“, blickte Evers zurück. Das Fazit falle insgesamt sehr positiv aus. Auch die Stadt könne sich darüber freuen, dass eine breite Mehrheit mit der Ausstattung der Schule zufrieden sei. Deren guter Ruf locke mittlerweile sogar Schüler aus Sternenfels und Oberderdingen an. Dennoch wolle die Schule die Ergebnisse der anonym durchgeführten Umfrage auch dazu nutzen, ihr Profil weiter zu schärfen. So gehöre zum Leitbild der Bildungseinrichtung, Gesundheitsbewusstsein und ein klares Nein zu Drogen zu vermitteln. „Wer bei uns auf dem Schulgelände raucht, wird drei Tage vom Unterricht ausgeschlossen“, zitierte Evers aus der Disziplinarordnung.

 Auch Gewalt habe an der Faustschule keinen Platz. Wer einem anderen „an die Gurgel“ gehe, müsse mit einer fünftägigen Zwangspause rechnen. Insofern wolle er sich mit einer weiteren Zahl nicht zufrieden geben, die sich zwar im Vergleich zu anderen Schulen sehen lassen könne, den eigenen Ansprüchen aber noch nicht genügen dürfe: Immerhin sieben Prozent der Schüler hatten bei der Aussage „Ich werde geschlagen“ die Antworten „trifft völlig zu“ oder „trifft ziemlich zu“ angekreuzt. Handlungsbedarf bestehe auch im Hinblick auf die Sauberkeit der Klassenzimmer und des Schulgeländes. Sowohl Lehrer als auch Schüler hatten sich deutlich unzufrieden geäußert. „Hier geht es nicht um Schuldzuweisungen“, stellte der Schulleiter klar. Vielmehr müssten alle gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Schule habe bereits eine „Arbeitsgruppe Sauberkeit“ gegründet.

 Sprecher aller Fraktionen stellten der Schulleitung für ihre Präsentation der Daten ein gutes Zeugnis aus. Nun gelte es, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, „an dem wir gemeinsam arbeiten“, schlug Evelyne Teschner-Klug (Alternative Liste) vor. Martin Blanc (SPD) regte an, über den möglichen Einsatz eines Schulsozialarbeiters nachzudenken. „Damit stoßen Sie bei mir auf offene Ohren“, griff Roland Evers diesen Vorschlag mit dem Hinweis auf, in manchen Fällen ohne zusätzliche Unterstützung nicht weiterzukommen – etwa dann, wenn ein Grundschüler kurz davor stehe, zum wiederholten Mal sitzenzubleiben, die Eltern aber dem Wechsel auf eine Förderschule nicht zustimmten.

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