Schütterle oder Schneider?

Erstellt: 30. September 2009, 00:00 Uhr
Schütterle oder Schneider? Duell in Mühlacker: Arno Schütterle (Bild li., mit Ehefrau Priska) steckt schon mitten im Wahlkampf und lädt heute Abend nach Enzberg ein, während zeitgleich der Herausforderer Frank Schneider (re., mit Ehefrau Patricia) in Dürrmenz die Reihe seiner Bürgergespräche beginnt. Am 22. Oktober treffen die Kontrahenten bei der Podiumsdiskussion unserer Zeitung im Uhlandbau direkt aufeinander. Fotos: p

Oberbürgermeisterwahl: Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen – und das Duell des OB gegen den Stadtrat ist perfekt

Nun ist es amtlich: Am 25. Oktober kommt es bei der Oberbürgermeisterwahl in Mühlacker zu einem klassischen Duell – Arno Schütterle gegen Frank Schneider, OB gegen Stadtrat.

Von Thomas Eier

Mühlacker. Als Bürgermeister und Wahlleiter Winfried Abicht an diesem Dienstagabend, 18 Uhr, nochmals in den Rathausbriefkasten schaut, findet er – nichts. Keine neue Bewerbung in letzter Sekunde.

 Damit bleibt es beim Zweikampf, den es schon vor acht Jahren gab, als sich in der Stichwahl Arno Schütterle mit 55,9 zu 42,6 Prozent gegen Frank Schneider durchsetzte und der zweite grüne Oberbürgermeister Deutschlands wurde. Als Referatsleiter im Pforzheimer Landwirtschaftsamt war der damalige Sersheimer der unbelastete Kandidat von außerhalb, der sich unter anderem gegen den kommunalpolitischen Platzhirsch Günter Bächle behauptete.

 Acht Jahre später haben sich die Vorzeichen grundlegend verändert, weil Frank Schneider als FDP-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat neue Einblicke gewann und seinen Bekanntheitsgrad deutlich steigerte. Die Zuspitzung auf zwei Kandidaten hält der Stadtrat und Fachanwalt für Verwaltungsrecht nicht für einen Nachteil. „Ich bin zufrieden, dass es so ist“, sagt Schneider, der heute praktisch zeitgleich mit Arno Schütterle die Reihe seiner Bürgergespräche in den Stadtteilen beginnt.
 Der Amtsinhaber demonstriert ebenfalls Gelassenheit, was den direkten Zweikampf ums Rathaus betrifft. Arno Schütterle: „Es ist wie so häufig in Mühlacker: Man muss es nehmen, wie es kommt.“

 Es sei nicht seine Aufgabe, sich zu „nicht existierenden Kandidaten“ zu äußern, und

„Bürger, gemeinsam für Mühlacker!“
Wahlslogan von Arno Schütterle

als einen persönlichen Triumph empfinde er die gescheiterte Kandidatensuche von CDU und SPD auch nicht. „Mit diesem Begriff muss man in der Politik, wie erst die Bundestagswahl wieder gezeigt hat, vorsichtig sein.“ Die reihenweisen Absagen potenzieller Bewerber sieht Schütterle nicht als Makel für die Stadt an. „Für mich war Mühlacker vor acht Jahren eine attraktive Stadt, und sie ist es heute noch.“ Das schlechte Bild, das oft von Mühlacker gezeichnet werde, sei nicht berechtigt.
 Zum jeweiligen Konkurrenten wollen beide Bewerber nicht viel sagen. „Er ist ein bekannter Stadtrat und seit 2004 im Gemeinderat“ –  Arno Schütterle über Frank Schneider. Dieser sieht vor allem einen Unterschied zum Amtsinhaber: „Ich habe im Gemeinderat bewiesen, dass ich mit allen gut zusammenarbeiten kann. Dieses Miteinander braucht es in Mühlacker.“

 Beide Bewerber sehen sich gleichsam als integrative Kraft. „Bürger, gemeinsam für Mühlacker“ appelliert auf seinen Plakaten

„Mühlacker einen“
Wahlslogan von Frank Schneider

der Titelverteidiger; „Mühlacker einen“ heißt der Slogan, mit dem der Herausforderer in den Wahlkampf zieht. Die Zeit des Abwartens in Mühlacker sei vorbei, jetzt müsse gehandelt werden, betont Schneider und nennt als Beispiele den Mühlehof, die Frage neuer Wohngebiete und die Zukunft des alten Ortskerns in Dürrmenz.

 Die Hausbesuche im Heidenwäldle, in Dürrmenz, Großglattbach, Lomersheim und Enzberg hätten ihm Mut gemacht, sagt der 47-Jährige, der ab morgen an den Straßenrändern plakatieren will. „Die Stimmung ist sehr positiv, viele kennen mich und freuen sich, dass ich kandidiere.“

 Arno Schütterle sieht ebenfalls keinen Grund, seine Wahlkampfstrategie zu ändern, die sich schon 2001 bewährt habe. Bürgerbüro, Wahlkampfteam, Plakate, Bürgergespräche –  bewusst habe er sich entschlossen, offensiv und mit offenem Visier um eine Wiederwahl zu werben.

 Nur eine halbe Stunde nach Ablauf der Bewerbungsfrist trafen sich beide gestern Abend im Ratssaal, wo Frank Schneider nach eigenem Bekunden den Wahlkampf außen vor lassen will. Gleiches versichert der OB, der in den jüngsten Dissonanzen im Ratssaal noch kein Indiz für eine aufgeheizte Atmosphäre sieht: „Es ist immer so, dass es kurz nach einer Gemeinderatswahl ein wenig braucht, bis alles richtig läuft.“
 Angesichts der „vielen Sachthemen“ gehe der „Dienstbetrieb“ auch in der Wahlkampfzeit nahtlos weiter, betont Schütterle. Am 6. Oktober tagt der Gemeinderat, am 13. Oktober der Verwaltungsausschuss.

Frank Schneider startet heute mit einem Ortstermin (Treffpunkt: 18 Uhr vor der „Kanne“) und einem Bürgergespräch in Dürrmenz (Beginn: 19.30 Uhr in der „Blume“) in den Wahlkampf. Arno Schütterle lädt ebenfalls am heutigen Mittwoch um 19 Uhr ins Naturfreundehaus Enzberg ein.

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