Schütterle siegt im Wahl-Krimi

Erstellt: 30. September 2010, 00:00 Uhr
Schütterle siegt im Wahl-Krimi Elisabeth Vogt gratuliert Arno Schütterle, dem sie im Kampf um die Kandidatur für das Landtagsmandat nur knapp unterliegt. Links: Bundestagsabgeordneter Memet Kilic. Fotos: Goertz

Grünen-Kreisverband nominiert den ehemaligen Mühlacker OB als Kandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis Enz.

Arno Schütterle hat gestern einen großen Schritt auf dem Weg zum Comeback auf die große Bühne gemacht. Der Grünen-Kreisverband nominierte den ehemaligen Mühlacker OB als Kandidaten im Wahlkreis Enz für die Landtagswahl im März 2011. Im Wahlkreis Pforzheim zieht Sibylle Schüssler für die Grünen in den Wahlkampf.

Von Frank Goertz

Enzkreis. Während Schüssler bereits im ersten Wahlgang mit elf von 21 abgegebenen Stimmen die notwendige absolute Mehrheit errang, herrschte bei den Enzkreis-Grünen absolute Hochspannung.

 Schütterle holte zwar im ersten Wahlgang 22 der 58 Stimmen aus dem Enzkreis, musste aber trotzdem noch gewaltig zittern. Denn auch für Elisabeth Vogt, Fraktionssprecherin der Kreistags-Grünen und Gemeinderätin in Ispringen, war mit 15 Stimmen die Messe noch nicht gelesen. Der Mühlacker Stadtverbandsvorsitzende der Grünen, Frank-Ulrich Seemann, der 2006 als Kandidat den Einzug in den Landtag nur knapp verfehlt hatte, bekam diesmal bei der Nominierung lediglich elf Stimmen. Walter Appenzeller aus Keltern lag mit zehn Stimmen nach dem ersten Wahlgang ebenso aussichtslos im Hintertreffen. Er sei zwar enttäuscht, sagte er, werde aber trotzdem im zweiten Wahlgang antreten.

 Frank-Ulrich Seemann hatte in dem Moment für sich schon eine andere Entscheidung getroffen: Er trat nicht mehr an und bat die Grünen, ihre Stimme Elisabeth Vogt zu geben. Dabei konnte er sich einen Seitenhieb auf seinen Kontrahenten Arno Schütterle nicht verkneifen: „Ich bin nicht einverstanden damit, wie hier im Vorfeld Wahlkampf betrieben und Mehrheiten besorgt werden“, kritisierte Seemann und wiederholte damit seinen Vorwurf, Schütterle habe im Vorfeld der Nominierungsversammlung durch gezielte Mitgliederwerbung für sich Stimmen gesammelt.

 Die große Frage vor dem zweiten Wahlgang war also, ob eine Mehrheit der Anregung von Seemann folgt, Elisabeth Vogt die Stimme gibt und so den Sieger Schütterle aus dem ersten Wahlgang plötzlich zum Zweitplatzierten macht.

 Während einer Unterbrechung der Nominierungsversammlung erklärte die Siegerin im Wahlkreis Pforzheim, Sibylle Schüssler, gegenüber unserer Zeitung, sie könnte sich gut vorstellen, Seite an Seite mit Elisabeth Vogt in den Wahlkampf ziehen. Die Stimmung ließ schon erahnen, dass Vogt deutlich Boden gutmachen würde. Schließlich hatte sie für den souveränen Auftritt in ihrer Vorstellungsrede den meisten Beifall von allen Kandidaten bekommen.

  „Wir haben ein Ergebnis“, verkündete Versammlungsleiter Gustav Bott gegen 21.20 Uhr. „Eine ungültige Stimme, sieben für Walter Appenzeller, 24 für Elisabeth Vogt und 26 für Arno Schütterle.“

 Der ehemalige Mühlacker OB hatte in seiner Vorstellungsrede nicht nur seine große politische Erfahrung und Erfolge in seiner Zeit als OB in Mühlacker von 2002 bis 2009 in die Waagschale geworfen, sondern auch persönliche Akzente gesetzt, indem er darauf hinwies, dass er lange als Entwicklungshelfer in Afrika hat erleben müssen, was es bedeutet, wenn Menschen in Demut und Armut leben. Schütterle spulte nicht einfach nur einen grünen Politikkatalog ab, sondern ließ auch immer wieder einfließen, wie sehr ihn die Themen persönlich berühren. „Der Satz ,Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt‘ bewegt mich“, erklärte Schütterle. „Atompolitik, Stuttgart 21 und die Finanzkrise polarisieren und mobilisieren mich intensiv.“ Er wolle mit Sympathie und Kompetenz für ein grünes Landtagsmandat kämpfen. Das Mehrheitsvotum der Enzkreis-Grünen hat er dafür bekommen.

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