Schüler lernen Berufsbilder kennen

Erstellt: 30. Januar 2012, 00:30 Uhr
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Knittlingen. Der örtliche Gewerbeverein und die Faust-Schule, die Agentur für Arbeit Pforzheim und die Stadt Knittlingen stehen hinter der vierstündigen Veranstaltung. „31 Firmen nehmen in diesem Jahr teil, darunter leider nur zwei Handwerksbetriebe“ berichtete Lehrer Marc Sauter, zu dessen Aufgaben die Berufswegeplanung an der Hauptschule gehört. „Zehn der 24 Abgangsschüler wissen noch nicht, was sie beruflich machen wollen. Die Börse eignet sich hervorragend, sich über viele Berufe zu informieren.“

In den Zuständigkeitsbereich von Schulamtsdirektor Kurt Habart vom Staatlichen Schulamt Pforzheim fallen die Realschulen. „82 Schüler gehen hier ab, 17 sind sich noch nicht schlüssig“, lautet seine Statistik. Sehr wichtig sei es, dass Eltern sich zusammen mit ihren Kindern informierten und die Kinder bei der Berufsfindung nicht allein ließen. „Das Thema muss in der Familie verankert sein“, sagte er.

Zusammen mit Bürgermeister Heinz-Peter Hopp eröffnete Habart die Börse, die von Beginn an regen Zuspruch fand. Für die achten und neunten Klassen der Faust-Schule war der Besuch Pflicht. „Die Schüler müssen einen Beobachtungsbogen bearbeiten“, erklärte Sauter. „Über seinen Traumberuf hinaus muss jeder noch einen zweiten Beruf, über den er sich hier informiert hat, beschreiben. Alle Aussteller sollten besucht werden.“ Und so sah man dann viele Jugendliche von Stand zu Stand eilen, eifrig wurde geschrieben, denn am Ende wurde der Bogen ausgewertet. Das Bonbon für die Schüler: In einem Quiz konnten schöne Preise gewonnen werden. Neben dem absolvierten Pflichtprogramm fanden aber auch viele gezielte Gespräche statt, Informationsmaterial zur Entscheidungsfindung wurde mitgenommen.

Vertreten war ein umfangreicher Branchenmix: verarbeitende Industrie in großer Vielfalt, Dienstleister wie Krankenkassen, Banken, Polizei und Stadtverwaltung, weiterführende Schulen, darunter auch eine Krankenpflegeschule. Den sozialen Bereich deckten Lebenshilfe und der Bundesfreiwilligendienst ab. Wie so eine „Lehre“ im praktischen Alltag aussieht, berichteten Auszubildende sehr anschaulich, bemüht, ihre Firma gut zu präsentieren. „Sämtliche mechanische Fertigkeiten wie Fräsen, Feilen, Löten und so weiter lernt man an diesem kleinen Lkw“, erklärte Julian Milling, zukünftiger Industriemechaniker im dritten Lehrjahr, an einem mit großer Sorgfalt ausgearbeiteten Modell. „Da steckt ein ganzes Ausbildungsjahr drin.“

Durch Praktika können Schüler erste berufliche Alltagserfahrungen sammeln, zunächst unverbindlich für den Betrieb und den Praktikanten. Die Plätze sind schnell vergeben. Auch Ausbildungsplätze für das Jahr 2012 sind rundum bereits rar. Deshalb sammelt die Siebtklässlerin Lena Bonnet von der Schule am Silahopp in Maulbronn schon frühzeitig Informationen. Gerade lässt sie sich das Berufsfeld „Produktdesign“ erklären.

„Umwelt hat mich schon immer interessiert, deshalb mache ich die Ausbildung als ‚Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft‘, berichtete Michael Stoicescu von seiner anspruchsvollen Ausbildung bei einem Entsorgungsunternehmen. „Die Öffentlichkeit sieht immer nur den Müllmann und weiß nicht, was alles damit verbunden ist.“ Im Bereich Ergotherapie möchte einmal Maja Weiß aus der neunten Klasse der Faust-Schule arbeiten. Fünf Klassenkameraden hatten es derweil eilig, ihr „Programm“ zu schaffen: „Wir wissen noch nicht, was wir machen wollen, aber die Börse ist spitze.“

„Ich habe einen tollen, kreativen Beruf“, berichtet begeistert die ausgelernte Konditorin Lisa Rudolf, die sich jeden Tag darüber freut, was sie mit ihren Händen schafft. „Feedback ist wichtig, wenn mich der Kunde zum Beispiel für die gelungene Hochzeitstorte lobt.“ Sie und ihr Kollege, Bäckermeister Daniel Vogt, empfahlen ihr Handwerk wärmstens in Form von leckeren Blätterteigtaschen mit Käsefüllung.

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